Basketball: Regionalliga
WWU Baskets weiter mit vereinten Kräften – und McGill für Leavitt

Münster -

Die letzten vier Aufgaben vor der Brust und den Aufstieg vor Augen: Die WWU Baskets Münster sind nach dem Triumph von Grevenbroich ganz knapp vor dem Ziel. Den Ausfall von Aufbau Bryce Leavitt können sie durch einen anderen US-Boy auffangen.

Montag, 19.02.2018, 17:06 Uhr aktualisiert: 19.02.2018, 17:56 Uhr
Nicht nachlassen: Als zusammenhaltendes Kollektiv haben sich die WWU Baskets vier Spieltage vor Schluss in die Pole Position gebracht – und wollen diese nun im Saisonendspurt auch verteidigen.
Nicht nachlassen: Als zusammenhaltendes Kollektiv haben sich die WWU Baskets vier Spieltage vor Schluss in die Pole Position gebracht – und wollen diese nun im Saisonendspurt auch verteidigen. Foto: Jürgen Peperhowe

Es waren ganz besondere Momente, die die WWU Baskets Münster im Rhein-Kreis Neuss am Samstagabend erlebten. Der 90:77-Erfolg im vielleicht vorentscheidenden Duell beim nun gestürzten Spitzenreiter BSG Grevenbroich setzte Emotionen und Freude frei, wie im Rausch feierte der neue Tabellenführer der Basketball-Regionalliga mit seinen mitgereisten 150 Fans in der Großsporthalle in Gustorf. Die Baskets sind nun in der Pole Position, vier Siege noch – und der Traum vom Aufstieg in die 2. Liga Pro B wird Wirklichkeit.

Der Gefahr, nach so einem Highlight-Erlebnis die Anspannung zu verlieren und vielleicht einen Gang herunterzuschalten, ist sich Münsters Coach Philipp Kappenstein durchaus bewusst. Ein schlechtes Gefühl aber beschleicht ihn nicht, zu groß ist das Vertrauen in seine Schützlinge. „Wir haben uns in den vergangenen Wochen durch die schweren Spiele gefightet und hatten immer das Ziel vor Augen, wieder Tabellenerster zu werden. Das haben wir nun geschafft, das wollen wir nun verteidigen. Unser Fokus ist nach wie vor hoch und bleibt es auch bis zur letzten Minute“, sagt Kappenstein. Auch das etwas leichtere Restprogramm als der punktgleiche Rivale Grevenbroich verleitet da nicht zum Schlendrian, zumal am Samstag (19.30 Uhr) die BBG Herford mit der Empfehlung des 97:65-Erfolges gegen den formstarken TV Ibbenbüren in die Unihalle kommt.

„Dieses Ergebnis und die Verletzung von Bryce Leavitt werden sicher unsere Sinne noch einmal schärfen“, sagt Kappenstein, der zumindest vorerst auf seinen amerikanischen Aufbau verzichten muss. Leavitt – er ist mit 15,7 Punkten, 9,2 Rebounds und 9,5 Assists pro Spiel Münsters Bester – knickte in der Schlussminute in Grevenbroich um und fällt nun aus. „Es ist nichts gebrochen, aber ein Band wird schon durch sein“, so der Coach.

Nur gut, dass die Baskets ein Ass in der Hinterhand haben. Und zwar eines, das wie ein Trumpf ist. Brandon McGill, vor der Saison als Nummer eins nach Münster gekommen, rückt nun wieder ins Team und nimmt die Leavitt-Rolle ein. Nachdem sich der US-Boy in der Hinrunde verletzt und praktisch eine Halbserie verpasst hatte, hatten die Baskets Leavitt nachverpflichtet – an McGill aber für den Fall der Fälle festgehalten. Das zahlt sich nun aus, der 28-Jährige wird viel Routine und Stabilität einbringen. „Es ist Gold wert, dass wir uns damals entschieden haben, Brandon zu halten. Er wird uns Sicherheit geben“, sagt Kappenstein. Das Baskets-Spiel aber wird sich sicher in Nuancen verändern, dafür sind Leavitt und McGill eben zu unterschiedliche Typen. „Defensiv werden wir zulegen, offensiv dafür vielleicht etwas Tempo verlieren. Aber Brandon kennt die Systeme, die wir spielen, und ist immer dabei gewesen. Zudem haben wir ja mit ihm auch die schweren Partien gegen Recklinghausen, Düsseldorf und Hagen in der Hinserie gewonnen“, sagt Kappenstein.

Diese Einschätzung teilt auch sein Kapitän Jan König, der ebenfalls keine Bedenken hat. „Brandon ist so integriert, dass es kein Pro­blem sein wird. Er hat unser volles Vertrauen“, sagt König über den Amerikaner, der sich trotz der Entscheidung, hinter Leavitt nur die Nummer zwei und damit nur Bankdrücker ohne Einsatzchance (in der Regionalliga ist nur ein Amerikaner spielberechtigt) zu sein, immer mannschaftsdienlich und vorbildlich verhalten hat.

Allein auf McGill verlassen können sich die Baskets ohnehin nicht, weiter ist der qualitativ tiefe Kader in Gänze gefordert. „Alle sind gefragt“, sagt Kappenstein. Heißt nichts anderes als: im Kollektiv zum Titel.

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