Fußball: 3. Liga
Preußen Münster liefert Punkte in Zwickau ab

Zwickau -

„Die Preußen kommen“: Drei Worte, die dieser Tage weder für Angst noch Schrecken sorgen. Preußen Münster zeigte in Zwickau sein Auswärtsgesicht. Traurig, einfallslos – und am Ende punktlos.

Sonntag, 25.02.2018, 16:42 Uhr aktualisiert: 25.02.2018, 18:50 Uhr
Zweikämpfe waren Trumpf: Hier wiegt Adriano Grimaldi schwer, vor allem für Gegenspieler Jans Washausen.
Zweikämpfe waren Trumpf: Hier wiegt Adriano Grimaldi schwer, vor allem für Gegenspieler Jans Washausen. Foto: Jürgen Peperhowe

Diese Bezeichnung ist nun wirklich kein Qualitätssiegel: Preußen Münster ist ein gern gesehener Gast. Im Fußball, nicht nur in der 3. Liga, ist das eher eine Demütigung, ein schlechter Scherz auf Kosten des anderen. Hier dem SC Preußen. Vielleicht reibt man sich die Hände in Aalen, Osnabrück, Karlsruhe, Köln, Chemnitz und Großaspach in der frohen Erwartung, dass die Adlerträger in dieser Saison noch genau dort antreten müssen. Denn die Preußen unterlagen mit 0:1 (0:1) beim FSV Zwickau, wieder eine Auswärtspleite, Status auswärtsschwach bestätigt. Nils Miatke klärte bereits nach vier Minuten den Ausgang dieser Partie vor 3310 Zuschauern. Münster auswärts, das ist nicht viel in dieser Saison, vielmehr bewegt sich der Club dank der eklatanten Misere in fremden Stadien weiter in der kritischen Zone der Tabelle.

Einzelkritik: SC Preußen gegen FSV Zwickau

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  • Torwart Max Schulze Niehues, Note 3,5, beim Gegentor machtlos, mit zwei, drei kleinen Unsicherheiten, konnte sich mangels Chancen der Zwickauer nicht auszeichnen.

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  • Innenverteidiger Lion Schweers, Note 3, erledigte seinen Job unaufgeregt und mit einer ordentlichen Leistung.

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  • Innenverteidiger Ole Kittner, Note 3, ließ nicht viel anbrennen. Später musste er bei der Systemumstellung (von 3-4-3 auf 4-4-2) für den offensiveren Michele Rizzi raus.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Innenverteidiger Ole Kittner, Note 3, ließ nicht viel anbrennen. Später musste er bei der Systemumstellung (von 3-4-3 auf 4-4-2) für den offensiveren Michele Rizzi raus.

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  • Innenverteidiger Ole Kittner, Note 3, ließ nicht viel anbrennen. Später musste er bei der Systemumstellung (von 3-4-3 auf 4-4-2) für den offensiveren Michele Rizzi raus.

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  • Mittelfeldspieler Sandrino Braun, Note 3, absolvierte sein Pensum in der defensiven Zentrale recht ordentlich. Ging es nach vorne, passte er sich dem Niveau der Angreifer an. Hatte in den letzten Wochen auffälligere und bessere Partien.

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  • Mittelfeldspieler Martin Kobylanski, Note 4, war durchaus bemüht, Ordnung zu schaffen und seine individuelle Qualität in den Ring zu werfen. Das gelang nicht, aber noch einer der Besseren im vorderen Bereich.

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  • Mittelfeldspieler Jeron Al-Hazaimeh, Note 3,5, wirkte vor allem nach der Pause übermotiviert, das war vielen Aktionen anzusehen. Meckerte zu viel beim Schiedsrichter, sah dafür die Gelbe Karte. Sein Offensivschwung verpuffte fast immer, einfach zu hektsich.

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  • Rechtsaußen Philipp Hoffmann, Note 4,5, blieb blass, es klappte nicht viel bei ihm. Musste Lucas Cueto weichen.

