Do., 14.12.2017

Volleyball: Bundesliga USC Münster kommt mit Notstrom zu drei Punkten

Hoffen auf ein Comeback beim Jahresfinale am Sonntag: Roosa Laakkonen (l.) und Ines Bathen (2.v.l.). Ivana Vanjak wird gegen Aachen auf jeden Fall dabei sein.

Hoffen auf ein Comeback beim Jahresfinale am Sonntag: Roosa Laakkonen (l.) und Ines Bathen (2.v.l.). Ivana Vanjak wird gegen Aachen auf jeden Fall dabei sein. Foto: Jürgen Peperhowe

Münster - 

Ein Spiel noch, dann beginnen für die Volleyballerinnen des USC Münster die Weihnachtsferien – höchste Zeit nach fünf Monaten Volleyball nonstop. Für das Fest hat die Truppe nur einen Wunsch: drei Punkte gegen Aachen.

Von Ansgar Griebel

Am Donnerstagmorgen um 3.30 Uhr war der Thüringen-Trip des USC Münster endlich abgehakt. Der Mannschaftsbus hatte seine endgültige Parkposition auf dem Parkplatz am Berg Fidel gefunden und spuckte eine müde Horde aus – mit drei wichtigen Bundesliga-Punkten im Handgepäck. 3:1 (25:15, 26:24, 25:27 und 25:21) hatte der USC am Abend zuvor beim VfB Suhl gewonnen und damit den vierten Tabellenplatz in der Volleyball-Bundesliga gefestigt und mittelfristig abgesichert.

Als Trainer Teun Buijs am nächsten Tag seine ersten Termine abarbeitete, dürften sich seine Schützlinge noch in der Tiefschlafphase befunden – und sich damit ganz dicht am empfohlenen Trainingsplan bewegt haben. Der sah nämlich für diesen Donnerstag ausschließlich Entspannung und Ruhe vor.

„Die Pause haben wir uns alle verdient“, sagt Teun Buijs. Am vergangenen Samstag bugsierte der USC Rekordmeister Schwerin an den Rand der Niederlage, schon danach waren die Akkus vergleichsweise leer. „Schwerin hat extrem viel Energie gekostet“, erklärte Buijs, als Mann am Schaltpult. Zwei Sätze lang hatte Münster im Mecklenburgischen mit 100 000 Volt gespielt, anschließend unter Notstrom doch noch das Spiel verloren. „Und das war auch in Suhl noch zu spüren“, meint der Coach und sieht ein Team, das weit im roten Bereich agierte. Zudem fehlten mit Lena Vedder, Ines Bathen und Roosa Laakkonen gleich drei wichtige Leistungsträgerinnen verletzt. Um so höher ist der vermeintliche Pflichtsieg in Thüringen zu bewerten.

Nadja Schaus, die erst vor sieben Wochen aus dem Volleyball-Ruhestand zurückgeholt worden war, hatte ihren ersten Punktspieleinsatz – und machte ihre Sache dafür sehr gut. „Sie hat alles umgesetzt, was möglich war“, lobt Buijs. Noch müssen sich die Systeme einspielen, zumal Schaus am Netz anders agiert als Vedder, die mit einem Kreuzbandriss für den Rest der Spielzeit ausfallen wird. „Aber Mareike (Hindriksen) hatte in Suhl schon Gelegenheit, sich darauf einzustellen“, sieht Buijs sein Team „gut unterwegs“. Am Sonntag könnte die Stellspielerin des USC dann aber vielleicht schon wieder Ines Bathen und Roosa Laakkonen bedienen, die von ihrem Trainer sehnlichst zurückerwartet werden. Am Freitagmorgen steht Krafttraining auf dem Plan, „dann sehe ich, mit wem ich rechnen kann“, so Buijs.

Teresa Mersmann, aus dem Sand und über die Zweitvertretung kurzfristig zurück in den Erstliga-Kader beordert, dürfte damit ihr Kurz-Comeback als abgeschlossenes Kapitel in ihre pralle Volleyball-Vita einfügen können. In Thüringen trainierte die 27-Jährige zumindest einmal mit der Mannschaft und saß am Abend als Notfall-Plan C oder D in der Meininger Sporthalle. „Sie war dabei, falls irgendetwas passiert“, so Buijs. Der Notfall trat nicht ein, Mersmann wird wohl wieder ins zweite Glied zurückrücken, „aber ich glaube, sie war sehr froh, wieder mal dabei gewesen zu sein.“

Am Sonntag steht nun der Jahres-Showdown an, wenn es im Kampf der Tabellennachbarn aus Münster und den Ladies in Black Aachen zum direkten Duell um Platz vier geht. Erster Aufschlag am Berg Fidel ist um 14.30 Uhr.



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