Mo., 18.12.2017

Fußball: 3. Liga Wunschlos glücklicher Antwerpen bei Preußen Münster

Trainingseinheiten und  Jahreshauptversammlung: Marco Antwerpen (kl. Foto, l.) und sein Co-Tainer Kurtulus Öztürk fühlen sich beim SCP bereits gut aufgehoben.

Trainingseinheiten und  Jahreshauptversammlung: Marco Antwerpen (kl. Foto, l.) und sein Co-Tainer Kurtulus Öztürk fühlen sich beim SCP bereits gut aufgehoben. Foto: Jürgen Peperhowe

Münster - 

Knapp eine Woche ist Marco Antwerpen jetzt Trainer bei den Preußen. Es sei gut aufgenommen worden sagt er und glaubt an seine Mannschaft. Im Interview spricht er über seine Spielvorstellungen, die Hierarchie im Team und neue Spieler, die es nicht gibt.

Am Mittwoch trat Marco Antwerpen seinen Dienst als 57. Trainer des SC Preußen Münster seit Wiederaufnahme des Spielbetriebs nach dem 2. Weltkrieg an. Er folgte dabei auf Benno Möhlmann. Sein Debüt vor eigenem Publikum gegen Schlusslicht RW Erfurt fiel den winterlichen Platzverhältnissen zum Opfer. Am Sonntag nach der Jahreshauptversammlung wurde das Aufgebot des Fußball-Drittligisten in die Winterpause geschickt, am 3. Januar zum Trainingsstart sieht man sich wieder. Vorher sprach unser Redaktionsmitglied Alexander Heflik mit dem 46 Jahre alten Fußballlehrer, der drei Mal als Spieler in den 90er- und Nuller-Jahren schon ein Adlerträger war.

Vier Trainingstage und eine Jahreshauptversammlung sind Sie jetzt Trainer der Preußen. Was bleibt schon hängen?

Marco Antwerpen: Ich glaube, wir konnten in den paar Tagen ein paar Sachen vorbereiten. Die Jungs wissen, wohin es geht, wie ich es mir vorstelle bei Ballbesitz und wenn wir gegen den Ball spielen.

Was ist Ihnen besonders wichtig?

Antwerpen: Was wir verändern wollen ist, wie wir gegen den Ball spielen, also bei Ballbesitz des Gegners. Da müssen die Spieler meine Auffassung verstehen und verinnerlichen, wie ich mir die Laufwege vorstelle. Vor allem in den Zweikämpfen müssen wir uns verbessern.

Wie ist aus Ihrer Sicht der Zustand der Mannschaft?

Antwerpen: Die Mannschaft hält zusammen, das ist eine Einheit und kein zerstrittener Haufen. Die Spieler wollen das umsetzen, was wir besprechen, sie sind sehr aufnahmefähig. Was die Ausdauerwerte betrifft, die sind in Ordnung.

Neuer Trainer – bedeutet das auch neue Hierarchie?

Antwerpen: Hierarchie ergibt sich doch aus Leistung. Aber es gibt schon einige, die in der Vorrunde auch schon vorangegangen sind. Wir haben einen Kapitän Adriano Grimaldi, der ganz vorne ganz wichtig ist. Michele Rizzi kann als Stratege im Mittelfeld agieren. Simon Scherder bringt sofort, trotz der langen Verletzungspause, Qualität und Leistung.

Die Torwartfrage ist ja auch immer eine Stellschraube bei einem neuen Coach. Ist es für Sie ein offenes Rennen zwischen Max Schulze Niehues und Nils Körber?

Antwerpen: Max kenne ich besser als Nils, von dem ich mir aber ein paar Videos mit in den Urlaub nehme. Am Ende werde ich mit Milenko (Gilic, der Torwarttrainer, die Red.) darüber sprechen und eine Entscheidung treffen.

Das hört sich alles erst einmal gar nicht so schlecht an. Aber wie steht es um Neuzugänge? Sportchef Malte Metzelder hat auf der Jahreshauptversammlung erklärt, dass es aktuell keinen Spielraum für Transfers gäbe. Sind Sie enttäuscht?

Antwerpen: Nein, das wusste ich schon. Ein Zugang wäre nur über einen externen Sponsor finanzierbar. Stand jetzt gehe ich davon aus, dass wir am 3. Januar ohne neue Spieler starten.

Fast ein Neuer wäre Lucas Cueto, der im Sommer vom FC St. Gallen kam, aber noch nicht eine Minute für den SCP gespielt hat. Er ist gerade ins Training wieder eingestiegen. Hilft er wirklich weiter?

Antwerpen: Ich kenne Lucas ja noch aus der U 23 des 1. FC Köln. Er könnte mehr Tempo in unsere Truppe bringen, ein sehr interessanter und spannender Spieler.

Keine neuen Spieler – vermutlich. Und auch kein Trainingslager im Süden im Januar. Oder ist das am Ende einer Vorbereitung sowieso egal?

Antwerpen: Mir ist das nicht unbedingt egal. Im Süden hat man schon hervorragende Trainingsbedingungen. Das Problem ist dann immer nur nach der Rückkehr, dass die Plätze hier oft in ganz schlechten Zustand sind.

Die Preußen bestreiten zwei Tests gegen Bayer Leverkusen am 6. Januar und gegen Regionalligist KFC Uerdingen am 13. Januar. Passt das in Ihre Pläne?

Antwerpen: Das Spiel gegen den Erstligisten Leverkusen kommt etwas früh, da sind wir sofort im höchsten Intensitätsbereich unterwegs. Deshalb wird jeder Spieler vermutlich nur eine Halbzeit spielen. Gegen Uerdingen wird das schon sehr nah an Drittliga-Bedingungen sein. In Meppen zum Start nach der Winterpause soll die Mannschaft in bester Verfassung sein.

Video-Interviews

Marco Antwerpen: „Preußen Münster nicht zu klein machen″

Ein neuer Verein ist auch immer eine Wundertüte für den neuen Trainer. Wie wurden Sie aufgenommen?

Antwerpen: Ich fühlte mich sofort gut aufgehoben. In der Geschäftsstelle kannte ich noch den einen oder anderen, U-17-Coach Martin Kastner sowieso schon länger. Und auch Sören Weinfurtner als Trainer der U 23 habe ich kennengelernt.

Nun gut, es weihnachtet sehr. Haben sie einen besonderen Wunsch?

Antwerpen: Erst einmal keinen.

Fotostrecke: Die Karriere von Marco Antwerpen



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