Rudern: Deutsche Meisterschaft
Ruderer des RV Münster mit breiter Brust nach München

Münster -

Auf der altehrwürdigen Olympia-Strecke von 1972 in Oberschleißheim bei München wollen die Recken des RV Münster an diesem Wochenende die letzten Lücken im heimischen Trophäenschrank stopfen.

Donnerstag, 22.06.2017, 15:47 Uhr aktualisiert: 22.06.2017, 20:29 Uhr
Nicht schwer, aber stark und schnell: Die U-19-Leichtgewichte des RVM wollen bei der DM in München oben aufs Podium. (v.l.) Lasse Haack, Ruben Stolberg, Bennet Pennekamp, Maximilian Micus, Joscha Feder und Hannes Deittert.
Nicht schwer, aber stark und schnell: Die U-19-Leichtgewichte des RVM wollen bei der DM in München oben aufs Podium. (v.l.) Lasse Haack, Ruben Stolberg, Bennet Pennekamp, Maximilian Micus, Joscha Feder und Hannes Deittert. Foto: RVM/GS

21 Ruderer des RV Münster – betreut von gut einem Dutzend Trainern – starten am Wochenende bei den Deutschen Meisterschaften in den Altersklassen U 23, U 19 und U 17. Zwei große Fragen stellen sich bei dem Wettkampf auf der Regattabahn in München-Oberschleißheim: Kann der Medaillenrekord des Vorjahres gebrochen werden und wie viele WM-Tickets gehen nach Münster?

Im bisherigen Saisonverlauf konnten sich bereits mehrere Medaillenkandidaten herauskristallisieren. So platzierten sich in der gewichtsoffenen U19-Klasse John Heithoff, Yannik Sacherer, Ole Kruse und Mika Kohout stets in der absoluten Leistungsspitze – ob im Zweier, Vierer oder Achter. Das von Marc Rossmeier betreute Quartett schaffte es sogar, sich für die EM in Krefeld zu qualifizieren und vor zahlreichen heimischen Fans den Titel nach Münster zu holen. Platz eins im Vierer in München und damit die WM-Nominierung scheinen somit die logische Konsequenz zu sein. „Dass alles andere als der Sieg eine Enttäuschung wäre, können wir nicht verleugnen”, stellt Rossmeier klar.

Zu einer wahren Bastion hat sich am RVM unter der Ägide von Trainer Lennart Wahlbrink der U-19-Leichtgewichtsbereich entwickelt. Durch mehrere Siege auf Vergleichswettkämpfen haben die Münsteraner sich die Favoritenrolle für den Titel im Achter erarbeitet. Zuletzt holten Bennet Pennekamp, Hannes Deittert, Lasse Haack, Ruben Stolberg, Maximilian Micus und Steuermann Paul Seiling gemeinsam mit Luca Frankenstein vom ARC und zwei Essener Athleten in Hamburg zwei Siege im Achter und die Plätze eins zwei und drei im Vierer. „Die Jungs sind richtig heiß auf die Goldmedaillen in München und können es kaum abwarten, dass es endlich losgeht”, weiß Wahlbrinck über seine Leichtgewichte zu berichten. Pennekamp strebt gar einen Doppelsieg an: Mit Frankenstein und den Essenern soll auch im Vierer-ohne Platz eins her.

Drei Fragen an Cheftrainer Thorsten Kortmann

Fünf Tage München mit 21 jungen Sportlern. In welcher Funktion sind sie am meisten gefordert: als Trainer, Pädagoge oder Herbergsvater?

Kortmann: Da ist von allem etwas gefragt. Gerade habe ich einen Campingkocher besorgt, damit wir nicht verhungern.

Sie stehen selbst am Topf?

Kortmann: Nein, wir sind in Dachau in der Jugendherberge, da gibt es Frühstück und Abendbrot. Für das Mittagessen sorgen die Athleten selber – das Angebot an der Strecke ist nicht unbedingt im Sinne der Ernährungsberater.

Und das Menü vom Campingkocher taugt etwas?

Kortmann: Ja – und das ist eine gute Beschäftigungstherapie. Die hocken fünf Tage an der Regattastrecke – die Zeit kann schon mal lang werden. Kochen und Essen hilft gegen Langeweile

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Als einziger Skuller ist Joscha Feder ein Exot in der münsterschen U-19-Leichtgewichtsgruppe. Im Zweier führt Feder seine bereits in der vergangenen Saison bewährte Kombination mit dem Mindener Daniel Makschakow fort. Im Vierer sind zwei weitere Ruderer aus Köln an Bord. Feder strebt in aller Bescheidenheit zwei Titel an.

Dirk Bensmann setzt großes Vertrauen in die münstersche Delegation: „Vielleicht holen wir sogar nochmals mehr Medaillen als im Rekordjahr 2016.” Doch nicht nur Medaillen werden in München vergeben: In verschiedenen Bootsklassen winken den Siegern WM-Nominierungen. Thorsten Kortmann peilt insgesamt sechs Fahrscheine für die Starter des RVM an. „Damit wären wir eine der Hauptstützen des Deutschen Ruderverbandes im Nachwuchsbereich”, so der RVM-Chefcoach.

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