Reiten: Turnier der Sieger
Turnier der Sieger vereint Spitzensport und Stallgeruch

Münster -

Bodenständig und geerdet präsentiert der Westfälische Reiterverein ganz großen Sport. Das Turnier der Sieger verspricht guten Sport, beste Unterhaltung und ein Familientreffen ...

Dienstag, 01.08.2017, 16:39 Uhr aktualisiert: 01.08.2017, 20:14 Uhr
Spitzensport ohne Star-Allüren: Robert Hönke, Hendrik Snoek und Wolfgang Hölker vom Westfälischen Reiterverein präsentieren große Namen ohne großes Aufsehen.
Spitzensport ohne Star-Allüren: Robert Hönke, Hendrik Snoek und Wolfgang Hölker vom Westfälischen Reiterverein präsentieren große Namen ohne großes Aufsehen. Foto: Ansgar Griebel

Der Begriff „Stallgeruch“ dient im allgemeinen als Metapher für Nähe und Kompetenz – mitunter steigt er aber auch schlicht in die Nase. Beispielsweise bei der Eröffnungspressekonferenz des Turniers der Sieger, das vom 10. bis zum 13. August vor Münsters Schloss stattfindet. Hendrik Snoek hatte ins Casino auf Gut Berl geladen – einen leicht angegrauten Raum mit PC in der Ecke, Aktenordnern an den Wänden und freiem Blick auf die Reithalle. Hier laufen die Fäden zusammen für eines der größten und bekanntesten Turniere in Deutschland – und hier mangelt es vor allem an einem nicht: an Stallgeruch.

Snoek und seine Mitstreiter vom Westfälischen Reiterverein krempeln gern die Ärmel hoch und packen an, und das, was sie an diesem Dienstagmittag zu sagen haben, kommt sehr gut ohne Schampus und Kaviar aus. Der Kaffee kommt aus der Thermoskanne, die Milch aus dem Ein-Liter-Tetrapack – und die Information aus erster Hand. So schlicht wie der Rahmen, so exklusiv kommt die Starterliste des Turniers daher. Nahezu alles, was in Deutschland Rang und Namen hat, wird in der kommenden Woche zu Gast vor Münsters Schloss sein – eine der spektakulärsten Kulissen in der Szene. Diese und auch die nicht nur sprichwörtliche Gastfreundschaft der Veranstalter locken immer wieder die Top-Reiter nach Münster, auch wenn es andernorts längst viel mehr zu verdienen gibt. „Ich sage den Reitern immer, dass sie sich um nichts kümmern müssen, außer gute Laune und guten Sport“, so die Devise von Turnierchef Snoek. Alle Reiter sind vom Reiterverein, übrigens dem ältesten Deutschlands, wie Vorstandsmitglied Wolfgang Hölker betont, eingeladen. Kost und Logis sind ebenso inbegriffen wie ein Shuttleservice und die Unterbringung der Pferde. Stressfrei sollen sich die Sportler außerhalb des Parcours bewegen können, um innerhalb dafür umso mehr aufzudrehen. Vom Prix St. Georges am Donnerstagmorgen bis zum Großen Preis von Münster am Sonntagnachmittag reihen sich vor dem Schloss die Höhepunkte aneinander. Ein Highlight wird dabei einmal mehr die Dressurkür am Samstagabend unter Flutlicht. „Das ist immer etwas ganz Besonderes vor dem beleuchteten Schloss“, sagt Snoek.

Restkarten aufgetaucht

Als das Ticketportal öffnete, wurde auf der Datenlaufbahn prompt Vollgas gegeben, und nach nur zwei Tagen war das Turnier der Sieger nahezu ausverkauft. Allerdings tauchte mit Verspätung ein Karten-Kontingent aus der Versenkung auf, das sich beim Verkaufsstart irgendwo in den Tiefen des Netzes versteckt gehalten hatte – und plötzlich ist die Chance für Spätentschlossene da: Ganz wenige Tickets für den Sonntag und einige für den Samstagabend sind auf der Turnierseite noch zu haben.

Frei ist und bleibt allerdings durchgängig der Zutritt zum Turniergelände mit unverbaubarem Blick auf den Abreiteplatz, Zugang zum überdachten „Marktplatz“ und zum „Familienpark“ mit Kinderbetreuung.   e

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Das Turnier der Sieger hat aus gegebenem Anlass seinen angestammten Termin Ende August um zwei Wochen vorverlegt. „Dann sind die Europameisterschaften in Göteborg, gegen die wollten wir nicht antreten“, so Snoek. Stattdessen trifft man sich im Turnierkalender mit dem Nationenpreis in Dublin, bei dem unter anderem Maurice Tebbel an den Start gehen wird, und dem Turnier der Global-Champions-Serie in Valkenswaard, das Marcus Ehning und Ludger Beerbaum zum kleinen Grenzverkehr zwingt. Beide treten in den Niederlanden an, sind aber spätestens zum Großen Preis am Sonntag zurück in Münster. Ein Termin, der vor allem für Beerbaum gesetzt ist, schließlich findet vor dem Schloss ein Familientreffen statt. Denn neben Schwägerin Meredith Michaels-Beerbaum ist auch Bruder Markus nach fast einem Jahrzehnt Turnierpause zurück im Sattel. Auch das passt in die familiäre Atmosphäre des Turniers, das zwei Dinge aufs Beste vereint: Spitzensport und Stallgeruch.

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