Volleyball: Frauen-Bundesliga
Powerfrau für den USC Münster für die Schaltzentrale

Münster -

Das ist ein Königstransfer auf der Zuspielposition: Der USC Münster hat mit Mareike Hindriksen die geballte Ladung an Erfahrung verpflichtet. Die 29-Jährige feierte gerade erst in Tschechien die Meisterschaft mit VK Prostějov.

Dienstag, 20.06.2017, 17:52 Uhr
Daumen hoch: Mareike Hindriksen trägt in den kommenden beiden Jahren das Trikot der Unabhängigen.
Daumen hoch: Mareike Hindriksen trägt in den kommenden beiden Jahren das Trikot der Unabhängigen. Foto: imago sportfotodienst

Ungezwungen, frei sein. Sich nach Veränderung sehnen. Neue Menschen kennen- und schätzen lernen. Prädikate, die einem „Wandervogel“ zugeschrieben werden. Mit Mareike Hindriksen ist den Bundesliga-Volleyballerinnen des USC Münster jetzt ein ganz besonderes Exemplar dieser Gattung ins Netz gegangen. Die 29-Jährige, die 2008 mit Alemannia Aachen den Sprung ins Oberhaus schaffte und seit 2010 beinahe jedes Jahr bei einem neuen Verein anheuerte (VfB Suhl, VT Aurubis Hamburg, VolleyStars Thüringen, MTV Stuttgart, Dresdner SC, VK Prostějov/Tschechien) ist die absolute Wunschkandidatin von Trainer Teun Beuijs auf der noch vakanten Zuspielposition. Interessant: Die gebürtige Nordhornerin bindet sich gleich für zwei Jahre an den USC. „Sie will endlich etwas heimisch werden“, sagt Axel Büring, der Sportliche Leiter der Unabhängigen. Mit einem Sieger-Lächeln auf den Lippen – diese Verpflichtung ist so etwas wie ein Königstransfer in der Schaltzentrale.

„Professionell, emotional, erfahren“, sagt Büring, angesprochen auf die sportlichen Eigenschaften seines Zugangs. Die Worte kommen wie aus der Pistole geschossen. Begeistert fügt er an: „Sie ist ein absoluter Leader, kann die Truppe mitreißen.“ Damit holt sich der Club ein beachtliches Stück Qualität ins Haus. Hindriksen gehört neben Rückkehrerin Lisa Thomsen (Libera) und der routinierten Ines Bathen (Außenangriff) zu jenen Volleyballerinnen, denen eine Schlüsselrolle zukommt. „Wir haben bislang viele junge und unerfahrene Spielerinnen verpflichtet. Das bewusst. Aber wenn man die Mädels ins kalte Wasser schmeißt, muss man den einen oder anderen Rettungsschwimmer im Team haben“, weiß Büring nur zu gut, wie wertvoll Führungs- und Identifikationsfiguren sind. Noch offen ist, wer die „zweite Geige“ auf der Zuspielposition spielt. „Wir sind in Gesprächen. Es tut sich was“, ließ sich Büring nicht locken.

Am Samstag fädelten er und Beuijs den brillanten Coup ein. In Emlichheim. Dort steht das Elternhaus von Hindriksen, dort hat sie beim SCU das Volleyballspielen gelernt. Dort, wo auch Bürings Lebensgefährtin Andrea Berg, Ex-Nationalspielerin, einst ihre ersten Schritte auf dem Parkett machte. „Wir hatten ein sehr gutes Gespräch und sind uns schnell einig geworden“, klärt Büring auf.

Titelerfahren ist das neue Gesicht am Berg Fidel jedenfalls. Mit dem Dresdner SC wurde sie 2016 Deutsche Meisterin und Pokalsiegerin. 2015 gewann sie mit dem MTV Stuttgart den Pokalwettbewerb. Mit ihrem letzten Verein VK Prostějov feierte sie erst vor wenigen Wochen auf nationaler Ebene.

Aktuell laboriert die 1,82 Meter große Hindriksen noch an einer Fußverletzung und hält sich mit Physiotherapie und Fitnesstraining fit. „Spätestens im August bin ich wieder voll belastbar und greife an“, verrät die Emsländerin.

Bis dahin will sie auch Münster erkundet haben. „Ich war kürzlich im Hafenviertel. Das war sehr schön. Alles andere werde ich mir in aller Ruhe ansehen.“ Nicht unmöglich, dass der „Wandervogel“ auf seiner neuen Station zeitweise heimisch wird. Axel Büring und Teun Beuijs haben dafür zumindest vertragstechnisch die ersten Weichen gestellt.

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