Fußball: 3. Liga
1:1 gegen Kiel hilft Preußen nur wenig

Der SC Preußen kommt in der 3. Liga nicht vom Fleck. Schlecht ist vor allem, dass der Fleck Platz 20 ist. Das Schlusslicht steigerte sich beim 1:1 (0:1) gegen Holstein Kiel immerhin nach der Pause und rettete durch einen Elfmeter von Michele Rizzi einen Punkt.

Samstag, 29.10.2016, 17:40 Uhr aktualisiert: 30.10.2016, 12:01 Uhr
Fußball: 3. Liga : 1:1 gegen Kiel hilft Preußen nur wenig
Foto: Jürgen Peperhowe

Es bleibt eine ganz schwierige Mission, den SC Preußen irgendwie zum Klassenerhalt zu führen. Ja, diese Mannschaft kämpft unentwegt. Doch die Talsohle, die sich durch Probleme im Kreieren von Torchancen und große Abwehrlücken kennzeichnet, ist noch längst nicht durchschritten, wie das 1:1 gegen Kiel zeigte. Der Tabellenletzte sucht nun weiter verzweifelt den Anschluss ans Mittelfeld, Punkte für die Moral gibt es nicht. Und die Spiele allein bis zur Winterpause werden immer weniger.

Tobias Rühle, der unermüdlich rackerte, sagte hinterher: „Natürlich ist das erst mal ein Punktgewinn für uns. Aber der Druck war immens, die erste Halbzeit kann ich mir auch nicht erklären. Danach haben wir uns aber deutlich gesteigert.“ Trainer Benno Möhlmann pflichtete bei: „Wir sind schlecht ins Spiel gekommen und haben viel Glück gehabt. Kurz vor der Pause sind wir endlich aufgewacht und haben auch mal Zweikämpfe gesucht. In der zweiten Hälfte wurden wir mutiger, haben etwas probiert. Und das ist das, was wir in dieser Phase machen müssen. Dass die Mannschaft noch lange nicht über dem Berg ist, hat man in der Schlussphase gesehen. Da haben wir in Überzahl nicht eine Aktion vors Tor bekommen.“

SC Preußen Münster - Holstein Kiel

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  • Um 14 Uhr am Samstagnachmittag war Anstoß im Preußenstadion. Der SCP empfing Holstein Kiel. Zugleich war dies das erste Heimspiel des neuen Trainers Benno Möhlmann - er wollte einen Sieg landen.

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  • Turbulenter Auftakt bei der Partie SC Preußen Münster gegen Holstein Kiel. Über 6000 Zuschauer waren ins Preußenstadion an Hammer Straße geströmt.

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  • SCP-Coach Benno Möhlmann wacht am Spielfeldrand über das Geschehen.

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  • Amaury Bischoff nach seinem verschossenen Elfmeter.

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  • Kiels Torhüter Kenneth Kronholm hält den Elfmeter von Bischoff.

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  • Tor durch Manuel Janzer zum 1:0 gegen Max Schulze Niehues.

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  • Weitere Impressionen des Spiels...

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Der Coach würfelte sein Team beim Heimdebüt gehörig durcheinander und ließ zwecks Stabilität im 4-2-3-1 spielen. Bennet Eickhoff stand gar nicht mehr im Kader, ihn ersetzte als Rechtsverteidiger Stéphane Tritz. Sinan Tekerci und Cihan Özkara saßen nur noch auf der Bank, Sandrino Braun fehlte verletzt. Neu in der Startelf war Jeron Al-Hazaimeh , der hinten links begann. Benjamin Schwarz rückte von dort auf die Sechs, Michele Rizzi eine Stelle vor auf die Zehn. Neben ihm in der offensiven Dreierreihe begannen Mehmet Kara (links) und Tobias Rühle (rechts), der in der Spitze Youngster Tobias Warschewski Platz machte. Dieser durfte erstmals in der 3. Liga von Beginn an ran.

Mit vier neuen Gesichtern lief der SCP also auf - und hatte nach nicht mal 40 Sekunden Glück, als Alexander Bieler den Ball aus Rücklage über den Kasten der Hausherren setzte. Vier Minuten später hätte es eigentlich spätestens klingeln müssen, als Dominick Drexler und Manuel Janzer binnen weniger Sekunden freie Bahn hatten, aber am glänzenden Max Schulze Niehues scheiterten (5.). Leichtes Chaos in der Hintermannschaft in der Anfangsphase. Und später hatte Ex-Preuße Dominik Schmidt, den Teile der Gegengerade leise auspfiffen, eine sehr gute Kopfballchance (17.).

