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Fr., 26.01.2018

Fußball: 3. Liga Simon Scherder lässt Preußen Münster tief durchatmen

Dabei und mittendrin: Simon Scherder krönte sein Debüt als Kapitän in der Liga-Startelf der Preußen mit dem wichtigen Treffer zum 1:0. Die Mannschaft fand sich schnell zum Gratulieren beim Kapitän ein.

Dabei und mittendrin: Simon Scherder krönte sein Debüt als Kapitän in der Liga-Startelf der Preußen mit dem wichtigen Treffer zum 1:0. Die Mannschaft fand sich schnell zum Gratulieren beim Kapitän ein. Foto: Jürgen Peperhowe

Münster - 

Eigentlich sollte Simon Scherder Adriano Grimaldi nur als Kapitän ablösen, aber weil es sich gerade anbot, übernahm er auch dessen Job als Torschütze. Der Treffer des Ur-Preußen gegen die Würzburger Kickers war der erste Heimtreffer im neuen Jahr – und reichte für den ersten Dreier in 2018.

Von Thomas Rellmann

Dieses Spiel, dieses Resultat benötigte Preußen Münster so dringend. Die ersten Früchte der neuen Trainer-Philosophie sind im Sack, Marco Antwerpen holte bei seinem Liga-Heimdebüt ein eminent wichtiges 1:0 (1:0) gegen die zuvor sieben Mal in Serie erfolgreichen Würzburger Kickers. Das wird auch die Konkurrenz notieren. Einmal kurz durchatmen – dann kommt am Dienstag bereits RW Erfurt zum Nachholspiel. Und das wird ebenso wichtig.

Die Gäste liefen allein personell in Galabesetzung auf, da war viel Drittliga-Klasse mit Zweitliga-Erfahrung gemischt. Die auf dem Papier etwas vorsichtigere Grundhaltung des SCP war auch eine Antwort auf die geballte Offensivpower des Tabellenzehnten mit sechs nach vorne orientierten Akteuren.

Fotostrecke: 22. Spieltag - Saison 2017/18: Preußen Münster - Würzburger Kickers

Doch das war eben nur die nominelle Ausgangslage. In Wahrheit rissen die Hausherren das Kommando an sich. Mutig, ideenreich, bissig. Nach einem Chip von Jeron Al-Hazaimeh tauchte Tobias Rühle schon frei vor dem Kasten auf, legte aber noch mal auf Martin Kobylanski ab, dessen Abschluss Maximilian Ahlschwede auf der Linie klärte (14.). Auch ein Schuss von Philipp Hoffmann (16.) war gefährlich. Mit der Zeit aber überließ Münster dem Gegner mehr und mehr vom Feld, blieb zwar aggressiv, allerdings auf Kosten vieler Fouls.

Das Tor des Tages

Ole Kittner weckte seine Farben mit einem Kopfball nach Rühle-Flanke wieder (27.). Da ging die Kugel noch knapp drüber. Fünf Minuten später brachte Kobylanski eine erneute Ecke scharf vors Tor und Sandrino Braun einen Aufsetzer zu Simon Scherder, der fast kniend das Leder mit dem Hinterkopf ins Eck drückte (32.). 1:0 – eine kleine Explosion im ansonsten eher leisen Rund, in dem die aktive Fanszene erneut als Protest gegen die Ausgliederung stumm blieb.

Fotostrecke: Einzelkritik: Preußen Münster - Würzburger Kickers

Egal, diese Führung war erst mal Gold wert und verdient. Würzburgs Vorteile waren nur von kurzer Dauer und erbrachten nie Zwingendes. Hoffmann hatte sogar noch eine Großchance (45.+1), während Patrick Göbel mit dem Pausenpfiff die erste Kickers-Gelegenheit besaß (45.+2). Eigentlich alles rosig für die Gastgeber. Wären da nicht die Kleinkriege mit dem zeitweise merkwürdig pfeifenden Referee Robert Kampka gewesen. Da steckte eine Menge Konfliktpotenzial drin.

Vabanquespiel in der Schlussphase

Doch nach der Pause fokussierten sich die Adler wieder aufs Wesentliche und gaben keinen Zentimeter nach. Die Abwehr stand außerordentlich stabil, davor räumte Braun einiges weg. Auch das Publikum blühte auf. Einzig die Angriffe hatten erneut nicht die benötigte Präzision, um Keeper Patrick Drewes – wie Felix Müller und Marco Königs ein Ex-Preuße in Würzburgs Startelf – in Bedrängnis zu bringen.

Lange fehlten die heiklen Szenen in Abschnitt zwei. Dann blieb ein klares Handspiel von Dennis Mast ungeahndet (69.), im Gegenzug strich der Distanzschuss von Simon Skarlatidis hauchzart am Pfosten vorbei (70.).

Ein Vabanquespiel wurde die Schlussphase so oder so. Nicht weil die Kickers auf den Ausgleich drängten, sondern weil Münster keinen Konter finalisierte. Der eingewechselte Adriano Grimaldi hatte nach Fabian Menigs Anspiel die Entscheidung auf dem Fuß – nur Zentimeter drüber (85.). Da der SCP aber entschlossen verteidigte, fand das Zittern ein Ende ohne Schrecken.

Statistiken:

SCP: Körber - Schweers, Kittner, Scherder - Menig, Braun, Wiebe, Al-Hazaimeh - Hoffmann (68. Grimaldi), Rühle (72. Rizzi), Kobylanski (63. Cueto)

Kickers: Drewes - Ahlschwede, Neumann, Schuppan - Nikolaou - Göbel (76. Taffertshofer), Skarlatidis, Müller, Mast - Königs (60. Baumann), Ademi (84. Bytyqi)

Schiedsrichter: Robert Kampka (Mainz)

Tore: 1:0 Scherder (32.)

Zuschauer: 6075

Gelb: Kittner, Kobylanski, Al-Hazaimeh, Menig / Müller, Neumann, Schuppan



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