Volleyball: Bundesliga
Leonie Schwertmanns „Wunsch nach Veränderung“

Münster -

Als Schülerin kam Leonie Schwertmann zum USC Münster, als Nationalspielerin verlässt sie den Verein. Warum, das erklärt sie im Gespräch mit Redakteur Henner Henning.

Dienstag, 13.06.2017, 17:33 Uhr aktualisiert: 14.06.2017, 11:53 Uhr
Das USC-Trikot streift Leonie Schwertmann ab, die Kapitänin wechselt nach Vilsbiburg.
Das USC-Trikot streift Leonie Schwertmann ab, die Kapitänin wechselt nach Vilsbiburg. Foto: Jürgen Peperhowe

Sieben Jahre lang trug Leonie Schwertmann das Dress des USC Münster. 2010 kam die Mittelblockerin vom TV Wetter an den hiesigen Bundesstützpunkt und spielte sich zwei Jahre später in den Bundesliga-Kader. Nun zieht es die Kapitänin und Nationalspielerin, die sich mit der DVV-Auswahl in den vergangenen beiden Wochen erst für die WM qualifizierte und dann beim Volley Masters Platz zwei errang, zu den Roten Raben Vilsbiburg. Unser Redaktionsmitglied Henner Henning sprach mit der 1,91 Meter großen Mittelblockerin über die Nationalmannschaft, ihren Wechsel und ihre Zeit in Münster.

Erst die WM-Qualifikation in Portugal, dann der Erfolg in Montreux. Wie haben Sie die Tage im Nationaltrikot erlebt?

Leonie Schwertmann: Es waren unglaublich intensive Tage. In Porto war das Ziel, die Qualifikation im ersten Anlauf zu schaffen, wohingegen beim Turnier in Mon­treux das druckfreie Erfahrungen-Sammeln im Fokus stand. Das erste Ziel des Sommers haben wir souverän erledigt und konnten dann befreit in Montreux aufspielen. In Montreux habe ich wohl das beste Turnier meiner Karriere gespielt, gegen Top-Mannschaften wie Thailand, Brasilien und Argentinien, das motiviert unglaublich für den weiteren Sommer.

Personalplanungen beim USC

In der Schweiz wurde Ihr Wechsel vom USC nach Vilsbiburg bekannt. Wann reifte der Entschluss bei Ihnen?

Leonie Schwertmann: Gedanken habe ich mir schon sehr früh in der Saison gemacht. Zu Beginn des Jahres habe ich dann den Entschluss gefasst, dass es in der kommenden Saison an der Zeit ist, etwas Neues zu wagen. Mit Beginn des BWL-Studiums war mein Plan A ebendieses im besten Fall innerhalb von vier Jahren in Münster abzuschließen. Das ist nun der Fall und verschafft mir Luft für den Sport. Ich werde jetzt voll auf Volleyball setzen, das kommende Jahr ist richtungsweisend für den Verlauf meiner Karriere. Ich will mir später nicht vorwerfen, nicht alles ausgeschöpft und probiert zu haben, um oben anzukommen.

Was gab den Ausschlag, den USC zu verlassen?

Leonie Schwertmann: Ein Stück weit war das die Situation hier und der Verlauf der Saison. Jedoch war der Wunsch nach Veränderung schon vorher da. Der Hauptgrund, warum es dann Vilsbiburg geworden ist, war das lange und sehr gute Gespräch mit Trainer Timo Lippuner nach Ostern. Die Rolle des Trainers ist für mich und meine Entwicklung sehr wichtig. Timo Lippuner hat mir das Gefühl gegeben, dass er mich als erfahrene Spielerin ansieht und mit mir als Typ gerne arbeiten würde. Dazu mag ich seine moderne Art des individuellen Trainings. Das passt zu 100 Prozent in meinen Weg.

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Gab es neben dem Angebot aus Vilsbiburg weitere Kontakte, national oder international?

