Fußball: 3. Liga
Durchschnaufen für Preußen nicht möglich – Körber bricht Training ab

Münster -

Die üblichen eineinhalb freien Tag nach ihren Spielen und dem Auslaufen müssen sich die Profis des SC Preußen derzeit abschminken. Aus gutem Grund. Im Moment geht es Schlag auf Schlag für den Drittligisten. Eine schmerzhafte Erfahrung machte unterdessen Torwart Nils Körber.

Mittwoch, 24.01.2018, 15:20 Uhr aktualisiert: 25.01.2018, 14:02 Uhr
Nils Körber 
Nils Körber  Foto: pp

Freie Tage sind derzeit eine Seltenheit beim SC Preußen. Kein Wunder, in den vier Partien binnen zwei Wochen entscheidet sich voraussichtlich die Richtung, in die es in dieser Saison geht. Nach dem 0:2 in Meppen am Sonntag sind die Münsteraner in den Heimspielen gegen das sieben Mal in Serie siegreiche Würzburg (Freitag) und das Morgenluft witternde Schlusslicht Erfurt (Dienstag) sowie danach beim Kellerrivalen Werder Bremen II (Samstag) schon etwas unter Erfolgsdruck. Bis zum Auftritt im Norden ist der Zeitplan jedenfalls ohne Unterbrechung durchgetaktet, wie Coach Marco Antwerpen verrät.

Da kommt es ihm gelegen, dass bis auf Sebastian Mai alle Akteure fit sind. Michele Rizzi trainiert wieder normal mit, und sogar Benjamin Schwarz ist nach seiner komplizierten Knie-Operation wieder Dauergast in den Einheiten. Dabei agiert er häufig in Spielformen als neutraler Mann. „Wir sind schon erstaunt über seine Fortschritte“, sagt Antwerpen. „Ich habe selten einen Profi erlebt, der sich so zurückkämpft. In unserem kleinen Kader ist jede Alternative schnell hilfreich.“ Ein Comeback in dieser Saison wird, anders als noch im Sommer, keineswegs mehr ausgeschlossen.

Sorgen bereitete am Mittwoch einzig Keeper Nils Körber, der morgens einen Schuss von Philipp Hoffmann unglücklich ans Ohr bekam und das Training abbrechen musste.

In der Video-Analyse zum Auftaktspiel sah sich Antwerpen derweil in den Live-Eindrücken bestätigt: „Wir haben hinten super gestanden, nur vor dem Tor Ruhe vermissen lassen. Die Entscheidung, Dribbling oder Pass, war meist die falsche.“► Wie erwartet, hat der SCP am Mittwoch die Bestätigung des DFB erhalten, dass die Auflagen der Nachlizenzierung erfüllt wurden. Die Liquiditätslücke hat der Verein damit geschlossen. Damit ist die Aufrechterhaltung des Spielbetriebs gewährleistet. „Die gute Nachricht aus Frankfurt beseitigt alle Spekulationen über die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des SC Preußen und ist eine gute Grundlage für den Rest der laufenden Saison. Mein Dank gilt allen, die für dieses Ergebnis hart gearbeitet haben! Mit diesem Rückenwind geht es nun in die entscheidende Phase dieser Spielzeit mit der Hoffnung und Erwartung, dass sich dies auch positiv auf die sportliche Entwicklung auswirkt. Ich habe volles Vertrauen in unseren neuen Trainer Marco Antwerpen und die Mannschaft, dass sie das vordringliche Ziel des Klassenerhalts erreichen werden“, kommentierte Vereinspräsident Christoph Strässer.

Info-Abend des Fanports

Der Fanport des SC Preußen lädt an diesem Donnerstag (19.30 Uhr) in den Lesesaal der Stadtbücherei bei freiem Eintritt zu einer Info-Veranstaltung samt Diskussion ein. Diese dreht sich um die „Identitäre Bewegung“, die zur „Neuen Rechten“ zählt und inzwischen europaweit agiert. Die Entstehung und die rassistische Ideologie sollen behandelt werden wie auch Verbreitung und Praxis in NRW. Julian Bruns, Mitautor eines Buches zum Thema, und Anna Herkenhoff als Mitarbeiterin der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus und für Demokratie im Regierungsbezirk Münster, sollen den Abend bereichern. Die Veranstaltung gehört zur Reihe „Flutlicht“, in der es um Fanrechte und -kultur sowie Politik und Antidiskriminierung geht. Sie ist gleichzeitig Beitrag des Fanports zum jährlichen Programm „Nie wieder!“ der Initiative Erinnerungstag im deutschen Fußball. So versuchten auch in der Kurve des Preußenstadions Mitte des vergangenen Jahres einzelne Mitglieder der „Identitären Bewegung“ Fuß zu fassen. Die seit jeher eher unpolitisch oder links eingestellten SCP-Ultras (Fiffi-Gerritzen-Kurve, „Deviants“) stellten sich allerdings erfolgreich gegen diese Andockversuche und supporteten zwischendurch sogar wieder gemeinsam. „Die Szene hat die Dinge an uns herangetragen, sie aber selbst geregelt. Ein unglaublich positiver Schritt“, so Vorstandsmitglied Siggi Höing.

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