Triathlon: Ironman
Das größte Comeback des Philipp Rowoldt

Münster -

Philipp Rowoldt hat bewegte Jahre hinter sich. Er war ein starker Triathlet, hatte dann einen schweren Unfall, den er auch mit Glück überlebte, kämpfte sich wieder heran und ist inzwischen den Stars der Szene ein Begriff. Auf Hawaii war der Münsteraner in diesem Jahr nicht gänzlich zufrieden.

Donnerstag, 02.11.2017, 17:12 Uhr aktualisiert: 02.11.2017, 17:49 Uhr
Laufen war nicht so gut: Kurz vor seinem Start auf Hawaii zog sich Philipp Rowoldt einen Muskelfaserriss zu.
Laufen war nicht so gut: Kurz vor seinem Start auf Hawaii zog sich Philipp Rowoldt einen Muskelfaserriss zu. Foto: Jakob Kamender

Philipp Rowoldt hat gewonnen, er hat Siege erzielt, die mehr bedeuten als Trophäen in Chrom, und solche, die nicht aufgewogen werden können in Preisgeld. Der 36-jährige Münsteraner hat sich selbst bezwungen, all die Zweifel, die Angst davor, es nicht zu schaffen. Und er ist zurückgekommen. Er hat es allen gezeigt, vor allem sich selbst. Zehn Jahre nach seinem ersten Start beim legendären Ironman auf Hawaii hat der Triathlet die Qual nach 3,8 Kilometern Schwimmen, 180 Kilometern Radfahren und 42,195 Kilometern Laufen erneut überstanden. Er hat der Hitze der Lavawüste widerstanden und dem Gegenwind, vom Jetlag mal ganz zu schweigen. 356. ist er geworden im Teilnehmerfeld, das seinesgleichen sucht und nirgendwo anders findet – mit Weltmeistern, Top-Verdienern im Profisport und Abenteurern. Aber so richtig zufrieden war Rowoldt nicht, als er nach Münster zurückkehrte im Anschluss an einen schönen Urlaub auf der Pazifikinsel.

9:56,46 Stunden war diesmal seine Zeit im Ziel. „Meine Laufleistung war nicht optimal“, grantelte Rowoldt. In 9:27,19 Stunden finishte er bei seinem ersten Hawaii-Wettkampf im Jahr 2007. Daran hätte er nur allzu gerne angeknüpft. Pech? Übermut? Beim Eisenwald-Duathlon hatte er sich einen „kleinen Muskelfaserriss“ in der Wade zugezogen. Eine blöde Geschichte, die auch dem Umstand geschuldet ist, dass Rowoldt sein Trainingspensum komplett umgestellt hatte. Erst in den letzten zwölf Wochen vor dem eigentlichen Wettkampf forcierte er die Intensität. Aus 13 Wochenstunden Training wurden dann 30. „Es ist natürlich riskant. Man muss gesund bleiben und auch die Nerven dazu haben“, hatte Rowoldt mal gesagt. Beim Crossduathlon in Eisenwald (Iserlohn) war’s einen Tick zu viel Risiko. „Ich kam beim Laufen nicht mehr richtig vom Mittel- auf den Vorderfuß“, schilderte der Münsteraner sein Handicap beim Ironman in Kailua-Kona. „Ich wäre natürlich gerne im Bereich meiner Zeit von 2007 geblieben.“

Genossen hat er seinen Hawaii-Start trotzdem. Und dass ihn selbst die deutsche Triathlon-Ikone Jan Frodeno, der auf Hawaii zwei Mal gewann, fragte, ob sie die Schwimmstrecke gemeinsam angehen könnten, kam einem Ritterschlag gleich. Normann Stadler (Sieger 2004 und 2006), Thomas Hellriegel (1997): „Man kennt sich, trifft sich, tauscht sich aus.“ Rowoldt kann es gut mit den ganz Großen der Branche. Und doch war es fast vorbei mit seiner Karriere: Zwei Jahre nach seinem ersten Start auf Hawaii fiel Rowoldt vom Dach, dass er überlebte, war ein Segen, dass er gesund wurde ein Wunder und sein zweiter Hawaii-Start ein Glück. Vielleicht war es, war dieses Comeback, der größte Sieg in seiner Karriere.

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