Basketball: Regionalliga
Geduldiger McGill springt bei den WWU Baskets für Landsmann Leavitt ein

Münster -

Er kam als großer Hoffnungsträger. Doch dann verletzte sich Brandon McGill, die WWU Baskets benötigten Ersatz und verpflichteten Bryce Leavitt. Nach der Genesung musste sich der US-Aufbau hinten anstellen. Doch jetzt hat es auch seinen Landsmann und Vertreter erwischt. McGill steht wieder parat.

Freitag, 23.02.2018, 11:36 Uhr aktualisiert: 23.02.2018, 17:18 Uhr
Strippenzieher: Aufbau Brandon McGill will die Baskets zur Regionalliga-Meisterschaft dirigieren.
Strippenzieher: Guard Brandon McGill will die Baskets zur Regionalliga-Meisterschaft dirigieren. Foto: fotoideen.com

Des einen Freud ist des anderen Leid. Auf keinen Spieler der WWU Baskets Münster trifft dies besser zu als auf Brandon McGill. Als Regisseur und erfahrener Aufbau hatten ihn Manager Helge Stuckenholz und Trainer Philipp Kappenstein im Sommer an den Horstmarer Landweg gelotst, der 28-Jährige sollte den Basketball-Regionalligisten als Leitwolf nach drei Vizemeisterschaften in Serie endlich zum Titel und zum Aufstieg in die 2. Liga Pro B führen. Doch es kam alles anders – und plötzlich war McGill nur noch zweite Wahl.

Schon in der Vorbereitung verletzte sich der Amerikaner am Oberschenkel, auch die Adduktoren bereiteten ihm Probleme. Sechs Liga-Spiele lang schleppte sich der in Washington D.C. geborene McGill durch, dann stoppte ihn die Blessur. „In jedem Spiel wurde es schlechter, es ging dann einfach irgendwann nicht mehr“, sagt er. Am 14. Oktober gegen die ART ­Giants Düsseldorf hatte der Spieler seinen letzten Einsatz, es folgten acht Wochen Pause. Eine neue Situation, die er in seiner Karriere so noch nicht erlebt hatte – und die ihn verunsicherte. „Mein erster Gedanke war, dass ich wieder nach Hause geschickt werde“, sagt McGill. Doch diese Verunsicherung nahmen ihm Stuckenholz und Kappenstein schnell. „Helge war sehr kommunikativ und hat mir gesagt, dass ich mich nicht stressen soll. Das hat mir sehr geholfen, so konnte ich mir Zeit nehmen.“ Nein, vom Hof jagen wollte den 1,86 Meter große Guard bei den Baskets keiner. Warum auch, einen Grund gab es nicht. Zu eingebunden war McGill in die Mannschaft, ein Stinkstiefel oder Quertreiber ist der Teamplayer nicht. „Wir haben früh in der Saison gemerkt, dass sich Brandon mit unserer Sache identifiziert. Er ist für uns als Persönlichkeit wichtig“, erklärt Kappenstein.

Dennoch musste sich der Coach auf die Suche nach einem Ersatz machen, um die sportlichen Ziele nicht aus den Augen zu verlieren. Die Wahl fiel auf Bryce Leavitt, der bei den Baskets auf Anhieb echte Top-Leistungen brachte und sich nach dem zunächst bis Dezember geschlossenen Vertrag für einen Kontrakt bis zum Saisonende empfahl.

Und da begann das nächste Problem für McGill. Denn nachdem er wieder fit war, stand ihm nun sein Landsmann im Weg – in der Regionalliga ist nur einer der beiden Amerikaner spielberechtigt. Und Kappenstein entschied sich für Leavitt. Ein Fakt, den McGill nachvollziehen konnte. „Für mich persönlich war es einfach, es zu verstehen. Das Team hatte eine Siegesserie, Bryce hat es sehr gut gemacht“, sagt der US-Boy, der sich zu jeder Sekunde ins Team einbrachte – obwohl er keine Chance hatte, seine Qualitäten auf das Feld zu bringen.

Diese aber kommt nun. Unverhofft. Aus dem Nichts. Weil Leavitt in der Schlussminute des Spitzenspiels bei der BSG Grevenbroich umknickte und nun mit einem Bänderriss außen vor ist. „McGill, übernehmen Sie“, heißt es jetzt. Und der ist „ready“, wie er vor der Partie am Samstag (19.30 Uhr) gegen die BBG Herford sagt. Schon im Pokal-Viertelfinale vor vier Wochen bewies er seine Klasse, nach etwas Anlaufzeit war er sofort wieder ein Faktor bei den Baskets, die er nun in den noch verbleibenden vier Begegnungen zur Meisterschaft dirigieren will.

Es wäre das versöhnliche Ende einer Saison, die für McGill nicht einfach war. Doch die Rückschläge sind vergessen, jetzt zählt es. Er will etwas zurückgeben, will das in ihn gesetzte Vertrauen zurückzahlen. „Meiner Verlobten und mir gefällt es in Münster sehr gut. Wir können uns vorstellen, lange hier zu bleiben“, sagt McGill. Am liebsten in der Pro B.

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