Einzelkritik (SC Preußen Münster - Holstein Kiel)

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  • Lennart Stoll: Zehn Minuten als zusätzliche Offensivkraft, doch kein entscheidende Impuls.

    Keine Note

    Foto: Preußen Münster
  • Cihan Özkara: Drei Minuten plus Nachspielzeit dabei. Fiel nicht auf.

    Keine Note

    Foto: Preußen Münster
  • Sinan Tekerci: Kam mit dem Ausgleich für Kara, setzte sich aber kaum in Szene.

    Keine Note

    Foto: Preußen Münster
  • Max Schulze Niehues: In den ersten zehn Minuten unter Dauerbeschuss, dabei war sogar eine Dreifachparade notwendig. Später kaum mehr geprüft, aber stets hellwach.

    Note: 2

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  • Stéphane Tritz: Zuletzt ein Sorgenkind hinten rechts. Diesmal mit einer stabilen Vorstellung, teils sogar technisch ansprechend. Etwas wenig Offensivaktionen.

    Note: 3

    Foto: Preußen Münster
  • Ole Kittner: Wieder mit der Kapitänsbinde. Doch gerade in der ersten Hälfte schwamm er mit in einer unsicheren Deckung. Wurde mit der Zeit sicherer.

    Note: 3,5

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  • Michele Rizzi: Neue Rolle als Zehner, doch es fehlt ihm weiter an Bindung, an Situationsglück, an Genauigkeit. Klasse jedoch, wie der Ex-Kapitän beim Elfmeter in die Bresche sprang.

    Note: 3,5

    Foto: Preußen Münster
  • Amaury Bischoff: Ein verschossener Elfmeter kann passieren. Das Problem des Franzosen bleiben vielmehr das läuferische Defizit und die Zweikampfschwäche.

    Note: 4

    Foto: Preußen Münster
  • Tobias Rühle: Anfangs versprangen ihm einige Bälle, doch als Münster in der zweiten Hälfte anzog, war er die Triebfeder. Holte zahlreiche Freistöße raus.

    Note: 2,5

    Foto: Preußen Münster
  • Tobias Warschewski: Es war schon beeindruckend, wie der Youngster in der ersten Hälfte voranging. Kämpferisch 1a, ein echter Wuseler. Tauchte später jedoch etwas unter.

    Note: 3,5

    Foto: Preußen Münster
  • Benjamin Schwarz: Diesmal im defensiven Mittelfeld aufgeboten, wo er sich immer wieder wie erhofft in die Zweikämpfe warf. Neuerdings Standard-Schütze.

    Note: 3

    Foto: Preußen Münster
  • Sebastian Mai: Kleine Wackler sind zwar meist mit drin, doch insgesamt auf derm aufsteigenden Ast. Übernimmt Verantwortung, holte den Elfmeter raus.

    Note: 3

    Foto: Preußen Münster
  • Mehmet Kara: Einige ganz nette Aktionen auf der rechten Seite, aber alles in allem doch wieder eine wenig effektiver Auftritt. Als Erster ausgewechselt.

    Note: 4,5

    Foto: Preußen Münster
  • Jeron Al-Hazaimeh: Viel Zutrauen in seine einstige Stärke hat der Linksverteidiger noch nicht. Suchte vorbildlich den Weg nach vorn. Es fehlt aber noch an Präzision.

    Note: 3,5

    Foto: Preußen Münster

Auf der anderen Seite dann eine knifflige Szene: Warschewski behauptete sich gut gegen Rafael Czichos, spielte nach rechts raus zu Rühle und wurde dann vom Holstein-Verteidiger am Bein getroffen, sodass er behandelt werden musste (19.). Kein Pfiff, dazu ein eher harmloser Abschluss von Rühle - da kochte die Fanseele bereits. Fast im Gegenzug dann der x-te Genickschlag in dieser Saison für Münster. Kingsley Schindler durfte von rechts ungehindert flanken und fand am Fünfer Janzer, der mühelos und ungedeckt aus Kurzdistanz einköpfen durfte (22.).

