So., 07.05.2017

Smart-Beach-Tour Rio-Heldinnen Ludwig/Walkenhorst triumphieren beim Start in Münster

Siegreich auch in Münster: Kira Walkenhorst und Laura Ludwig (r.)

Siegreich auch in Münster: Kira Walkenhorst und Laura Ludwig (r.) Foto: fotoideen.com

Münster - 

Am Ende jubelten nach drei mehr als erfolgreichen Tagen zwei hochdotierte Teams auf dem Schlossplatz. Den Auftakt der Smart-Beach-Tour gewannen die Rio-Heldinnen Kira Walkenhorst und Laura Ludwig sowie bei den Herren Alexander Brouwer/Robert Meeuwsen aus den Niederlanden.

Von Henner Henning

Was war das für ein Finale! Die beiden besten deutschen Beachvolleyball-Teams wurden ihrem Ruf gerecht und betrieben im Endspiel des Supercups von Münster beste Werbung für ihren Sport.

"Das beste Finale der Smart-Beach-Tour"

Die Weltranglistendritten Chantal Laboureur und Julia Sude lieferten den Olympiasiegerinnen Laura Ludwig und Kira Walkenhorst einen Krimi in Überlänge, den am Ende der 68 Minuten die Nummer eins der Welt mit 27:29, 21:19, 25:23 gewann. „Das war wohl das beste Finale, das wir je auf der Smart-Beach-Tour gesehen haben“, sagte die TV-Expertin und frühere Ludwig-Partnerin Sara Niedrig.

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Es waren nur Nuancen, die entschieden haben

Chantal Laboureur

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Es war in der Tat eine ganz große Show, die sich die beiden deutschen Top-Duos auf dem Schlossplatz lieferten. Dabei schlug Ludwig nach ihrer Schulteroperation noch von unten auf und agierte dosiert im Angriff – dafür aber mit ganz viel Auge und noch mehr Gefühl. „Es war schon tricky, wie Laura gespielt hat. Aber die beiden haben es geschafft, den Druck hochzuhalten“, erklärte Laboureur, die sich nach der Niederlage ärgerte. „Es waren nur Nuancen, die entschieden haben.“

Fotostrecke: Smart Super Cup Münster 2017

Spektakuläre Block- und typische Abwehraktionen

Um genau zu sein, waren es in der Summe zwei Punkte Unterschied, mit denen nach dem ersten Abschnitt Laboureur/Sude vorne lagen – und das nach einem 15:20-Rückstand und der Abwehr von sieben Satzbällen. „Zwischendurch ist uns etwas die Präzision flöten gegangen, das hat uns den Durchgang gekostet“, sagte Walkenhorst, die wie Sude immer wieder mit spektakulären Blockaktionen glänzte.

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Wie etwa zum 20:19, als sie Laboureurs Angriff aus dem Weg räumte und so den Weg zum Tiebreak ebnete. Und der wurde richtig dramatisch. Acht Matchbälle ließen Ludwig/Walkenhorst ungenutzt, zwischendrin hatten Laboureur/Sude beim 18:17 und 21:20 zwei Siegchancen. Die neunte nutzte dann Ludwig mit einer für sie typischen Abwehraktion, nachdem ihre 1,85 Meter große Partnerin einen Block ausgepackt hatte. „Das Turnier war eine Herausforderung. Aber ich bin glücklich, dass wir uns entschieden haben, hier zu spielen“, sagte Ludwig.

Hinter den beiden Top-Teams sicherte sich die Nummer drei der Setzliste den dritten Platz. Karla Borger und Margareta Kozuch vom TuS Haltern bezwangen im kleinen Finale Madelein Meppelink/Sophie van Gestel (Niederlande) mit 21:16, 21:14.

Favoriten unterstreichen ihre Extraklasse

Nach diesem Wahnsinnsspektakel hatten die Männer die undankbare Aufgabe, in den Sand zu müssen und ihre Sieger zu ermitteln. Am Ende standen die Niederländer Alexander Brouwer/Robert Meeuwsen ganz oben, die Weltranglistenvierten und Bronze-Medaillengewinner von Rio machten beim 21:17, 21:13 kurzen Prozess mit dem Überraschungsteam des Turniers, Philipp Bergmann und Yannic Harms.

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Um zu gewinnen, hätte alles passen müssen. Es war beeindruckend, wie beide aufgeschlagen haben

Yannic Harms

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Stabil im Side-Out und immer für ein Break gut unterstrichen die Favoriten ihre Extraklasse, fast fehlerfrei spulten sie ihr Pensum herunter. „Um zu gewinnen, hätte alles passen müssen. Es war beeindruckend, wie beide aufgeschlagen haben“, sagte Harms, der aber mit dem zweiten Platz in diesem top-besetzten Feld bestens leben konnte.

Glücklich waren natürlich auch die Niederländer, die sich bei ihrer Premiere auf der deutschen Tour den Turniersieg schnappten und im Triumph nicht den Verlierer vergaßen. „Bergmann und Harms haben am Wochenende sieben Spiele gemacht. Großer Respekt. Ich hoffe, dass wir nie in einem Turnier sieben Spiele machen müssen“, sagte ein gut gelaunter Brouwer, der wie alle Platzierten die Siegerehrung in vollen Zügen genoss.

Kommentar: Spiel, Sport und Spaß

Volle Tribünen, beste Stimmung und Sport auf Weltklasse-Niveau. Der Auftakt der Smart-Beach-Tour war in jeder Hinsicht ein voller Erfolg. Am Samstagnachmittag bei bestem Wetter war der Schlossplatz pickepackevoll, die überragend besetzten Felder – so qualitativ gut war ein Turnier der Serie noch nirgendwo bestückt – lockte die Zuschauer in Massen an.

Dass das Rezept „Top-Beachvolleyball gepaart mit Partystimmung“ funktioniert, ist sicher keine Neuigkeit. Münster lieferte an den drei Tagen den besten Beweis und untermauerte damit seinen Ruf, zu den angesagtesten Standorten der nationalen Serie zu zählen. Einen Kritikpunkt aber gibt es dann doch. Am Freitag spielten in der Qualifikation die beiden münsterischen Herren-Teams ausschließlich auf dem etwas versteckt liegenden Court 4. Mit ein wenig Fingerspitzengefühl hätten die Veranstalter die Aktiven und ihren Anhang glücklich machen können mit einer Verlegung ins Zentrum des Geschehens. Aber dies ist der einzige Makel, denn eines hat das Wochenende mal wieder gezeigt: Beachvolleyball und Münster, das passt.

Henner Henning



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