Fußball: 3. Liga
Bäumer, Krimphove, Gockel – das Ende einer Preußen-Ära

Münster -

Die vielen neuen Gesichter in der Preußen-Führungsetage standen am Donnerstag zweifellos im Vordergrund. Allerdings war ihr Amtsantritt auch gleichsam der Abschied von einigen verdienten Kräften, die die Geschicke beim Traditionsclub im vergangenen Jahrzehnt entscheidend beeinflussten. Ihren endgültigen Rückzug vollzogen die zwei bisherigen Spitzenfunktionäre, beide fehlten bereits bei der Präsentation der neuen Riege am Donnerstagnachmittag.

Donnerstag, 13.10.2016, 19:00 Uhr aktualisiert: 13.10.2016, 19:18 Uhr
Carsten Gockel (l.) bleibt vorerst im Amt, Thomas Bäumer (2.v.l.) und Georg Krimphove (2.v.r.) gehen nach langer Zeit – und Uwe Landheer (M.) hört nach eineinhalb Jahren auf. Siggi Höing (r.) bleibt an Bord.
Carsten Gockel (l.) bleibt vorerst im Amt, Thomas Bäumer (2.v.l.) und Georg Krimphove (2.v.r.) gehen nach langer Zeit – und Uwe Landheer (M.) hört nach eineinhalb Jahren auf. Siggi Höing (r.) bleibt an Bord. Foto: Jürgen Peperhowe

Thomas Bäumer

Da wäre vor allem Thomas Bäumer zu nennen. Aufsichtsratsboss war er seit 13 Jahren, Sponsor sogar schon seit 20. In diesem Jahrtausend zeichnete sich der Gründer und langjährige CEO der Zeitarbeitsfirma ­Tuja als mit Abstand größter Geldgeber aus. Dass der Verein heute viel gesünder ist als vor zehn Jahren, dass er sich im Zirkel der Top-50-Clubs in Deutschland etabliert hat, darf sich der Mann, der gerade bei den Fans oft aneckte, zuschreiben.

Georg Krimphove

Mit ihm geht nun Georg Krimphove, ebenfalls seit Kindertagen Preußen-Fan, und mit kurzer Unter­brechung über eine Dekade (seit 2004) im Vorstand seines Herzensvereins unterwegs . Seit Mitte 2015 war er Präsident, als nach dem Rücktritt von Dr. Marco de Angelis eine Lücke klaffte. Der 52-Jährige sprang ein, obwohl er sich erst einige Monate zuvor aus dem Vorstand verabschiedet hatte – aufgerieben als Ansprechpartner für die nie ganz einfachen Fangruppierungen. In dieser Funktion hatte Krimphove immer eher im Hintergrund agiert. Das behielt er auch als Vereinschef weitgehend bei.

Carsten Gockel

Ein Abschied auf Raten deutet sich für einen dritten im Bunde an. Carsten Gockel, der bisherige Sportvorstand und einzige hauptamtlich Beschäftigte des Präsidiums, verlässt nach Beschluss des neuen Aufsichtsrats den Vorstand, ist aber noch bis Januar gebunden und führt vorerst die Geschäftsstelle weiter. Die Angelegenheiten rund um die Profi-Mannschaft tritt er in Kürze ab. Ob er darüber hinaus eine Zukunft hat? Fraglich. Der 43-Jährige war ab und an umstritten, hat zeitlich aber so viel wie kein Zweiter in den Club investiert. Der frühere SCP-Stürmer (1996 bis 2000 und 2003 bis 2006) wurde gleich nach seinem Karriereende Sportlicher Leiter und war auch zwei Mal Interimstrainer.

 

Das ist die Führungsmannschaft des SCP

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  • Neues Führungsduo im Preußen-Präsidium: SPD-Politiker Christoph Strässer (l.) und Unternehmer Walther Seinsch.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Aus der alten Führungsriege - v.l.: Carsten Gockel (Sportvorstand), Uwe Landheer (Vorstand Liegenschaften), Georg Krimphove (Präsident), Siggi Höing (Vorstand, Sponsoren), Thomas Bäumer (Aufsichtsratschef) und Mike Schmitz (Vorstand Finanzen) - sind nur zwei Personen übrig geblieben:

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Siggi Höing, der weiterhin für Sponsoren zuständig ist und...

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • ...Carsten Gockel, der den Vorstand allerdings verlässt und nur noch als Geschäftsführer arbeiten wird.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Christoph Strässer führt künftig das Preußen-Präsidium.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Auch Unternehmer Walther Seinsch ist jetzt neu im Vorstand und zuständig fürs Sportliche und das Stadionprojekt.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Der bisherige Jugendkoordinator Bernd Niewöhner rückt in den Vorstand auf und kümmert sich weiter um den Nachwuchsbereich.

    Foto: Wilfried Hiegemann
  • Außerdem neu im Vorstand: Martin Jostmeier (2.v.l.), stellvertretender Geschäftsführer des Handwerkerbildungszentrums, ist zuständig für Finanzen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Fabian Roberg hatte nur eine kurze Amtszeit als Preußen-Aufsichtsrats-Chef. Am 20. November 2016 kündigte der Unternehmer aus Münster seinen Rücktritt an.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Stellvertreter ist weiter Michael Klein.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Prominenter Neuzugang im Aufsichtsrat: Ex-Profi und -Nationalspieler Christoph Metzelder. Er soll in allen sportlichen Angelegenheiten beraten.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Um das gleiche Feld soll sich auch Jochen Terhaar kümmern.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Diese zehn Männer bilden am 14. Oktober den neuen Aufsichtsrat der Preußen: (v.l.) Marc Zahlmann, Jürgen Becker (neu, Steuerberater), Frank Rheinboldt, Fabian Roberg, Michael Klein, Frank Westermann (neu, Anwalt), Wilhelm Schwellenbach, Christoph Metzelder (neu), Jochen Terhaar (neu) und Werner Bisplinghoff.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Die neue Führungsriege hat hohe Ziele.

    Foto: Jürgen Peperhowe

 

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