Preußen Münster
Klarstellung von Ex-Präsident Krimphove: „Geordnete Verhältnisse übergeben“

Münster -

„Wir haben“, sagt Georg Krimphove mit fester Stimme, „den Verein in geordnetem Zustand übergeben.“ Der Vorgänger von Christoph Strässer im Amt des Präsidenten von Preußen Münster, lässt keinen Zweifel daran, wie es um die Finanzen des Clubs bestellt ist. Schließlich fand die Übergabe im Oktober statt, Krimphove und seine Mannschaft um Finanzvorstand Mike Schmitz sowie Thomas Bäumer, ehemaliger Aufsichtsrats-Vorsitzender, wissen um die Kennzahlen des Wirtschaftsjahres 2015/16 genauso Bescheid wie über die Planungen für die Saison 2016/17.

Dienstag, 22.11.2016, 07:30 Uhr aktualisiert: 22.11.2016, 14:27 Uhr
Ex-Chefs: der ehemalige Präsident Georg Krimphove (l.) mit Ex-Aufsichtsratsvorsitzendem Thomas Bäumer.
Ex-Chefs: der ehemalige Präsident Georg Krimphove (l.) mit Ex-Aufsichtsratsvorsitzendem Thomas Bäumer. Foto: Peperhowe

Im Profi-Fußball wird das Geschäftsjahr immer vom 1. Juli bis 30. Juni berichtet. Und, so Bäumer über die Finanzflüsse eines Profi-Clubs: „Am Anfang des Geschäftsjahres schwimmt ein Club förmlich im Geld, am Ende wird es oft knapp und man bekommt dünnere Beine. Aber Profifußball ist auch nicht mit einem normalen Geschäftsbetrieb zu vergleichen.“

Und das Führungsgespann des Clubs, welches über eine Dekade die Zügel in der Hand hielt, stellt aus seiner Sicht klar: „In der vergangenen Spielzeit haben wir den Turnaround geschafft, das Ergebnis von 2015/16 wird rund plus 200 000 Euro ausweisen.“ Auch weil zuletzt von „finanzieller Schieflage“, deren Ursachen in der Vergangenheit liegen sollen, gesprochen wurde, trat die Ex-Führungsriege nach vorne und stellte fest:

► Etat: In der Saison 2015/16 betrug der Etat 8,277 Millionen Euro (2014/15: 8,218). Aktuell, auch um Kosten zu senken, wurde bei der Lizenzierung mit 7,4 bis 7,5 Millionen Euro geplant.

► Jahresergebnis: Das soll für 2015/16 bei knapp 200 000 Euro liegen. Wäre alles nach Plan gelaufen, hätte der SCP für 2016/17 ein Ergebnis von plus 248 000 Euro angestrebt. Durch das Trainingslager im Januar sowie die Verpflichtung von Benno Möhlmann als Nachfolger von Horst Steffen wurde in der so genannten Nach-Lizenzierung Ende Oktober noch vom alten Finanzvorstand Mike Schmitz das zu erwartenden Ergebnis auf plus 30 000 Euro gesenkt.

► Liquidität: Die Freigabe der Liquiditäts-Reserve über geschätzt rund 400 000 Euro wurde vom Deutschen Fußball-Bund nicht erteilt. Das ist der Trainerentlassung sowie den zu erwartenden Kosten in dieser Saison geschuldet. Zumal der DFB auch davon ausgeht, dass Wintertransfers den Etat zusätzlich belasten könnten. Die Liquiditäts-Reserve kann Vereine gerade in der Endphase der Saison vor Engpässen bei Gehaltszahlungen bewahren. Aktuell dürfte dem DFB die Gegenfinanzierung der Möhlmann-Verpflichtung fehlen. Die hatte es zum Beispiel bei der Nach-Verpflichtung von Ole Kittner im September gegeben.

► Rücklagen: Nach Aussage der früheren Entscheider­ riege wurden aus dem Lagardere-Vertrag zwei 200 000-Euro-Margen als Sicherheit zurückgehalten. Zudem wird der Verein noch drei von vier TV-Geld-Zahlungen erhalten.

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