Basketball: Regionalliga
Glück und Schmerz bei den Baskets-Helden

Grevenbroich -

Der Erfolg der Baskets in Grevenbroich hatte viele Väter, aber auch zwei Helden: Bryce Leavitt zog elegant die Fäden und Kai Hänig war fürs Grobe zuständig. Beide überragten die Riesen vom Rhein, auch wenn Leavitt am Ende für den größten Wermutstropfen des Abends sorgte.

Sonntag, 18.02.2018, 19:00 Uhr aktualisiert: 19.02.2018, 15:00 Uhr
Not in my House: Auch in fremder Halle übte Kai Hänig, hier gegen Marcus Delpeche, kompromisslos sein Hausrecht aus..
Not in my House: Auch in fremder Halle übte Kai Hänig, hier gegen Marcus Delpeche, kompromisslos sein Hausrecht aus.. Foto: Jürgen Peperhowe

Nach der Partie trugen Fitness-Coach Baris Türkel und Nico Funk den Mann des Tages auf Schultern aus der Halle. Verdient hatte er es allemal – dazu hätte es des dick bandagierten und offensichtlich überdimensional angeschwollenen Knöchels am rechten Fuß nun wirklich nicht bedurft. Doch Bryce Leavitt, der an diesem Abend mit hellem Köpfchen und sicheren Händchen seine Baskets zum Sieg geführt hatte, war in der letzten Aktion des Spiels umgeknickt, verabschiedete sich unter Schmerzen mit einem finalen Freiwurf aus der Partie – und möglicherweise aus der restlichen Spielzeit.

„Der ist durch“, lautete die medizinisch wohl noch ausbaufähige Spontan-Diagnose von Philipp Kappenstein, die an diesem Montag vom Fachpersonal voraussichtlich bestätigt wird. „Ich denke, dass die Saison für Bryce zu Ende ist.“ Das ist nicht nur für den US-Amerikaner selbst höchst unglücklich, sondern trifft natürlich auch das Team, das noch vier Ligaspiele zu bestreiten hat. „Und jetzt zahlt es sich aus, dass wir auf Brandon McGill bauen können“, so Kappenstein. „Wenn wir ihn nicht hätten, wäre ich sicher etwas weniger zufrieden ins Bett gegangen“, sagte der Coach am Tag, nachdem sein Team die wohl höchste Hürde, aber eben noch nicht die letzte dieser Spielzeit genommen hatte.

Am Samstag beginnt die vierteilige Regionalliga-Abschiedstournee der Baskets mit dem Heimspiel gegen den Tabellenachten, die BBG Herford. Die Ostwestfalen ließen am Samstag durch einen spektakulären 97:65-Kantersieg gegen Baskets-Bezwinger TV Ibbenbüren aufhorchen – und halfen damit, die Sinne bei den Baskets neu zu schärfen. „Das zeigt uns, dass wir wach bleiben müssen“, so Kappenstein. Dem schloss sich Kapitän Jan König im Namen der Mannschaft an: „Es liegt alleine an uns. In vier Spielen kann viel passieren, wir müssen weiter aufpassen.“ Für das große Ziel – und natürlich für Bryce Leavitt.

Einer, der seinem verletzten Spielmacher die Auszeit versüßen kann, ist Center Kai Hänig. Am Samstagabend war es zumindest keine gute Idee, sich mit dem 2,03-m-Hünen anzulegen. Mitspieler Andrej König kassierte zunächst einen schmerzhaften Ellbogencheck und bekam später auch noch den Ball nachdrücklich auf die Nase geschmettert. Nein, Gefangene machte Hänig in Grevenbroich nicht. „Schon okay“, nahm es König im Anschluss mit Fassung und Humor, „ich bin froh, dass die Zähne noch drin sind“.

Mit blutendem Ellbogen machte Hänig im Grevenbroich auch kurzen Prozess mit den Delpeche-Zwillingen Malcolm und Marcus – zwei Modellathleten mit Gardemaß, die vom Münsteraner nach allen Regeln der Basketballkunst abgekocht wurden. Not-in-my-House-Hänig war vorne wie hinten unüberwindbar. Am Ende standen rekordverdächtige 23 Punkte auf dem Spielberichtsbogen – und vier Rebounds. Hier hatten die Protokollanten offensichtlich frühzeitig entnervt die Arbeit eingestellt, gefühlt kam Hänig am Samstag auf rund 1000 Rebounds – die Wahrheit dürfte ungefähr in der Mitte liegen.

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