Triathlon: Sparda-Münster-City-Triathlon
Cheforganisator Uwe Mende hat die Fäden beim City-Triathlon in der Hand

Münster -

Beim Chef laufen die Fäden zusammen – wie es sich gehört. Aber ein Vergnügen ist das nicht immer und vor allem nicht nur, sondern auch viel, viel Arbeit, wie Uwe Mende vom Tri Finish Münster zu berichten weiß.

Freitag, 16.06.2017, 12:58 Uhr
Hilfreich: Ohne Fahnenschwenker, Streckenposten und Wasseranreicher geht nichts beim Triathlon.
Hilfreich: Ohne Fahnenschwenker, Streckenposten und Wasseranreicher geht nichts beim Triathlon. Foto: Thomas Austermann

Mit jedem Event steigen die Anforderungen. Und die eigenen Erwartungen daran, das Niveau abzusichern. Jahr für Jahr platziert seit 2008 der 300 Mitglieder starke Verein Tri Finish Münster mit dem Sparda-Münster-City-Triathlon einen herausragenden wie ungemein beliebten Wettbewerb in den münsterischen Sportkalender. Und geht mit seinen personellen Ressourcen an die Grenze.

Clubchef Uwe Mende weiß dies bestens einzuschätzen. Der 49-Jährige, selbst seit etlichen Jahren als Triathlet und Laufsportler aktiv, führt den Verein, dem er 1989 beitrat, im dritten Jahr an, nachdem er Ende der 1990er Jahre bereits ganz vorne stand. „Ich bin immer für eine gewisse Konstanz in der Vereinsarbeit und habe aus dieser Überzeugung heraus auch wieder kandidiert“, sagt der Münsteraner, der beruflich nach Osnabrück pendelt und dort tätig ist als Produktmanager in der Touristikbranche. Auch Mendes Zeitfenster ist ein enges. Trotzdem verantwortet er im dritten Jahr nacheinander als Ressortchef die Organisation der Radstrecke. Mit allem Drum und Dran.

Mende holt alle beteiligten Seiten an einen Tisch. Ordnungsamt, Polizei, Feuerwehr, Stadtwerke. Er bestellt die Sperrgitter, die die Strecke vom Verkehr und unerwünschtem Besuch trennen. Er weist die Helferinnen und Helfer ein. 50 Standorte sind bis raus nach Angelmodde zu besetzen, etliche davon doppelt, sodass von den insgesamt 140 SMCT-Helfern alleine 70 die Rad-Kilometer absichern. Trotz umfangreicher Information bis hin zur Post für alle Anwohner wird stets die Toleranz aller Seiten auf die Probe gestellt – gefragt ist die Einsicht der Bevölkerung ebenso wie die kluge Geduld der Athleten.

Inklusive der Treffen des 15-köpfigen Orga-Teams schätzt Mende seinen Aufwand „auf sicherlich 20 Tage“ ein. Also gehen knappe drei Wochen Freizeit pro Jahr drauf. „Wenn ich im Wettkampf im Führungsfahrzeug die erste Runde abgefahren bin, ist der Triathlon für mich quasi gelaufen“, sagt er aus Erfahrung. Eingreifen muss er dann nur noch in Ausnahmefällen. Die Anspannung weicht irgendwann der Erleichterung. Das alles stemmen nur die wahren Enthusiasten, die ein Verantwortungsgefühl dem Verein gegenüber haben. Selbstredend sind alle Orga-Kräfte Clubmitglieder.

Dass Mende als Solist einen Wettkampf-Job händelt, den zuvor zwei Männer innehatten, unterschlägt er nicht. „Ich suche schon lange eine zweite Kraft. Aber ich finde keine“, sagt er. „Der Verein stemmt ein enormes Volumen. Personell geht nicht mehr für uns.“ Zumal Tri Finish auch den Aaseelauf im Advent auf die Beine stellt, den Kindertriathlon Kidman und das Ultraschwimmen, wird die Motivation der bereitwilligen Anpacker arg strapaziert. „Wir stellen eine gewisse Müdigkeit fest und müssen darauf reagieren. Die Events, die als cool angesehen werden, bekommen wir gewuppt.“

Der SMCT sei definitiv cool, sorge für eine Art „Benefit“ und eine besondere Wahrnehmung des Clubs. Damit das so bleibt und der von einem sechsköpfigen Gremium geführte Verein auch das immer anspruchsvollere Tagesgeschäft geregelt bekommt, bedarf es Lösungen über neue Wege. Uwe Mende, der Clubchef, stellt sich der Herausforderung.

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