Fußball: Westfalenliga
Roxels Gockel schockt Ex-Club Hiltrup in der Nachspielzeit

Münster -

Der Schlussakt des Derbys brachte noch mal alles mit, was so ein Spiel auszeichnet: Patrick Gockel schoss den BSV Roxel zum zweiten Saisonsieg – mit seinem Treffer zum 2:1 gegen den eigenen Ex-Verein TuS Hiltrup. Genau gegen diesen Kontrahenten hatte das Schlusslicht auch den ersten Erfolg geholt.

Sonntag, 03.12.2017, 19:15 Uhr
Auf den Fersen von Hiltrups Guglielmo Maddente befindet sich hier BSV-Kapitän Lukas Kintrup (l.).
Auf den Fersen von Hiltrups Guglielmo Maddente befindet sich hier BSV-Kapitän Lukas Kintrup (l.). Foto: Peter Leßmann

Dramatik pur versprach das Derby zwischen dem BSV Roxel und TuS Hiltrup. Beide Mannschaften trotzten Wind und Wetter und bescherten den Zuschauern besonders in Durchgang zwei ein packendes Duell mit einem echten Matchwinner. Der BSV Roxel gewann durch einen sehenswerten Treffer von Patrick Gockel, groß geworden beim TuS, in der letzten Sekunde der Nachspielzeit mit 2:1 (0:0) und sicherte sich dadurch den zweiten Saisonsieg ausgerechnet wieder gegen die Hiltruper.

Es war kaum angepfiffen, da kamen die Gäste zu ihrer ersten Gelegenheit durch Guglielmo Maddente (1.). Der Stürmer verzog knapp, doch wer nun mit temporeichem Offensivfußball gerechnet hatte, musste sich gedulden. Der erste Durchgang bot maximal Zweikämpfe und Intensivität anstatt durch Torchancen und Kombinationen. Die Hiltruper schafften es nicht. Spannung in ihr Spiel zu kriegen, auch, weil Roxel gut dagegenhielt. Ein erstes Schüsschen gab Lukas Kintrup für den BSV ab (15.). Kurz vor der Pause verzog Jan Kniesel für Hiltrup deutlich (44.), das Spiegelbild einer zerfahrenen ersten Halbzeit.

Der TuS kam deutlich besser aus der Kabine, Diogo Castro scheiterte am hervorragenden Keeper Daniel Neuhaus (55.). Körpersprache und der Zug nach vorne stimmten jetzt bei den Hiltrupern – doch was kam vom BSV? Als die Gäste ein Foul reklamierten, nutzte Benjamin Leitfeld im Vollsprint auf der rechten Seite den Platz und zog per Flachschuss ab: 1:0 für den Tabellenletzten. Eine zu diesem Zeitpunkt unerwartete Führung. Die Hiltruper schüttelten sich und machten weiter. Joschka Brüggemann beförderte die Kugel über das Gehäuse (64.), der eingewechselte Robin Wellermann machte es wenig später besser. Castro behauptete den Ball im Strafraum und bediente den Stürmer, der platziert traf (72.). Es wurde ein Spiel auf Messers Schneide, die stechende Kälte war zur Nebensache geworden. Wellermann köpfte wuchtig aufs Tor, doch Neuhaus parierte abermals exzellent (85.). Zwei Minuten später versuchte es wieder Wellermann mit einem Linksschuss, der sein Ziel nur knapp verfehlte. Die Nachspielzeit: Einen blitzsauberen Konter der Roxeler, abgeschlossen von Gufäb Hatam, stoppte Romain Böcker mit starker Fußabwehr (90.+2). Wellermann verzog auf der anderen Seite einen direkten Freistoß knapp (90.+3). Und als der Abpfiff schon fast da war, schoss Patrick Gockel mit einem satten Vollspannschuss auf Höhe des Sechzehners die Hausherren ins pure Glück.

„Wir können nicht immer auf den Pfiff des Schiedsrichters warten. Die Mannschaft muss sich so langsam mal hinterfragen und aus solchen Spielen lernen“, sagte der bediente TuS-Coach Carsten Winkler. „Wir mussten viel kompensieren, dieser Sieg tut uns allen sehr sehr gut“ sagte BSV-Trainer Sebastian Hänsel erleichtert. BSV: Neuhaus – Toka, Andrick, Wesberg, Groß – Willich (73. Taniguchi), Gockel, Kintrup, Rama (90. Güllü) – Leifeld, Saerbeck (78. Hatam) TuS: Böcker – Finkelmann, Brüggemann, Beyer, Tipkemper – Bohnen (61. Wellermann), Wiethölter, Kniesel (73. Rottstegge), Fromme – Maddente, Castro (83. Hübener)

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