Fußball: Kreisliga A
Lukas Toboll – ein Mann für alle Fälle bei GW Gelmer

Münster -

Das nennt man einen gelungenen Rollentausch. Lukas Toboll wechselte im Sommer als Torhüter des SC Münster 08 als Feldspieler zu GW Gelmer. Aus Spaß, wie er sagt. Nun haben er und sein neuer Club Freude an den Torjägerqualitäten des 20-Jährigen. Ein Ende ist nicht in Sicht.

Montag, 04.12.2017, 16:02 Uhr aktualisiert: 05.12.2017, 15:17 Uhr
Perfekt am Ball, besonders im gegnerischen Strafraum: Der ehemalige Torhüter Lukas Toboll geht für GW Gelmer erfolgreich auf Trefferjagd.
Perfekt am Ball, besonders im gegnerischen Strafraum: Der ehemalige Torhüter Lukas Toboll geht für GW Gelmer erfolgreich auf Trefferjagd. Foto: Christian Lehmann

Der 4:1-Heimerfolg von GW Gelmer in der Kreisliga A 1 gegen Schlusslicht GW Westkirchen kann getrost unter der Rubrik „erwartungsgemäß“ eingeordnet werden. Der Blick auf den Verlauf der 90 Minuten verdient dann aber doch etwas mehr Aufmerksamkeit. Schließlich trug sich ein Akteur, der vor wenigen Monaten noch versuchte, Treffer zu verhindern, gleich zweifach in die Torschützenliste ein. Vom Toreverhinderer zum Torjäger. Gerne nicht zum letzten Mal, wie Lukas Toboll (22) im Gespräch mit unserem Redaktionsmitglied Uwe Niemeyer gesteht.

Einmal hatten Sie zuvor im Spiel gegen die Warendorfer SU II ja bereits getroffen. Aber ein Doppelpack lässt nun so manchen Kollegen neidisch werden. Sind Sie jetzt auf den Geschmack gekommen?

Toboll: Ich könnte mich schon daran gewöhnen. Allerdings glaube ich nicht, dass ich das tun sollte. Ich werde in Zukunft eher nicht jede Woche treffen.

Dennoch ein Zeichen an den Trainer, über eine andere Position für Sie nachzudenken? Offensiver statt in der Innenverteidigung?

Toboll: Das glaube ich nicht. Beide Treffer fielen ja nach Standards. Hinten bin ich schon besser aufgehoben. Wenn der Trainer aber einen Stürmer benötigt, bin ich bereit.

Es waren ja nicht irgendwelche Tore, die das Resultat ausgebaut haben. Sie haben zur 1:0-Führung und zur 3:1-Vorenscheidung getroffen. Das muss man sich bestimmt auch den einen oder anderen Spruch anhören, oder?

Toboll: Das kam gut an. Beim 1:0 wurde ich quasi abgeschossen und habe nur die Richtung verändert. Ich musste mir tatsächlich was anhören. Aber ich habe auch selber Sprüche gemacht. Es hat richtig Spaß gemacht.

Warum tragen Sie nicht die Nummer 4 oder 5 auf dem Rücken, sondern die Nummer 18? Tarnung?

Toboll: Als ich im Sommer nach Gelmer ging, hatte ich ja nicht mit so vielen Einsatzzeiten gerechnet. Bislang habe ich nun aber noch keine einzige Minute verpasst. Da aber die festen Rückennummern bereits vergeben waren, blieb mir die 21. Am Sonntag gab es die aber im Trikotsatz nicht, da wurde es halt die 18.

Sie haben nicht unwesentlich dazu beigetragen, dass Gelmer – zumindest vorübergehend – an die Tabellenspitze zurückgekehrt ist. Wertet das Ihren Auftritt nicht noch weiter auf?

Toboll: Irgendwie schon. Wäre schön, als Tabellenführer in die Winterpause zu gehen, um dann anschließend zu sehen, was geht.

Nur fünf Teamkameraden haben öfter getroffen als Sie. Drei von denen haben gar nur ein Tor mehr erzielt. Haben Sie denen den Kampf angesagt?

Toboll: Aber sicher. Wenn unser Top-Torjäger Issé Sander einmal schwächelt, muss ich ran. Ich bin bereit.

Läuft man bei Ihrem Wechsel vom Torhüter zum Feldspieler nicht Gefahr, im Unterbewusstsein doch einmal mit der Hand zum Ball zu gehen?

Toboll: Das hatte ich zu Anfang auch befürchtet. Und auch einige Mitspieler sagen immer, man würde sehen, dass ich mal Torwart war. So wie ich in die Bälle gehen würde. Aber eine Einlage im eigenen Strafraum käme nicht so gut an. Die Hand Gottes im Angriff wäre da eher zu verschmerzen.

Jetzt geht es für die Turniere in die Halle. Finden wir Sie da auch auf dem Feld?

Toboll: Vor dem ersten Turnier absolvieren wir zwei Mal ein Hallentraining. Der Trainer möchte dabei erst sehen, wie viel Platz ich auf dem Parkett benötige.

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