Fußball: Frauen-Landesliga
Konträre Serien – Wacker obenauf, Gievenbeck im Tal

Münster -

Diese beiden Fieberkurven verlaufen so konträr, wie es eben nur geht. Wacker Mecklenbeck hat in der Landesliga alles gewonnen, die Stadtkonkurrenten vom 1. FC Gievenbeck haben alles verloren. Für beide Serien, beim Spitzenreiter und beim Schlusslicht, gibt es Gründe.

Freitag, 03.11.2017, 14:53 Uhr aktualisiert: 03.11.2017, 16:20 Uhr
Direkte Rückkehr im Visier: Britta Stein und Wacker Mecklenbeck führen die Landesliga souverän an.
Direkte Rückkehr im Visier: Britta Stein und Wacker Mecklenbeck führen die Landesliga souverän an. Foto: Heimspiel/mao

Zwei Vereine, eine Spielklasse. Aber eine Gefühlswelt, die unterschiedlicher nicht ausfallen könnte. Während Wacker Mecklenbeck mit makelloser Bilanz von acht Siegen aus ebenso vielen Begegnungen und 29:3 Toren die Frauen-Landesliga souverän anführt, wartet der 1. FC Gievenbeck weiter auf den ersten Zähler überhaupt und ziert folglich das Tabellenende.

Den Abstieg aus der Westfalenliga hat Wacker augenscheinlich gut verkraftet. Nach acht Spielen beträgt der Vorsprung auf Platz zwei schon sechs Punkte. „Der Anfang ist gut und vielversprechend. Das haben sich die Mädchen aber auch verdient. Die Mannschaft will einfach“, verbreitet André Frankrone Zufriedenheit. Das war nach dem Abstieg noch ganz anders. „Die Konsequenzen, die wir daraus zogen, haben eingeschlagen“, verrät der Wacker-Coach die Erfolgsformel. Dahinter verbirgt sich, dass sich Wacker von „allen unzuverlässigen Spielerinnen“ getrennt hat. Immerhin fünf an der Zahl. Gleichzeitig kamen mit Tessa Schipke (GW Amelsbüren), Viktoria Mouratidis (Borussia Münster) und Laura Bezhaev (1. FC Gievenbeck) drei externe Neuzugänge sowie fünf interne hinzu. Auch Luisa Faber, Isabel Riemann, Jule Weweler, Annika Theobald sowie Lamis Thien sind motiviert. „Wir sind abgestiegen, weil bei einigen die Einstellung nicht stimmte. Heute ist das anders“, sagt Frankrone. 33 Punkte bis zur Winterpause peilt er mit seiner Elf als nächsten Zwischenschritt nun an.

Das Kontrastprogramm im Sportpark Gievenbeck: kein Sieg, kein Remis und dabei ein vielsagendes Torverhältnis von 6:38. Einmal, am dritten Spieltag, traten die FCG-Spielerinnen bei Borussia Emsdetten gar nicht erst an. Von Resignation ist allerdings keine Spur. „Aufgeben wollen wir noch nicht“, versichert Thomas Graf Rehbinder. Der Trainer weiß auch, dass sich Erfolge einstellen müssen. „Im Moment läuft es alles andere als rund“, gesteht er, zeigt sich von der Entwicklung jedoch nicht überrascht. Bei acht Abgängen und 14 Neuzugängen, sechs darunter aus der Kreisliga, muss sich das Team erst finden. Urlaube und Praktika – so weilten Spielerinnen in Finnland, Griechenland und Island – lähmten eine echte Entwicklung zudem.

Drei weitere neue Spielerinnen, die die Zahl der Neuzugänge auf 17 anwachsen lassen, sollen helfen. So hat sich mit Sina Döker zusätzlich eine Außenbahnspielerin dem Schlusslicht angeschlossen. Die 21-Jährige spielte früher in Coesfeld und Gescher, pausierte allerdings zuletzt. Als dritte Torhüterin ist zudem Anna Ducki aus dem Regionalliga-Kader von Union Berlin dazugekommen. Das Trio komplettiert Janne Renardy, die aus Aachen wechselt und ein Zweitspielrecht für den FCG erhalten soll. „Jetzt am Sonntag beim BSV Heeren wird es noch einmal schwierig, danach müssen wir dann aber punkten“, sagt Rehbinder, der nach überstandenem Fußbruch und Grippe auch auf die Rückkehr von Ehefrau und Torjägerin Madeleine hofft.

Am Sonntag in Heeren (12.30 Uhr) soll die Serie am besten schon reißen. Die von Wacker gegen Union Wessum (ebenfalls 12.30 Uhr) natürlich nicht.

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