Fußball: Kreisliga A
Concordia Albachten erhebt Einspruch

Münster -

Im Aufstiegskampf um einen Platz in der Bezirksliga scheiterten die Fußballer von Concordia Albachten denkbar knapp (0:1, 2:1) an Adler Buldern. Dabei mussten sie im Hinspiel auf Spieler Felix Bischofs verzichten. Zu Unrecht, wie Concordia nun festzustellen glaubt. Auch Norbert Krevert vom Kreisvorstand sieht das so und selbst die Bezirksspruchkammer erkannte einen Fehler im System des DFB-Net als Ursache, wies den Albachtener Einspruch dennoch ab. Eine Fortsetzung des Verfahrens um eine Spielwiederholung vor der Verbandsspruchkammer ist zurzeit noch offen.

Mittwoch, 14.06.2017, 17:39 Uhr aktualisiert: 16.06.2017, 12:45 Uhr
Jens Truckenbrod 
Jens Truckenbrod  Foto: Heimspiel/Christian Lehmann

Meister sind sie souverän geworden, im Aufstiegskampf nahm Concordia Albachten allerdings drei Anläufe – gegen den VfL Wolbeck sowie im Hin- und Rückspiel gegen Adler Buldern. Bekannte Quintessenz: Der A-Ligist aus Münsters Westen steigt nicht auf und muss nach in einem weiteren Jahr in der Königsklasse des Kreises einen erneuten Anlauf starten.

Oder auch nicht. Wie Concordias Trainer Jens Truckenbrod und Vereinsvorsitzender Jürgen Bergs am Mittwoch bestätigten, hat Albachten Einspruch erhoben – nicht gegen die Spielwertung (0:1 und 2:1), sondern gegen die vermeintliche Nicht-Spielberechtigung von Felix Bischofs, und verlangt eine Spielwiederholung. Bischofs, wohnhaft in Köln, verfügt über ein Zweit- bzw. Sonderspielrecht für Concordia auf Kreisebene. Beim Ausfüllen des Spielberichtsbogens im Hinspiel in Buldern markierte das elektronische DFB-Net, eigentlich allumfassend und ausschlaggebend für u.a. die Spielberechtigung der dort aufgeführten Fußballer, dass Bischofs eben nicht einsatzberechtigt sei. Weil das Relegationsspiel um den Aufstieg eben fälschlicherweise als Begegnung auf Verbandsebene (Bezirksliga) gewertet wurde. Bischofs spielte nicht, war aber für das Rückspiel dann doch als spielberechtigt markiert.

Diese Merkwürdigkeit nahmen die Concorden nun genauer unter die Lupe, erhoben Einspruch bei der Bezirksspruchkammer und siehe da: Die Passstelle in Duisburg hätte Bischofs die Spielberechtigung tatsächlich attestiert – wenn Albachten dort denn angefragt hätte. Die Concorden vertrauten jedoch auf die – ansonsten auch immer – offiziell angeführte Allmacht des DFB-Net. Dem liege allerdings in diesem Fall „ein Systemfehler“ zugrunde, wie sowohl Norbert Krevert vom Kreisvorstand sagte und auch dem inzwischen vorliegenden (ablehnenden) Beschluss der Bezirksspruchkammer zu entnehmen ist. „Der Spieler war unstreitig spielberechtigt“ heißt es dort zwar, aber: Der diesem Fall zugrunde liegende Paragraf 44 der Spielordnung „regelt einen verursachten Fehler der Passstelle“. Pech für Albachten, denn: „Für den Fehler des Systems gibt es gar keinen Paragrafen“, sagte Krevert. „Das alles ist sehr, sehr ärgerlich für den Verein und für uns vom Kreisvorstand ebenso.“ Und in Hinblick auf mögliche weitere Unzulänglichkeiten: „Die Vereine müssen sich doch auf das System verlassen können.“

Jürgen Bergs erwägt zwar ein weiteres Vorgehen, dann vor der Verbandsspruchkammer, ist aber angesichts der komplexen und für juristische Laien kaum zu durchschauenden Materie eher pessimistisch: „Wir verfügen doch nicht über eine eigene Rechtsabteilung im Verein“, sagte Bergs enttäuscht vom Beschluss der Bezirksspruchkammer.

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