Leichtathletik: Münsterlandmeisterschaften
Herden macht bei Münsterlandmeisterschaften einen Satz

Münster -

Volle Hütte am Horstmarer Landweg: 500 Athleten tummelten sich bei den Münsterlandmeisterschaften des SC Preußen. Mit Erfolg – vor allem aus heimischer Sicht.

Montag, 22.05.2017, 16:28 Uhr aktualisiert: 26.05.2017, 11:58 Uhr
Luka Herden von der LG Brillux Münster hob am Wochenende ab und landete erst nach bärenstarken 7,21 Meter wieder.
Luka Herden von der LG Brillux Münster hob am Wochenende ab und landete erst nach bärenstarken 7,21 Meter wieder. Foto: Peter Leßmann

Es war nicht ganz leicht, an den drei Tagen auf der Leichtathletik-Anlage am Horstmarer Landweg immer den Überblick zu bewahren: 500 Athleten hatten für die Münsterlandmeisterschaften gemeldet, 1200 Starts mussten absolviert, die dazugehörigen Leistungen korrekt und zeitnah vermessen, gestoppt und verarbeitet werden. Kein Wunder, dass Frank Bartschat und sein Team vom SC Preußen Münster, der die Wettkämpfe für den ausrichtenden Kreisleichtathletikverband durchgeführt hatte, am Sonntagabend einmal großflächig die Stirne vom Schweiß befreien mussten. „Aber es war, das haben uns alle hinterher bescheinigt, eine tolle Veranstaltung“, freute sich Bartschat nach getaner Arbeit über die verdienten Streicheleinheiten der Wettkämpfer, die von 60 freiwilligen Helfern bestens unterstützt und versorgt worden waren.

Zur guten Laune trug zweifellos auch bei, dass die Leistungen sich dem Niveau der Veranstaltung nahtlos anpassten. Natürlich freute sich Bartschat aus Preußensicht über 15 erste Plätze, zehn zweite und fünf dritte sowie zehn weitere Qualifikationsnormen für die Deutschen Meisterschaften im Aktivenbereich, bei der U 23 und der U 20.

Dass eine der Top-Leistungen des Wochenendes nicht dann den Preußen-Stempel trug, störte Bartschat nicht. „Luka Herdens Sprung war schon herausragend“, kommentierte der Preußen-Trainer den 7,21-Meter-Satz des LG-Brillux-Athleten. Herden nutzte die optimalen Voraussetzungen bei 1,9 Meter Rückenwind zu einem nahezu perfekten Sprung, der den 17-Jährigen bis auf vier Zentimeter an die Norm für die U-18-WM in Nairobi herantrug. Doch auch die eigenen Athleten bereiteten dem Preußen-Coach größtes Vergnügen und verewigten diese Titelkämpfe zudem in den historischen Rekordlisten. Allen voran die 4x100-Meter-Staffel der U 23, die den 45 Jahre alten Kreisrekord der LG Ratio aus den Listen löschte. Lukas Gänginger, Björn-Ole Klehn, Jonas Breitkopf und Mathis Leon Wilhelm trommelten die 400 Meter in im Münsterland bislang unerreichten 41,48 Sekunden auf die Bahn – gleichzeitig bedeutete dies die Qualifikation für die Aktiven-DM im Juli in Erfurt. Einen geschichtsträchtigen Auftritt legte auch Hammerwerfer Tom Brack hin, der am Eröffnungsfreitag bei strömenden Regen zunächst in der U-20-Konkurrenz den Sechs-Kilo-Hammer auf 58,94 Meter schleuderte, und anschließend zum schweren Gerät griff (7,25 Kilo) – und dieses 53,21 Meter weit hinaus beförderte. Weiter als je zuvor im Münsterland, die bisherige Bestleistung aus dem Jahr 1969 (!) ist damit Geschichte. Jonas Breitkopf rannte die 200 Meter in 21,58 Sekunden – und damit direkt zur U-23-DM nach Leverkusen. Drei Hundertstel fehlen dem Preußen-Sprinter noch zur DM-Norm der Aktiven. Lukas Gängiger benötigte über die gleiche Distanz 22,47 Sekunden – das reicht für das Ticket zur U-20-DM. Topleistungen verbuchten auch zwei weitere 4x100-Meter-Staffeln der Preußen: Tabea Christ, Imke Daalmann, Frieda Breitkopf und Johanna Hartig knackten in 47,23 Sekunden mit einem Streich die Normen für die U-20-, U-23- und die Aktiven-DM. Mit etwas Abstand brachte hinter der Preußen-U-20-Staffel Nele Böse den Stab für das U-18-Quartett der Preußen ins Ziel. 49,93 Sekunden bescherten Böse, Berenike Paul, Alena Fischbach und Christina Dalhoff die Norm für die U-23-DM.

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