Fußball: Kreisliga A
Gegensätze im Norden – Westfalia II hui, Nienberge pfui

Münster -

Das nennt man ein Kontrastprogramm. Während Westfalia Kinderhaus II in der Staffel 1 auf Rang vier durchstartete, kassierte der SC Nienberge in der A 2 bereits die dritte Niederlage im vierten Spiel. Und doch offenbaren beide Teams durchaus Gemeinsamkeiten.

Montag, 11.09.2017, 15:56 Uhr aktualisiert: 11.09.2017, 18:39 Uhr
Verletzt: Julian Klapdor (r.) zog sich eine schwere Knieverletzung zu, was die Freude bei Westfalia Kinderhaus II dämpfte.
Verletzt: Julian Klapdor (r.) zog sich eine schwere Knieverletzung zu, was die Freude bei Westfalia Kinderhaus II dämpfte. Foto: pl

Gemischte Gefühle in Münsters Fußball-Norden. Zu gegensätzlich fällt die Startbilanz bei zwei A-Ligisten aus. Während Westfalia Kinderhaus II mit sieben Zählern ein verheißungsvoller Auftakt und der Sprung auf Rang vier in der Staffel A 2 gelang, ging der Saisoneinstand beim SC Nienberge in der A 1 daneben. Schon drei Niederlagen in vier Spielen dämpfen die Zuversicht. Insbesondere die 1:6-Klatsche am Sonntag beim TuS Hiltrup II sorgte für Ernüchterung.

Und durchaus für Sorge. „Dass die TuS-Spieler unter fussball.de als Torschützen aufgeführt wurden, war reine Formsache. Eigentlich waren das fünf Eigentore“, hatte Volker Blaszyk das halbe Dutzend Gegentreffer am Montag noch nicht verarbeitet. „Ich hätte nie gedacht, dass so etwas möglich ist. Das war die größte Kacke, die ich je gesehen habe“, wollte sich der SCN-Trainer nicht einfach damit abfinden. Selbst personelle Engpässe vermochte oder konnte er nicht anführen. „Wir haben 25 Mann im Kader. Die bewegen sich so ziemlich alle auf einem Niveau. Hinzu kommt noch, dass die etablierten Spieler und nicht die jungen Wilden gepatzt haben.“

Sorgenfalten bei Volker Blaszyk

Während er sein Team sowohl bei dem 2:0-Sieg gegen den TuS Altenberge II, als auch bei den zwei Niederlagen (0:3 beim TuS Ascheberg und 0:1 bei GS Hohenholte) in 50:50-Spielen sah, machte er nun einen „Total-Ausfall“ aus. Dabei wähnte Blaszyk sein Team längst auf dem Weg der Besserung. „Der Rückschritt war riesig“, räumt er stattdessen einen Trugschluss ein. „So haben wir die Rückrunde in der Vorsaison gespielt und vergeigt. Nur Sonntag war es noch schlimmer.“ Die jüngsten 90 Minuten als Ausreißer nach unten abstempeln mag er nicht: „Das wäre zu einfach. Ich mache mir vielmehr einen Riesenkopf.“

Relativ groß könnte die Freude in Kinderhaus ausfallen. Sieben Punkte des Vorjahressiebten, der nach eigenem Bekunden unter die Top sechs möchte, sind mehr als ordentlich. Doch Trainer Stefan Kloer relativiert die durchaus denkbare Euphorie: „Die Stimmung ist bei uns etwas anders. Zum einen, weil wir Sonntag eine Halbzeit lang schlecht gespielt haben. Zum anderen, weil die Erwartungshaltung gestiegen ist.“ Dass sein Team Umstellungsprobleme vom Kunst- auf Naturrasen offenbart, kommt hinzu. Und einige Hiobsbotschaften. So sprang bei Julian Klapdor am Sonntag die Kniescheibe heraus. Eine genaue Untersuchung am Dienstag bringt Aufschluss über das Ausmaß der Verletzung. Zuvor war schon Timo Große-Erdmann mit einem Bänderriss ausgeschieden.

Westfalia-Ausgleich in Unterzahl

Dennoch hielt sich die Westfalia-Zweite, aufgrund des erschöpften Wechselkontingents ab Minute 80 in Unterzahl, beim 1:1 in Ostbevern schadlos, glich in Minute 81 durch Raphael Nordhoff aus. So darf es weitergehen. „Wir sind breiter aufgestellt als im Vorjahr. Das muss sich jetzt auch zeigen und auszahlen“, hofft Kloer. Dazu passt, dass mit Niels Lauterbach und Raphael Hundeloh die beiden Kapitäne in dieser Woche zurückkehren. Aber auch eine frische Bilanz macht Hoffnung. Bei schon drei Auswärtsspielen verbuchte die Westfalia-Reserve alle sieben Zähler auf fremden Terrain – in der gesamten Vorsaison reichte es nur zu zwei Siegen in der Fremde überhaupt.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5143109?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686137%2F2686209%2F2686789%2F
Nachrichten-Ticker