Fußball: Hallenstadtmeisterschaften
Futsal-Ball rollt erstmals am Berg Fidel

Münster -

Das Runde muss ins Eckige: So gewinnt man Fußballspiele – draußen und in der Halle. Nur ist das anvisierte Rechteck in der Halle deutlich kleiner und künftig auch der Ball.

Mittwoch, 20.12.2017, 15:20 Uhr aktualisiert: 21.12.2017, 00:02 Uhr
Es geht rund: Futsal-Experte Eike Wessels vom UFC Münster mit dem Spielgerät, das ab Dienstag auch die Freiluftfußballer in der Sporthalle am Berg Fidel bei den Hallen-Stadtmeisterschaften beschäftigen wird.
Es geht rund: Futsal-Experte Eike Wessels vom UFC Münster mit dem Spielgerät, das ab Dienstag auch die Freiluftfußballer in der Sporthalle am Berg Fidel bei den Hallen-Stadtmeisterschaften beschäftigen wird. Foto: Peter Leßmann

Die Luft ist aus dem Hallenfußball noch lange nicht raus. Aber der Druck lässt künftig nach. Nicht der, wenn es um den Sieg geht. Auch nicht der, den bisweilen der Gegner aufbaut. Es geht um das Innenleben des Balles. Denn während bei Turnieren unter dem Dach ab der nächsten Hallen-Saison 2018/19 das Futsal-Spielgerät Pflicht wird, wagen sich münsterische Ausrichter bereits in diesem Winter an den druckgeminderten Ball. Nach dem SC Nienberge vor Wochenfrist lässt auch der 1. FC Gievenbeck die Luft bei den 41. Stadtmeisterschaften (26. bis 30. Dezember) etwas heraus. Premiere auf hohem Niveau. Die heimischen Akteure dürften also gefordert sein.

Im Vorfeld scheiden sich noch ein wenig die Geister. Ein Stück weit auch aus Unkenntnis, mangelnder Praxis. „Ich weiß noch nicht, was ich davon halten soll“, zeigt sich Michael Fromme noch unentschieden. Galt der Techniker des TuS Hiltrup lange Zeit als Gegner des Futsal-Balles, lenkt er inzwischen immerhin schon ein: „Es hat vielleicht nicht ganz so viel mit Fußball zu tun. Aber ich bin gespannt.“ Fromme verspricht sich durchaus mehr Attraktivität für die Zuschauer. Auch weil das „Gebolze“, nicht zuletzt von den Torhütern verursacht, keinen Sinn mehr ergibt. „Ich wollte mich schon bei Christian Keil erkundigen. Der hat ja jüngst beste Erfahrungen gemacht“, hat der Ball immerhin Frommes Interesse geweckt.

15 Turniertreffer

Sein ehemaliger Teamgefährte dürfte ihm nur Gutes berichten. Denn beim Turnier in Nienberge brachte der FCG-Routinier den Ball gleich 15 Mal im Tor unter. Probleme mit dem Objekt der Begierde sehen anders aus. „Ich hatte den Ball das erste Mal am Fuß und es hat einfach gut funktioniert“, berichtet Keil. Ihm hat es gefallen. „Das Spiel wird schneller, weil der Ball nicht mehr so weit wegspringt. Man kann ihn rascher verarbeiten. Zudem lässt er sich einfacher, besser kontrollieren. Auch das Gepöhle lässt nach“, stellt der 27-Jährige die Vorzüge heraus. Überhaupt sieht sich Keil bestätigt: „Die Neugierde auf den Ball war es eigentlich, die mich noch einmal in die Halle getrieben hat.“

Der Futsal-Ball

Der sprungreduzierte Ball aus dem Futsal hat einen Umfang von mindestens 62 und höchstens 64 cm (der Fußball misst dagegen 68 bis 70 cm). Der Ball hat relativ wenig Druck (0,6 bis 0,9 bar Überdruck gegenüber 0,6 bis 1,1 bar beim Standard-Fußball der Größe fünf). Zusätzlich gibt es die Vorgabe, dass der Ball beim Futsal bei einer Fallhöhe von zwei Metern nach dem ersten Aufprall nicht weniger als 50 und nicht mehr als 65 cm aufspringen darf.

...

Für seinen Trainer kommt nun das, was längst kommen musste. „Ich lege ja nicht so großen Wert auf Tradition. Daher hätte ich es schon gut gefunden, wenn man den neuen Ball schon im letzten Jahr ins Spiel gebracht hätte“, sagt Benjamin Heeke. „Es geht ja nicht darum, den Fußball von draußen zu übernehmen. Man spielt ja auch nicht elf gegen elf.“ Heeke verspricht sich „ansehnlichen Fußball“. Einen, bei dem „der Zufall minimiert wird.“ Aber auch einen, bei dem es unterklassige oder technisch weniger versierte Kicker schwerer haben. Der FCG-Coach begegnet der Neuerung jedenfalls offen. „Wir spielen ja nicht mit einem Flummi.“

Künftig sicher aber doch etwas anders. So macht das Spiel über die Bande wenig Sinn, da der Ball nicht mehr so extrem zurückprallt. Für Heeke kein Makel: „Es wird ein etwas anderer Fußball. Aber ich habe Bock darauf.“

Die Luft aus dem Hallenspektakel entweicht jedenfalls nicht. Auch nicht mit dem neuen Spielgerät.

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