Boxen: Vergleichskampf in Münster
Ring frei im Hexenkessel - Boxzentrum Münster bezwingt BSK Seelze mit 15:7

Münster -

Die Generalprobe für einen möglichen Oberliga-Start des Boxzentrums aus Münster ist geglückt. Vor 600 Zuschauern in eigener Halle wurde Erstligist BSV Seelze bezwungen. Doch am 2. Juli in Frankfurt wird nun eine noch wichtigere wegweisende Entscheidung für den Faustkampf-Club gefällt.

Sonntag, 21.05.2017, 19:53 Uhr aktualisiert: 22.05.2017, 11:22 Uhr
Umkämpft: Das Gefecht zwischen Yigitcan Özev aus Münster (r.) und Bashir Idiev endete ohne Verlierer.
Umkämpft: Das Gefecht zwischen Yigitcan Özev aus Münster (r.) und Bashir Idiev endete ohne Verlierer. Foto: Peter Leßmann

Das Allerbeste war für die letzten neun Minuten, aufgeteilt in drei Runden, aufgehoben worden. Das, was Naziri Piraki vom Boxzentrum Münster und Hasan Özer (BSK Seelze-Hannover) an Energie, Kraft und Schlägen in das Ringgeviert warfen, das war Mittelgewichtsboxen der ersten Güteklasse in Deutschland. Für fast alle der 600 Zuschauer war das feinste Werbung für den Faustkampf. Der Vergleichskampf zwischen der in der Findungsphase befindlichen Equipe des Boxzentrums und dem Erstligisten aus Seelze endete mit einem 15:7-Erfolg der Gastgeber aus Münster.

Dabei hatte Jürgen Kyas (Lengerich) bereits vor dem ersten Gongschlag eine zentrale Aussage getätigt: „In kürzester Zeit werden wir noch in Klausur gehen, dass wir am 2. Juli in Frankfurt beim DOSB den Zuschlag als Bundesstützpunkt der Elite bekommen.“ Das sagte der Präsident des Deutschen Boxsportverbandes und bezog eindeutig Stellung für eine weitere Aufwertung des Nachwuchs-Bundesstützpunktes Münster. Die Gastgeber, allen voran Boxzentrums-Präsident Dr. Ulrich Thelen, vernahmen das mit Gefallen. Und, so Thelen zu der Veranstaltung selbst: „Es ist sehr gut gelaufen. Unser neuer Beirat war ganz begeistert. Und die Aussage des Verbandschefs war klar.“

Nahezu ausverkauft war der Vergleichskampf mit Seelze, die einen Teil ihrer Bundesliga-Mannschaft mitgebracht und sich zudem mit der polnischen Topboxerin Eva Gavenda verstärkt hatten. Für die Hausherren war es einerseits eine Nabelschau der aktuellen Wettkampfathleten, auf der anderen Seite ein Test für den geplanten Anlauf in der Oberliga im Herbst. Und spätestens Ende 2018 hofft man dann auf einen Erstliga-Startplatz.

„Was für ein Wettkampf, besser geht es nicht“, schwärmte Cheftrainer Prof. Farid Vatanparast überschwänglich. „Die Stimmung war super, das Rahmenprogramm war super, die Kämpfe waren super, und am Ende war das ein richtiger Hexenkessel.“

Popsängerin Katharina Popp sorgte für musikalische Kurzweil, doch im Mittelpunkt stand der Sport. Vor der Pause traten die Nachwuchsathleten in Erscheinung. Eduard Schurbin und Max Becker, aber dann vor allem Nuradi Abacarov und Thahel Rentmeister sorgten für erste Stimmungswellen. Nach der Pause waren die Eliteboxer dran. Die neue Eliteboxerin Dilara Gökalan bekam gegen Gavenda einen Vorgeschmack, was ihr in der Frauenklasse bevorsteht. Ein mutiger Kampf von ihr, aber die Polin siegte.

Doch Vatanparast hatte seine Topathleten für das Finale aufgehoben. Münsters Yigitcan Özev (60 kg) musste sich gegen Bashir Idiev mit einem Unentschieden begnügen. Elah Al-Maghamseh (69 km) gewann einen phasenweise wüsten Schlagabtausch gegen Yunus Ceyhan vorzeitig – sein Gegner wurde wegen unsportlichem Verhaltens (Nachschlagen nach Rundenende) disqualifiziert. Aber Piraki (bis 75 kg) setzte dem 15:7-Erfolg dann die Krone auf.

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