Basketball: Regionalliga
WWU Baskets mit der Doppel-Eins auf Party-Kurs

Münster -

Die WWU Baskets müssen ein wenig aufpassen, dass sie am Heiligabend nicht mit den Schultern den Weihnachtsbaum umrempeln. Das Kreuz der Basketballer ist nach dem Pokalsieg in Grevenbroich so breit wie nie. Da stellt sich die hoffnungsvolle Frage: Was geht in 2018?

Donnerstag, 21.12.2017, 16:20 Uhr aktualisiert: 22.12.2017, 14:54 Uhr
Auf Genesungskurs: Baskets-Spielmacher Brandon McGill.
Auf Genesungskurs: Baskets-Spielmacher Brandon McGill. Foto: fotoideen.com

Große Feste haben ihre Zeit: Im Dezember beispielsweise wird traditionell Weihnachten gefeiert, im April stehen Meisterschaften an. Das weiß keiner besser als Philipp Kappenstein, der in den vergangenen Jahren regelmäßig nur am 24. Dezember feiern durfte und im Frühjahr die Festivitäten anderen überlassen musste. Und so war die Stimmung der WWU Baskets am Dienstagabend bei der nächtlichen Rückfahrt aus Grevenbroich aus gegebenem Anlass sehr gut – die Korken sollen aber erst am 17. April fliegen, wenn die Basketball-Regionalliga ihren Meister offiziell in die zweite Bundesliga verabschiedet.

Derzeit gibt es für diesen Anlass zwei ernsthafte Bewerber: eben die Baskets aus Münster und das Team der BSG Grevenbroich. Am Dienstagabend trafen sich beide Teams im Achtelfinale des WBV-Pokals – beileibe kein Muster ohne Wert, allemal aber auch nicht entscheidend für den langen Titelkampf. Münster siegte in Grevenbroich mit 78:70 und steht im Pokal-Viertelfinale. Das ist nett, führt aber letztlich bestenfalls doch nur zu einem Trostpreis, sollte es nicht gleichzeitig auch zum Meistertitel reichen. Die Baskets kennen das nur zu gut: Im vergangenen Jahr wurde Münster Pokalsieger durch einen Finalerfolg gegen Schwelm – das wiederum gut gönnen konnte, weil das Team kurz zuvor den Aufstieg perfekt gemacht hatte. Die Prioritätenliste der WWU Baskets für das neue Jahr hat eine klare Struktur: Die Titelverteidigung im Pokal läuft unter „nice to have“, der Liga-Titel ist ohne wenn und aber ein „Must-have“. Dennoch stärkt der Erfolg beim Konkurrenten allemal das ohnehin gestählte Selbstbewusstsein der Baskets. Der Erfolg war alles andere als ein Muster ohne Wert, vielmehr „ein Statement“, wie Kappenstein betont.

TuS Hiltrup reizt die Hertener Löwen

Wenn Adam Ligocki am Dienstagabend dann doch ein klein wenig unzufrieden war, dann, weil sein Team im Pokal wieder einmal gezeigt hat, was in der Meisterschaft alles möglich wäre. Der TuS Hiltrup, Tabellensiebter der Basketball-Landesliga, verabschiedete sich zwar erwartungsgemäß im Achtelfinale des WBV-Pokals, lieferte aber beim 76:94 gegen die drei Klassen höher spielenden Hertener Löwen eine klasse Partie und brachte auch gut 100 Fans in der eigenen Halle in beste Festtags-Stimmung.

„Und das Ergebnis klingt auch noch deutlicher, als es war“, lobte Ligocki seine Jungs, „die dem Regionalligisten im dritten Viertel den Angstschweiß auf die Stirn getrieben haben. Da waren wir bis auf fünf dran.“ Erst am Ende legten die Hertener ein halbwegs standesgemäßes Polster zwischen sich und den wackeren Außenseiter, bei dem vor allem Marko Hagen und Marian Lenz die Akzente setzten. „Schade, dass wir in der Liga nicht regelmäßig diese Leistung abrufen“, so Ligocki.

TuS Hiltrup: Lenz (20), Hagen (16), Oberthür (10), Gritschke (6), Kleinen (6), Maywald (4), Kunzendorf (4), Kalaitzidis (4), Gottlieb (2), Dahlmann (2), Dueffel (2), Köhler

...

Ein zweites, möglicherweise meisterschaftsentscheidendes „Statement“ lieferte Baskets-Manager Helge Stuckenholz bereits am Tag vor dem Pokal-Knüller: Der Kontrakt mit US-Import ­Bryce Leavitt konnte dank eines Sponsors über das Jahresende hinaus bis zur angepeilten Aufstiegsfeier im April verlängert werden. Leavitt war im Oktober nachverpflichtet worden, weil sich der etatmäßige Aufbauspieler Brandon McGill langfristig verletzt hatte. Leavitt hat sich blendend und blitzschnell eingelebt, McGill wird im Januar zurückerwartet – doch auf seiner Position steht dann schon ein Starter. Wie geht es weiter: doppelte Freude für die Baskets oder teure Halbtagsjobs für die US-Boys? Gleichzeitig dürfen sie nicht auf dem Spielbericht auftauchen – und dennoch können die Baskets profitieren. „Das ist eine sehr gute Konstellation. Wir werden sehr viele schwere Spiele in kurzer Zeit bestreiten müssen. Es lohnt sich immer, eine Alternative zu haben“, sagt Kappenstein. „Natürlich braucht man eine klare Nummer eins im Aufbau – und das ist zurzeit natürlich Bryce. Aber Brandon kann uns jederzeit sofort helfen.“ Und hätte auch große Lust, im Frühjahr ein großen Fest zu feiern.

WWU Baskets: Weß (25), Jan König (21), Andre König (11), Leavitt (10), Göknil (6), Kusel (3), Padberg (2)

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5374459?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686137%2F2686209%2F2686789%2F
Nachrichten-Ticker