Boxen: Leistungszentrum
Münster und Köln ringen um die Olympiaboxer

Münster -

Im Ring sind die Regeln klar, außerhalb wird es schon schwieriger: Aktuell stehen sich im Kampf um die Olympischen Ringe außerhalb des Rings die Stützpunkte aus Münster und Köln gegenüber. Wo werden sich die Olympiaboxer auf Tokio vorbereiten? Der Sieger wird Anfang Juli verkündet.

Dienstag, 23.05.2017, 12:12 Uhr aktualisiert: 23.05.2017, 19:49 Uhr
Starke Partie, Hoffnungsträger für das Boxzentrum Münster: Naziri Piraki (links) überzeugte im Vergleichskampf gegen Hasan Özev.
Starke Partie, Hoffnungsträger für das Boxzentrum Münster: Naziri Piraki (links) überzeugte im Vergleichskampf gegen Hasan Özev. Foto: Peter Leßmann

Der Deutsche Boxsport-Verband (DBV) überarbeitet seine Homepage. Wo der virtuelle Weg zu der Struktur der Bundesstützpunkte führt, steht aktuell ein „ist in Überarbeitung“. Am 2. Juli dürften alle mehr wissen, ob der nationale Nachwuchsstützpunkt Münster oder Köln für den Zeitraum von 2017 bis 2020 zur Kaderschmiede der Eliteboxer erhoben wird. Die Betreuung der besten deutschen Faustkämpfer für Olympisches Boxen soll in einem Drei-Jahres-Plan vergeben werden, und da konkurriert das Boxzentrum aus Münster mit der SC Colonia Köln 06 um eine der Schlüsselpositionen.

Münster oder Köln? Am Sonntag jedenfalls stellte DBV-Präsident Jürgen Kyas aus Lengerich klar, dass für ihn Münster beste Chancen haben dürfte vor dem Deutschen Olympischen Sportbund in Frankfurt. Der DOSB wird dann in Sachen Bundesstützpunkt für die Eliteboxer im Hinblick auf die Sommerspiele 2020 in Tokio die Pflöcke festsetzen.

Kyas’ Worte am Sonntag waren deshalb von Bedeutung, weil der Verbandschef vor rund 600 Zuschauern beim Vergleichskampf zwischen dem Boxzentrum Münster und Erstligist BSK Seelze (15:7) in die Öffentlichkeit ging. Im Hintergrund rangeln die beiden Clubs um das DOSB-Mandat. Köln verfügt über eine Tradition seit 1906, hat eine Nähe zur Deutschen Sporthochschule und kokettiert mit der eigenen Geschichte. Münster wirft beste Rahmenbedingungen mit dem fast neuen Boxzentrum, einem funktionierenden Trainerstab um Farid Vatanparast, das Sportinternat sowie eine Reihe von ambitionierten Athleten in den Ring.

Werbung betrieb Münster am Samstag mit einer reibungslosen Veranstaltung vor 600 Zuschauern, eine für Boxverhältnisse tolle Kulisse. Nach der Eröffnung im Jahr 2013 mit dem Ex-Weltmeister Vitali Klitschko, dem Länderkampf gegen Australien sowie dem Halbfinale der Westfalenmeisterschaften wurde erneut eine größere Veranstaltung gestemmt. Im kommenden Jahr will sich Münster erneut um die Vorrunde der Westfalen-Titelkämpfe bemühen, zudem fünf Kämpfe in der Oberliga ausrichten. Rund 70 000 Euro dürfte die Teilnahme an der Oberliga kosten, was nicht allein durch Zuschauereinnahmen zu stemmen wäre. „Organisatorisch und sportlich bekommen wir das hin, finanziell müssen wir uns strecken und Sponsoren finden“, sagt Vatanparast.

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