Leonie Schwertmann: Ich hatte noch weitere Kontakte, aber in Vilsbiburg hatte ich das beste Gefühl. Für mich stand ein Wechsel ins Ausland aber noch nicht zur Debatte, das ist meines Erachtens etwas zu früh. Aber für die Zukunft schließe ich es nicht aus. Im Gegenteil: Es ist sogar ein Ziel von mir, genau für diesen Sprung gut genug zu werden.

Blicken wir auf Ihre Zeit in Münster. Sie kamen als Schülerin und gehen als Kapitänin und Nationalspielerin. Was hat Sie hier am meisten geprägt?

Leonie Schwertmann: Das waren viele Sachen und Personen, die ich alle gar nicht aufzählen kann. Meine Zeit im Internat war prägend und richtungsweisend. Internatsleitung und Ersatzmama Ruth Funk sowie die anderen Betreuer sind einzigartig und machen tolle Arbeit. Der Stützpunkt insgesamt ist eine Herzensangelegenheit, deswegen kann ich nur auf die Vernunft des DOSB hoffen, damit der stärkste Hallen-Stützpunkt erhalten bleibt.

Als Trainer war Axel Büring für mich sehr wichtig. Wir sind beide Personen mit Ecken und Kanten, aber als Athletin habe ich dadurch entscheidende Entwicklungsschritte gemacht und habe Wertschätzung für meinen Typ erfahren. Wir haben immer Kontakt gehalten.

Frauen-Volleyball-Länderspiel: Deutschland - Ungarn

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  • Im Angriff: Münsters Leonie Schwertmann

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Frauen-Volleyball-Länderspiel: Deutschland - Ungarn Foto: Jürgen Peperhowe
  • Bundestrainer Felix Koslowski

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  • Frauen-Volleyball-Länderspiel: Deutschland - Ungarn Foto: Jürgen Peperhowe
  • Andreas Vollmer, Assistent des Bundestrainers und ehemaliger Coach von USC Münster

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  • In Aktion: Denise Hanke

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  • Schmetterschlag von Louisa Lippmann (r.)

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  • Im angriff: Jennifer Pettke

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  • Coach Felix Koslowski gibt Anweisungen

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  • Rettungsaktion von Jennifer Geerties

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  • Leonie Schwertmann

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  • Gemeinsamer Rettungsversuch: Denise Hanke und Lenka Dürr

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  • Frauen-Volleyball-Länderspiel: Deutschland - Ungarn Foto: Jürgen Peperhowe
  • Die Ex-Münsteranerin Louisa Lippmann im Angriff

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  • Andreas Vollmer freut sich mit dem Team

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  • Angriffsaktion...

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  • ...von Leonie Schwertmann...

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  • ...mit ungewissem Ausgang.

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  • Im Angriff: Louisa Lippmann

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Welche sportlichen Momente nehmen Sie aus Münster mit?

Leonie Schwertmann: Den Anblick der ausverkauften Halle Berg Fidel beim Pokal-Halbfinale gegen Stuttgart werde ich trotz der bitteren Niederlage nicht vergessen. Auch den dritten Platz und die Medaille in der Vorsaison nicht, das war mein größter Erfolg auf nationalem Boden. Letztlich schätze ich das wohlige Heimatgefühl immer wieder am Sonntagmittag, beim Ankommen an der Halle und dem Begrüßen der Helfer und dem gemeinsamen Volleyball-Nachmittag besonders.

Werden Sie in Zukunft den Kontakt zur Stadt halten, nicht nur beim Gastspiel mit Ihrem neuen Club Vilsbiburg?

Leonie Schwertmann: Als gebürtige Münsteranerin und nach sieben Jahren am Berg Fidel bin ich mit dieser Stadt verwurzelt und werde mit Sicherheit ganz viel hier vermissen. Aber das schürt eben die Freude auf ein Wiedersehen. Noch bin ich jung, aber ich kann mir sehr gut vorstellen, dass es in späterer Zukunft zu einem Wiedersehen in Münster auf welche Art auch immer kommen wird.

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