Fußball: Westfalenpokal
Schulterklopfer sind schwacher Trost für Gievenbeck nach 0:2 gegen Lotte

Münster -

Die Chancen waren da, die Sensation schien zum Greifen nahe. Am Ende aber musste sich der 1. FC Gievenbeck in Runde zwei des Westfalenpokals aber doch Drittligist SF Lotte mit 0:2 beugen. Dabei war der Unterschied von drei Klassen selten erkennbar.

Sonntag, 03.09.2017, 15:02 Uhr aktualisiert: 03.09.2017, 19:56 Uhr
Teilweise am Boden: Die Gievenbecker, im Vordergrund (v.l.) Arne Stegt, Max Natrup und Daniel Geisler, sonnten sich nicht in Lobeshymnen für eine gute Leistung, sondern hätten lieber die Sensation gegen Lotte geschafft.
Teilweise am Boden: Die Gievenbecker, im Vordergrund (v.l.) Arne Stegt, Max Natrup und Daniel Geisler, sonnten sich nicht in Lobeshymnen für eine gute Leistung, sondern hätten lieber die Sensation gegen Lotte geschafft. Foto: fotoideen.com

Chancen gab‘s und Beifall auch. Den überraschenden Erfolg nicht. Im Westfalenpokalspiel der 2. Runde ignorierte Westfalenligist 1. FC Gievenbeck sehenswert die Kräfteverhältnisse und verlor trotzdem vor 584 zahlenden Zuschauern gegen den kaltschnäuzigen Drittligisten Sportfreunde Lotte mit 0:2 (0:0).

Preußen Münsters Ligakonkurrent, im DFB-Pokal des Vorjahres deutschlandweit bewundert, will in Runde drei gegen den Sieger der Partie FC Eintracht Rheine – SV Rödinghausen den nächsten Schritt gen Hauptrunde machen. In Münster reichte Trainer Marc Faschers Elf, der Stammkräfte wie Benedikt Fernandez, Andrej Dej und Kevin Freiberger fehlten, eine rein zweckmäßige Vorstellung, um den bestens vorbereiteten Herausforderer in die Schranken zu verweisen. „Jetzt kriegen wir genau das, was wir nicht haben wollen – die Schulterklopfer für ein gutes Spiel. Wir sind aber immer darauf aus, zu gewinnen“, sagte FCG-Trainer Benjamin Heeke, enttäuscht zumindest für den Moment.

Er sah „mehr Chancen als in allen Liga-Partien vorher“ und trauerte der verpassten Spielverschärfung ebenso nach wie der Tatsache, „dass es hier keine Nachspielzeit gab“. Nun ja, nach dem zweiten Gegentreffer in der Schlussminute durch den von Hamadi Al Ghaddioui bedienten Jaroslaw Lindner war es eh zu spät.

Lotte kam besser ins Spiel und wurde wohl dazu verführt, „den einen Schritt weniger zu machen“, wie Fascher später kritisierte. „Wir haben Gievenbeck stark gemacht und drei Szenen erlaubt.“ Tristan Niemann (20.), Janes Niehoff (23.) und Daniel Geisler sorgten für diese, als der FCG geschickt wie gescheit nach Ballgewinn den Raum überbrückte und erst spät attackiert wurde. In der Kette sorgten der robuste Constantin Rieger und sein eleganter Positionspartner Maximilian Franke für Klarheit, davor gefielen Geisler und Luca Wulfert. Solange die Kräfte reichten. Für die Sportfreunde tauchte Maximilian Oesterhelweg (34.) vorne wirkungsvoll auf.

Drei Fragen an FCG-Kapitän Nils Heubrock

Wie war es für den David gegen Goliath?

Heubrock: Ich muss sagen, dass wir gut mitgehalten haben! Wir sind über die einfachen Dinge ins Spiel gekommen und hatten sogar echte Chancen, das 1:0 zu machen.

 

Fehlte genau das Tor

Heubrock: Mit einer Führung hätte es noch mal die Extra-Portion an Motivation gegeben. Stattdessen kassieren wir so einen Gegentreffer, der ja nun nicht gerade schön war.

 

War Lotte eben cooler?

Heubrock: Vorab hieß es, der Gegner nimmt das Spiel und damit uns ernst. Der Kapitän hat aber zwischendurch laute Ansagen gemacht. Das zeigte, wie überrascht manche waren. Lotte hat es sich hier leichter vorgestellt.

...

Frechheit blieb Trumpf auf Seiten der Gastgeber. Christian Keil bugsierte eine Niehoff-Vorlage an den Außenpfosten (49.). Lotte schien das aufzurütteln: Nach zwei starken Reflexen von FCG-Torwart Nico Eschhaus sah dieser den Versuch von Max Wegner an den Pfosten springen. Der stets mitspielende Keeper Nico Eschhaus griff dann vorne an der 16-Meter-Linie nicht entschlossen zu, sondern verlor den Ball an Al Ghaddioui, der von der Grundlinie aus die Hereingabe zum Kopfballtreffer von Max Wegner (59.) platzierte. „Erst das Tor brachte uns die Sicherheit für den Arbeitssieg“, sagte Fascher. Das 0:1 schlug aufs FCG-Gemüt. Die Geschlauchten mobilisierten kaum noch letzte Reserven. Dafür traf der nun dominante Drittligist ein zweites Mal.►

►  FCG: Eschhaus – Heubrock, Rieger, Franke, Natrup – Geisler, Lauretta – Wulfert (76. Gerigk), Keil (56. Stegt), Niehoff – Niemann (86. Canisius)

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