Rudern: Europameisterschaft
Quartett des RV Münster holt Gold bei der Junioren-EM

Münster/Krefeld -

Alle tragen sie den roten Brustring der deutschen Nationalmannschaft, aber alle sind die auch für den RV Münster aktiv. Ein reines Münster-Quartett ist bei der Junioren-EM im Rudern allen anderen Nationalmannschaften des Kontinents davongerudert.

Sonntag, 21.05.2017, 18:32 Uhr
Befreiender und befreiter Jubel im Ziel: John Heithoff, Mika Kohout, Ole Kruse und Yannik Sacherer (v.l.n.r.) haben für Deutschland den Europameistertitel errudert.
Befreiender und befreiter Jubel im Ziel: John Heithoff, Mika Kohout, Ole Kruse und Yannik Sacherer (v.l.n.r.) haben für Deutschland den Europameistertitel errudert. Foto: Detlev Seyb

Mit einem Start-Ziel-Finalsieg über die favorisierten Ruderer aus Rumänen sorgte der Deutschland-Vierer mit den Münsteranern John Heithoff, Mika Kohout, Ole Kruse und Yannik Sacherer für einen der Höhepunkte der U-19-Europameisterschaften in Krefeld. „Ein herausragendes Rennen“, lobte Coach Marc Rossmeier seine Crew. Auch Bundestrainerin Brigitte Bielig zeigte sich hochzufrieden. 6:15,54 Minuten brauchten die Münsteraner und damit etwa 2,5 Sekunden weniger als die Rumänen. Die Bronzemedaille sicherte sich das österreichische Quartett.

Schlag für Schlag erarbeitete sich das deutsche Boot diese Führung. Nach 500 Metern waren es nur drei Zehntel Sekunden, nach der Streckenhälfte schon mehr als eine Sekunde. „Als wir nach 1250 Metern fast eine Länge hatten, war klar, dass hier Gold drin war“, so Schlagmann John Heithoff. „Die Münsteraner sind körperlich nicht die stärksten, aber das sind Terrier“, charakterisierte Regattasprecher Boris Orlowski den Biss des RVM-Quartetts in Diensten des Deutschen Ruderverbandes in seiner Streckenreportage.

„Wir haben die EM in Absprache mit der Bundestrainerin ohne besondere Vorbereitung aus dem Training heraus gefahren. Das Team wird erst zur WM-Nominierung in fünf Wochen topfit sein. Umso höher ist der Sieg gegen diese Weltklassemannschaft zu bewerten“, erläuterte Rossmeier die um so bemerkenswertere Vorstellung seiner Schützlinge. Schon mit dem Vorlaufsieg am Samstag machte der Vierer deutlich, dass diese deutsche Mannschaft beim ersten gemeinsamen internationalen Wettkampf in die Medaillenränge fahren kann.

Doch die Rumänen siegten ebenfalls in ihrem Vorlauf und gaben hier eine besonders beeindruckende Vorstellung, die ihnen die Favoritenrolle einbrachte. Um den Titel zu feiern, bleibt den vier Münsteranern allerdings wenig Zeit. In zwei Wochen bittet der Deutsche Ruderverband in Hamburg zur Leistungsüberprüfung. Dann müssen die beiden Viererhälften die Plätze eins und zwei der Zweier-Rangliste verteidigen. In fünf Wochen schließlich wird in München bei den Deutschen U-19-Meisterschaften der deutsche Meister für die Junioren-WM in Litauen nominiert. Nach dem furiosen Finalrennen auf dem Elfra­ther See bei Krefeld dürften aber wenig Experten daran glauben, dass ein anderes Boot am RVM-Vierer vorbei fährt – zumindest wenn die Crew gesund bleibt. „Die Jungs sind in ihrer Bootsklasse derzeit in Deutschland das Maß aller Dinge“, freute sich RVM-Vorstandssprecher Dirk Bensmann, um dann nachzuschieben: „Wahrscheinlich nicht nur in Deutschland … “.

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