Leichtathletik: Fernsehbericht
Macher des Münster-Marathon verärgert über ARD-Doku

Münster -

Eigentlich ist es ja immer positiv, wenn das Fernsehen auf einen aufmerksam wird. In diesem Falle aber können sich die Macher des Volksbank-Münster-Marathons nicht darüber freuen. Ihre Veranstaltung taucht in einer TV-Doku über Doping, Ausbeutung und Profitgier bildlich auf. Entgegen einer Absprache.

Freitag, 04.08.2017, 19:01 Uhr aktualisiert: 04.08.2017, 19:21 Uhr
In Münster beim Marathon gefeiert und laut Veranstalter immer fair behandelt: Die vorwiegend afrikanischen Eliteläufer unterliegen andernorts mitunter windigen Managern und deren Skrupellosigkeit, wie die ARD berichtete. .
In Münster beim Marathon gefeiert und laut Veranstalter immer fair behandelt: Die vorwiegend afrikanischen Eliteläufer unterliegen andernorts mitunter windigen Managern und deren Skrupellosigkeit, wie die ARD berichtete. . Foto: Jürgen Peperhowe

Es geht um Doping, um Ausbeutung und um Profitgier. In der ARD-Sendung „Geheimsache Doping: Wie Afrikas Sporthelden verkauft werden“ am Donnerstagabend drang Autor Hajo Seppelt in die bisweilen schmutzigen Geschäfte mit und von afrikanischen Leichtathleten bei den Laufsport-Veranstaltungen hierzulande vor.

Der Journalist wies dabei unter anderem darauf hin, wie zwielichtige Manager Sportler platzieren und an deren Prämien partizipieren. „Es gibt Hunderte Volksläufe in Deutschland mit Hunderttausenden auf der Straße“, so leitet der Filmbeitrag das Thema ein, um kurz darauf zum Kern zu kommen: dass und wie viel die Manager der (zumeist) afrikanischen Athleten an diesen verdienen: „15 Prozent des Antrittsgeldes, Siegprämien und manchmal auch Sponsorenverträge“, beschreibt Seppelt, was seine Recherchen hergaben und was in dieser Zeitung schon vor Jahren beschrieben wurde.

Münster Marathon 2016

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Auch beim „Volksbank-Münster-Marathon“ laufen afrikanische Top-Athleten die schnellsten Zeiten, sorgen für internationale Klasse und zumeist spannende Kämpfe um die Streckenrekorde. Seppelts Beitrag zeigt auch Sequenzen von der münsterischen Veranstaltung, Oberbürgermeister Markus Lewe beim Startschuss, einen (anonymisierten) Afrikaner beim Ziel-Jubel, enthusiastisches Publikum an der Strecke und am Prinzipalmarkt. Schöne Szenen eigentlich, die aber in den Kontext zum Filmthema gesehen werden können, wenn man sie so sehen will.

Angst um Reputation des Traditionslaufs 

Michael Brinkmann vom Münster Marathon e.V. platzte allerdings angesichts des (konstruierten) Zusammenhangs dezent der Kragen. Grund: Die Produktionsfirma des Beitrags in der ARD fragte an, einige Sequenzen „im Zuge der Vorberichterstattung auf die Leichtathletik-WM in London“ übernehmen zu dürfen, so Brinkmann. „Es wurde gesagt, man wolle über kleinere und mittlere Veranstaltungen in Deutschland vor der Weltmeisterschaft berichten.“

Brinkmanns Problem: Die Szenen seien seiner Ansicht nach als Gegenstand der Doping- und Ausbeutungsthematik des Films zu betrachten. „Wir sind getäuscht worden. Wir hätten nie zugestimmt, unser Filmmaterial verwenden zu dürfen, wenn wir um den Hintergrund des Films gewusst hätten“, sagte Brinkmann am Freitag und teilte dies auch der Geschäftsführung der Produktionsfirma „Eye opening Media GmbH“ per Mail mit. „Mit einer Entschuldigung ist es nicht getan“, sagte Brinkmann aufgebracht. Er fürchtet um die Reputation des Traditionslaufs aufgrund der dargestellten Fakten, wie es andernorts laufe. Seppelt intervenierte umgehend. Die Sequenzen aus Münster (wie auch die aus Dresden) seien nur eingebunden worden, um halt Laufveranstaltungen zu demonstrieren, betonte der Journalist. Münster sei auch nicht explizit erwähnt worden.

25 Elite-Läufer zugelassen

In dem Film wird unter anderem über den Manager Alexander Hempel und dessen fragwürdigen Umgang mit afrikanischen Läufern, die er unter Vertrag hält, berichtet. Er war, wie andere zweifelhafte Manager auch, in Münster mit Läufern am Start. Vor sechs oder sieben Jahren zum letzten Mal, wie Brinkmann bestätigte. Mittlerweile seien seine Machenschaften (auch Dopingvergehen, wie in der ARD-Produktion dargestellt) aber bekannt. „Wir haben die von unserer Liste gestrichen“, betonte Brinkmann. Manager, die Top-Athleten mitbringen, „sind uns allesamt persönlich bekannt“, betonte er. Absolut seriös seien die. „Wir sind super vorsichtig damit, wen wir starten lassen. Aus Staatsschutz- und Dopinggründen.“

Etwa 15 Männer und zehn Frauen werden beim Volksbank-Münster-Marathon als sogenannte Elite-Läufer zugelassen. Sie erhalten keine Antrittsprämie, sondern werden quasi eingeladen, schilderte Brinkmann. Das heißt, der Münster Marathon e. V. zahlt – meist nach Rücksprache mit den Konsulaten in den entsprechenden Ländern – An- und Abreise sowie Hotel-Unterbringung. Inklusive des Bonus-Systems könnten die Besten auch ohne Streckenrekord auf 3000 bis 3500 Euro an Prämien kommen. Wie hoch der Anteil für die Manager sei, konnte Brinkmann nicht sagen. „Wir zahlen an die Manager aus, aber erkundigen uns, dass die Läufer wirklich partizipieren“.

Rund um den Münster-Marathon

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