Di., 30.01.2018

Fußball: 3. Liga Preußen Münster feiert beim 5:0 gegen RW Erfurt höchsten Sieg in Liga drei

Das sieht gut aus: Doppelpacker Martin Kobylanski (links) freut sich nach seinem Strafstoßtreffer mit Moritz Heinrich und Danilo Wiebe (rechts).

Das sieht gut aus: Doppelpacker Martin Kobylanski (links) freut sich nach seinem Strafstoßtreffer mit Moritz Heinrich und Danilo Wiebe (rechts). Foto: Jürgen Peperhowe

Münster - 

Geht doch: Der SC Preußen hat das Kellerduell gegen RW Erfurt mit 5:0 gewonnen und feierte seinen zweiten Heimsieg in Serie. In der Tabelle verschafften sich die Jungs von Trainer Marco Antwerpen etwas Luft im Kampf gegen den Abstieg.

Von Thomas Rellmann

Ist es unverschämt, den klarsten Saisonsieg des SC Preußen eher am Kontrahenten als an der eigenen Leistung festzumachen? Ein bisschen bestimmt, viele solcher Feiertage bot diese Saison ja noch nicht. Also gut, das 5:0 (2:0) gegen RW Erfurt war ein Produkt aus einem Guss – spiel- und freudige Adler trafen auf ein schlichtweg desolates Schlusslicht.

„Die Vorstellung war beeindruckend. Es hat Spaß gemacht, den Jungs zuzusehen“, sagte Trainer Marco Antwerpen. „Wir sollten aber auch berücksichtigen, dass der Gegner arge Probleme hatte.“ Zwei weite Auswärtsreisen in vier Tagen und personelle Rückschläge hatten Spuren hinterlassen.

Fotostrecke: Saison 2017/18 - Nachholspiel - 20. Spieltag: Preußen Münster - RW Erfurt

Die Hausherren legten regelrecht furios los, drückten die Thüringer in den eigenen Sechzehner. Speziell Philipp Hoffmann wirkte wie aufgedreht und war auch Vorbereiter der schnellen Führung. Spielend leicht ließ er die rechte Seite hinter sich und legte quer auf Tobias Rühle, der gar keine Mühe mit seinem zweiten Saisontor hatte (5.). Der Gast war aufgrund der Verletzung von Florian Neuhold auch ein paar Minuten in Unterzahl. „Wir haben schnell reingefunden und wieder alles umgesetzt“, sagte Verteidiger Lion Schweers.

Schwacher Gast aus Erfurt

Wenig später gab’s Elfmeter. Fabian Menig nahm den Ball eher mit Brust und Hals denn mit dem Oberarm an, nach dem Zupfer von Bastian Kurz zeigte Referee Franz Bokop auf den Punkt. Kobylanski verwandelte sicher (15.). Ohne die Leistung der Münsteraner zu entwerten, war der Auftritt des Tabellenletzten genau eines solchen würdig. Nur Keeper Philipp Klewin stand Rühle im Weg, als er unbehelligt am Fünfer zwei Mal abschließen durfte (27.). Bei der folgenden Ecke fischte der Torwart den Schweers-Kopfball (28.).

Fotostrecke: Einzelkritik: Preußen Münster - RW Erfurt

Oft waren die Gastgeber völlig überrascht von den Freiheiten, die sie in der gegnerischen Hälfte genossen. Waren da verdutzte Blicke auf dem Feld zu sehen? Gerade Rühle hatte oft viel Zeit, den Ball anzunehmen. Sein Schuss aus spitzem Winkel zischte nur knapp drüber (39.). Noch besser war die Gelegenheit von Danilo Wiebe, der völlig frei auf Klewin zusteuerte, aber wegrutschte (45.+1).

Wechsel im SCP-Tor

Dann blieb SCP-Keeper Nils Körber (Oberschenkelprobleme) in der Kabine, Max Schulze Niehues sprang ein. Änderte natürlich nichts am Bild. Keine fünf Minuten brauchten die Preußen, um einen Haken hinter den Sieg zu machen. Wiebe startete ein ungewöhnliches Solo in früherer Mehmet-Kara-Manier, legte kurz ab auf Kobylanski, der ohne Gegenwehr seine Schusstechnik zum 3:0 demonstrieren durfte (50.).

Mit einem Freistoß verfehlte er nur knapp sein neuntes Saisontor (55.). Als ihm der Ball vor die Füße fiel, verzog er mit Risiko (68.), Sekunden später zu eigensinnig (69.). Sein Zuspiel auf den gerade eingewechselten Adriano Grimaldi war dagegen wieder Sahne. Die rot-weiße Abseitsfalle funktionierte zum x-ten Mal kläglich, der Kapitän tat mit seinem Schuss ins lange Eck etwas für die Seele – sein erstes Tor seit Juli (74.). Sandrino Braun prüfte Klewin per Distanzschuss (78.), ehe es in der Schlussphase noch mal heiß her ging.

Platzverweis für die Gäste

Erst flog Merveille Biankadi für ein Frust-Foul an Rühle mit Rot vom Platz (84.). Dann zeichnete sich Schulze Niehues gegen Elias Huth aus, der freie Bahn hatte (85.). Im Gegenzug legte Grimaldi das 5:0 nach Schweers-Traumpass nach und machte den höchsten Sieg der Drittliga-Historie perfekt (86.).

Wichtiger aber: Einen Sieben-Punkte-Puffer auf die Abstiegsränge haben die Preußen schon nach drei Rückrundenspielen. Das ist kein Ruhekissen, aber doch eine echte und vor allem frühe Basis im Rennen um den Klassenerhalt. „Es ist gut, ein bisschen Abstand in die unteren Regionen geschaffen zu haben“, sagte Antwerpen. Er hat die Mannschaft zweifellos ins Rollen gebracht.



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