Fußball: 3. Liga
Welche Zukunft hat Carsten Gockel bei den Preußen?

Münster -

Carsten Gockel hat den SC Preußen zehn Jahre lang entscheidend geprägt, unglaublich viel Zeit investiert, war aber auch oft nicht unumstritten. Nun steht der bisherige Sportvorstand, der lediglich noch die Geschäftsstelle leitet, vor einer ungewissen Zukunft.

Freitag, 14.10.2016, 18:00 Uhr
Carsten Gockel 
Carsten Gockel  Foto: pp

Die Szenerie ließ keine Zweifel. Die Amtszeit von Carsten Gockel beim SC Preußen könnte sich dem Ende zuneigen. In der langen Reihe alter und neuer Funktionäre nahm der 43-Jährige ganz am Rande Platz. Zu Wort kam er nicht. Das übernahmen andere, nachdem der Aufsichtsrat zuvor Gockels Ausscheiden aus dem Vorstand beschlossen hatte. Die Leitung der Geschäftsstelle behält der frühere Stürmer. Zumindest bis Ende Januar, dann läuft sein Vertrag aus.

Walther Seinsch , der im Präsidium die sportlichen Belange übernimmt, hatte zwar im Nebensatz angedeutet, dass Gockel auch weiterhin ein Ansprechpartner für ihn sei, doch eine Trennung ist nicht unwahrscheinlich. Das drückte jedenfalls die Körpersprache des seit über einem Jahrzehnt als SCP-Funktionär stark engagierten Mannes aus, dem immerhin aus dem Mund des neuen Aufsichtsratschefs Fabian Roberg Anerkennung zu Teil wurde.

„Sie haben in guten und in schlechten Zeiten hervorragende Arbeit für den Club geleistet.“ Zudem genieße Gockel, der den SCP auch administrativ zweifellos vorangebracht hat, auch auf seinem verbleibenden Posten „volles Vertrauen“.

Ausgliederung angestrebt

Die neue SCP-Führungscrew strebt sobald wie möglich eine Ausgliederung der Profi-Abteilung in eine Kapitalgesellschaft an. „Die alten Strukturen sind schwierig“, sagt Präsident Christoph Strässer, der einen Runden Tisch mit allen Fangruppen plant, um die Pläne zu erläutern und dafür zu werben.

Am Ende müssen die Mitglieder entscheiden. In vielen Vereinen der ersten drei Ligen ist dieser Schritt schon vollzogen – allerdings selten ohne größere Proteste der Anhängerschaft. Das neue Vorstandsmitglied Walther Seinsch betonte, dass selbstverständlich, wie vom DFB verlangt, die 50+1-Regel eingehalten würde.

Ob tatsächlich schon im Dezember bei der Jahreshauptversammlung abgestimmt werden kann, ist jedoch völlig offen. Seinsch brachte auch eine mögliche zusätzliche Zusammenkunft im Frühjahr ins Gespräch.

...

Angesichts dieser Entwicklung stellt sich zwangsläufig die Frage, wie sich der Verein auf der Schnittstelle zwischen Vorstand und Profi-Mannschaft aufstellt. Ob nun ein Sportdirektor eingestellt werde, wollte etwa Seinsch noch nicht beantworten, er verwies stattdessen auf die Trainerfrage, die nun Priorität genieße.

Neue Aufgabenteilung

Vier von fünf Köpfen im nun von Christoph Strässer angeführten Vorstand des SCP sind seit Donnerstag neu. Nur Siggi Höing bleibt im Amt und weiter für die Sponsoren zuständig. Martin Jostmeier vom Handwerker-Bildungszentrum kümmert sich um die Finanzen, die der zurückgetretene Mike Schmitz unter seinen Fittichen hatte.

Den sportlichen Bereich hat Walther Seinsch übernommen, der sich dafür auch die Hilfe der neuen Aufsichtsräte Jochen Terhaar und Christoph Metzelder einholt und dazu auf das Know-how von Jugend-Koordinator Bernhard Niewöhner baut, der ebenfalls jetzt zum Präsidium zählt.

Die Berufung des langjährigen Ehrenamtlers soll auch die Rolle der Nachwuchs-Abteilung stärken. Jeder aus diesem Zirkel soll bei kostenintensiven Entscheidungen ein Vorschlags- und Vetorecht erhalten.

...

 

Das ist die Führungsmannschaft des SCP

1/14
  • Neues Führungsduo im Preußen-Präsidium: SPD-Politiker Christoph Strässer (l.) und Unternehmer Walther Seinsch.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Aus der alten Führungsriege - v.l.: Carsten Gockel (Sportvorstand), Uwe Landheer (Vorstand Liegenschaften), Georg Krimphove (Präsident), Siggi Höing (Vorstand, Sponsoren), Thomas Bäumer (Aufsichtsratschef) und Mike Schmitz (Vorstand Finanzen) - sind nur zwei Personen übrig geblieben:

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Siggi Höing, der weiterhin für Sponsoren zuständig ist und...

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • ...Carsten Gockel, der den Vorstand allerdings verlässt und nur noch als Geschäftsführer arbeiten wird.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Christoph Strässer führt künftig das Preußen-Präsidium.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Auch Unternehmer Walther Seinsch ist jetzt neu im Vorstand und zuständig fürs Sportliche und das Stadionprojekt.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Der bisherige Jugendkoordinator Bernd Niewöhner rückt in den Vorstand auf und kümmert sich weiter um den Nachwuchsbereich.

    Foto: Wilfried Hiegemann
  • Außerdem neu im Vorstand: Martin Jostmeier (2.v.l.), stellvertretender Geschäftsführer des Handwerkerbildungszentrums, ist zuständig für Finanzen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Fabian Roberg hatte nur eine kurze Amtszeit als Preußen-Aufsichtsrats-Chef. Am 20. November 2016 kündigte der Unternehmer aus Münster seinen Rücktritt an.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Stellvertreter ist weiter Michael Klein.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Prominenter Neuzugang im Aufsichtsrat: Ex-Profi und -Nationalspieler Christoph Metzelder. Er soll in allen sportlichen Angelegenheiten beraten.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Um das gleiche Feld soll sich auch Jochen Terhaar kümmern.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Diese zehn Männer bilden am 14. Oktober den neuen Aufsichtsrat der Preußen: (v.l.) Marc Zahlmann, Jürgen Becker (neu, Steuerberater), Frank Rheinboldt, Fabian Roberg, Michael Klein, Frank Westermann (neu, Anwalt), Wilhelm Schwellenbach, Christoph Metzelder (neu), Jochen Terhaar (neu) und Werner Bisplinghoff.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Die neue Führungsriege hat hohe Ziele.

    Foto: Jürgen Peperhowe

 

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4370451?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686137%2F2686209%2F2686789%2F
Nachrichten-Ticker