Ja, unverdient war dieser Rückstand keineswegs. Die Preußen liefen zuweilen hinterher, waren in den meisten Zweikämpfen unterlegen, verloren haufenweise unnötig Bälle. Und von einer kompakten Deckung war das Team weit entfernt. Czichos hätte noch vor der Pause mit einem Kopfball erhöhen können (39.). Und obwohl der Gastgeber seine Bemühungen etwas intensivierte, war er mit dem 0:1 gut bedient.

Blickpunkt Preußen Münster

"Die Preußen-Bilanz bleibt erschreckend": Den Kommentar unseres Redaktionsmitglieds Thomas Rellmann finden Sie hier .

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Doch halt, da war ja noch eine Szene kurz vor dem Ende der ersten Hälfte. Eine, die ins traurige Bild passte. Nach einem langen Ball von Warschewski verschätzte sich Arne Sicker und holte mit einem Reflex Rühle von den Beinen. Auch wenn Referee Benedikt Kempkes zögerte: ein klarer Elfmeter. Doch dann nahm das nächste Unheil seinen Lauf. Dominic Peitz flüsterte Kenneth Kronholm die Ecke - und der Torhüter parierte tatsächlich klasse gegen den Schuss von Amaury Bischoff (45.). Jetzt kam aber auch alles zusammen… Sebastian Mai hatte in der Nachspielzeit sogar noch eine Kopfballchance, die Kugel landete aber in Kronholms Armen (45.+2).

So ehrlich muss man sein, der Ausgleich hätte den Spielverlauf bis dahin ein wenig verzerrt. Nach dem Seitenwechsel bekamen dann dieselben elf Preußen die Chance, es besser zu machen. Und ja, es wurde ansehnlicher. Rühle machte viel Alarm über rechts, zog einige Fouls, die Münsteraner nahmen die Dinge nun selbst in die Hand. Nur die ganz große Torgefahr fehlte bei den zahlreichen Standards. Kiel hingegen zog sich weit zurück.

Re-Live

Den Liveticker zum Nachlesen finden Sie hier .

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Erneut half dann ein Strafstoß dem SCP aus der Patsche. Bischoff bediente Warschewski im Sechzehner, der leitete den Ball über Umwege zu Mai, den Czichos im Gewühl zu Fall brachte. Auch diese Entscheidung war okay. Und diesmal verzichtete Bischoff zugunsten von Rizzi. Der Ex-Kapitän schritt zum Punkt und verlud Kronholm - 1:1 (68.).

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SCP-Coach Benno Möhlmann. Foto: Jürgen Peperhowe

Doch ein Punkt reichte Möhlmann natürlich nicht in der augenblicklichen Lage. Nach dem Ausgleich verflachte die Partie jedoch etwas. Weil die Preußen vorsichtiger wurden, aber auch weil Holstein wieder früher störte. Lennart Stoll kam noch für Al-Hazaimeh, also mehr Offensive. Dass der Gast die letzten fünf Minuten plus Nachspielzeit zu zehnt agieren musste, weil sich nach drei Auswechslungen Alexander Bieler schwer verletzte, wirkte sich auch nicht mehr aus. Eher packten die Kieler in Unterzahl die Brechstange aus. Als der Abpfiff nach langer Extrazeit erfolgte, jubelte keine der beiden Seiten. 

Preußen Münster

Schulze Niehues - Tritz, Kittner, Mai, Al-Hazaimeh (81. Stoll) - Bischoff, Schwarz - Rühle, Rizzi, Kara (68. Tekerci) - Warschewski (87. Özkara)

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Holstein Kiel

Kiel: Kronholm - Herrmann, Schmidt, Czichos, Sicker (54. Lewerenz) - Peitz - Schindler, Siedschlag (64. Hohenender), Drexler, Bieler - Janzer (80. Fetsch)

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Mehr Informationen zum Spiel

Tore: 0:1 Janzer (22.), 1:1 Rizzi (68./FE)
Zuschauer: 6183
Schiedsrichter: Benedikt Kempkes (Thür)
Gelb: Kittner, Rizzi, Bischoff / Sicker, Siedschlag, Peitz
Besonderes Vorkommnis: Kronholm hält Foulelfmeter von Bischoff (45.)

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