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Do., 15.02.2018

Fußball: 3. Liga Die Ideenspiele des Marco A. vor der Partie zwischen Preußen Münster und Hansa Rostock

Voller Einsatz ist vom immergrünen SCP gefordert, wie hier beim Gastspiel in Magdeburg: Sandrino Braum (2.v.l.), Lion Schweers und Michele Rizzi (8) dürften auch gegen Rostock erste Wahl sein.

Voller Einsatz ist vom immergrünen SCP gefordert, wie hier beim Gastspiel in Magdeburg: Sandrino Braum (2.v.l.), Lion Schweers und Michele Rizzi (8) dürften auch gegen Rostock erste Wahl sein. Foto: Jürgen Peperhowe

Münster - 

Der SC Preußen ist daheim vielleicht nicht unbedingt eine Macht, aber zumindest lassen die Gegner im Preußen-Rund regelmäßig Federn. Am Freitag soll Hansa Rostock mit Rückkehrer Amaury Bischoff dran glauben. Im Vorfeld gibt es allerdings erhebliche personelle Probleme.

Von André Fischer

Licht aus, Spot an! Die Hansa-Kogge schippert gen Münster. Mit gut 1000 Fans im Schlepptau und der Empfehlung, sieben der letzten acht Partien gewonnen zu haben. Da kommt Stimmung auf – besonders bei Amaury Bischoff, beim SCP vor seinem Abgang gen Rostock in Ungnade gefallen.

Und die Adlerträger? Schmeißen unter Flutlicht ihre Heimstärke in den Ring und wollen ihren Aufwärtstrend unter Trainer Marco Antwerpen fortsetzen. Elf Punkte könnten sie bei einem Dreier zwischen sich und die Konkurrenz in der grauen Zone bringen – zumindest für eine Nacht. Da lohnt es sich doch, den erwarteten 8500 Zuschauern in diesem Brisanzspiel was zu bieten. Anstoß im Rund an der Hammer Straße ist um 19 Uhr.

Freitagabendspiel hin oder her: Antwerpen hat im Vorfeld andere Sorgen. Die Verletzung von Danilo Wiebe (vorderes Kreuzband angerissen, Außenband gerissen) reißt eine Lücke in die Doppelsechs. Die Fragen, die den Coach seit Tagen um den Schlaf bringen: Das bewährte System (4-2-3-1) umstellen? Oder den Posten an der Seite von Sandrino Braun anderweitig vergeben. Wenn das so einfach wäre. Eins zu eins sei Wiebe nicht zu ersetzen, verrät der 46-jährige Fußball-Lehrer. Vielleicht Simon Scherder vorziehen und Ole Kittner als Abfangjäger in der Innenverteidigung platzieren?

Ein Gedankenspiel. Fakt ist: Antwerpen muss sich auf Dauer eine Lösung überlegen, zumal der laufstarke Wiebe die Saison ausfallen dürfte. Nach einem weiteren MRT-Termin drehen sich die Überlegungen aktuell darum, das Kreuzband operieren zu lassen oder die Verletzung konservativ zu behandeln. Wiebe jedenfalls, unter Antwerpen ein aufblühendes Element im Kader, ist bedient. „Der Junge ist niedergeschlagen“, weiß sein Trainer. Zumindest gibt es schon jetzt Tendenzen, den am Ende der Spielzeit auslaufenden Vertrag mit dem Perspektivspieler zu verlängern.

Der Gegner-Check: Hansa Rostock

Ausgangslage: Es kommt die aktuell erfolgreichste Auswärtsmannschaft der 3. Liga nach Münster mit 21 Punkten (15:5 Tore). Nur in Magdeburg und Paderborn verlor die „Kogge“ sowie letztmals Mitte Oktober in Jena. Will Hansa im Aufstiegsrennen bleiben, dann sind Ausrutscher verboten – und ein Ausrutscher wäre schon ein Remis in Münster.

Personal: Die zweitbeste Abwehr der Liga mit nur 21 Gegentoren soll das Pfund im Aufstiegsrennen sein. Torwart Janis Blaswich, Abwehrchef Oliver Hüsing – in Kooperation mit Julian Riedel – sowie Bryan Henning sind die Schlüsselspieler im Defensivverbund. Nicht nur das, in der Winterpause wurde bei Transfers zugelangt. Volltreffer Nummer eins: Mittelstürmer Pascal Breier kam vom VfB Stuttgart. Für die Defensive wurde Nico Rieble vom VfL Bochum (21 Zweitligapartien) verpflichtet.

Trainer: Pavel Dotchev bastelt an der Rückkehr in die 2. Bundesliga. Die soll spätestens 2019 gelingen, ein Jahr früher würde es die Gemeinde des früheren Erstligisten auch nicht stören. Der 52-Jährige Dotchev schaffte das bereits mit Paderborn und Aue, mit Münster nicht.

Kuriosum: Rostock in Münster, das garantiert a.) Tore, und b.) eine gute Kulisse. Geht man vom statistischen Mittelwert aus, dann werden vier bis fünf Treffer fallen, beide Teams werden treffen. Ein 0:0 – nahezu ausgeschlossen. Was die Kulisse betrifft, so sahen die fünf direkten Aufeinandertreffen mit Rostock im Preußenstadion durchschnittlich 10 171 Menschen. Münster aktuelle Zuschauerschnitt bei 6721 Besuchern pro Spiel ist ausbaufähig.

Preußens Kader, neben Wiebe fallen gegen Rostock Moritz Heinrich (Sprunggelenk), Nils Körber (Muskelfaserriss), Sebastian Mai (Gesäßmuskelzerrung), Nico Rinderknecht (Knie) und Benjamin Schwarz (Aufbau) aus, könnte sich nach dem Spiel weiter dezimieren. Stéphane Tritz, Jeron Al-Hazaimeh, Michele Rizzi und Tobias Rühle droht nach jeweils vier Gelben Karten eine Spielsperre. Mit Rühle hat zumindest einer des Quartetts versprochen, durchzukommen, wie Antwerpen schmunzelnd verrät. Gut zu wissen. Der personelle Engpass war selten so gravierend wie zu dieser (wichtigen) Saisonphase.

►  SC Preußen: Schulze Niehues – Menig, Schweers, Kittner, Al-Hazaimeh – Braun, Scherder – Hoffmann, Rizzi, Rühle – Grimaldi



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