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  • Linksaußen Tobais Rühle, Note 4,5, macht sich das Leben selber schwer und steht offenbar bei den Schiedsrichtern auf der schwarzen Liste. Foul wird so gut wie gar nicht für ihn gepfiffen. Zudem: Viel zu selten konnte er seine Vorbereiter-Qualitäten überhaupt andeuten, geschweige denn ausspielen.

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  • Stürmer Adriano Grimaldi, Note 4,5, war vor der Pause praktisch unsichtbar. Erst nach dem Wechsel wurde der Kapitän etwas stärker. Sein Kopfball vor der Pause rauschte über das Tor, zu wenig Aktionen für einen Stürmer seiner Klasse.

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  • Einwechselspieler Lucas Cueto, Note 3,5, brachte als Hoffmann-Ersatz (55. Minute) gleich frischen Schwung und hatte eine der besten Chancen für den SCP. Später wurde dem flinken Angreifer mit der harten Gangart der Zwickauer der Schwung genommen.

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  • Einwechselspieler Michele Rizzi, keine Note, ersetzte Verteidiger Ole Kittner in der 64. Minute, ging aber ins zentrale Mittelfeld. Wollte das Preußen-Spiel sortieren, gelang aber in der hektischen Schlussphase nicht wirklich. Dennoch vielleicht ein Gewinner in der Niederlage.

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  • Einwechselspieler Tobias Warschewski, keine Note, sollte als Stoßstürmer für Tobias Rühle ab der 76. Minute für mehr Gefahr sorgen - bekam aber keine Bälle. Kleiner Trost: Warschewski ist wieder nahe dran an einem Startelfeinsatz.

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Weiter unter Druck

Trainer Marco Antwerpen sah nach der Pleite in Zwickau auch keinen Grund, den Auftritt seiner Mannschaft zu verteidigen. Er legte den Finger in die Wunde: „So stehen wir weiter unter Druck, immer unsere Heimspiele gewinnen zu müssen. Ich bin gespannt, ob uns das immer gelingt.“ Am Samstag wird der Tabellenzweite SC Paderborn an der Hammer Straße gastieren, auswärts wie daheim sind die Ostwestfalen noch einmal ein ganz anderes Kaliber als der zutiefst bodenständige und ausrechenbare FSV Zwickau am Samstag.

Die Preußen waren in dieser Saison ein Team mit unterschiedlichen Gesichtern. Die Krisensymptome bei Gastspielen sind dabei unübersehbar. Und schwer verständlich. In Zwickau hatte Tobias Rühle nach 19 Sekunden die größte Chance der Preußen im gesamten Spielverlauf – und scheiterte an Tormann Johannes Brinkies. Als drei Minuten später ein Konter zur Führung der Hausherren durch Miatke führte, war es für lange Zeit um den SCP geschehen. Kein Ruck ging durchs Team, Zweikämpfe und zweite Bälle wurden in Serie verloren, Offensivaktionen verpufften bereits im Ansatz. Hinten zuverlässig, vorne schwach. „Das war einfach nicht gut von unserer Offensive. Wir haben wenig Bälle festgemacht, hatten wenig Geschwindigkeit im Spiel, keine Präzision.“ Antwerpen stellte seinem Offensivblock ein schlechtes Zeugnis aus.

Auswärtsspiel: FSV Zwickau vs. SC Preußen Münster

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Wütend auf sich selbst

Alles wäre nicht so ärgerlich, hätte Zwickau den SCP an die Wand gespielt, ein Feuerwerk abgebrannt. Aber der FSV beschäftigte den Gast einfach nur unangenehm, so dass Münster in Ballbesitz nichts zustande brachte. Das reichte an diesem Tag in der Kältekammer, der SCP agierte jenseits der Mittellinie mit kalten Füßen.

Zwar wurde alles etwas besser nach der Pause, aber nur der eingewechselte Lucas Cueto mit einem Fernschuss sowie Simon Scherder mit einer Kopfball-Bogenlampe zahlten auf das Chancenkonto ein. Wütend waren die Preußen aber am Ende doch, ein bisschen auf sich selbst, aber mehr auf den Spielleiter, weil Schiedsrichter Eric Müller (Bremen) in zwei Szenen nach der Pause auf Handelfmeter hätt entscheiden sollen. Der zweite wäre in der Nachspielzeit fällig gewesen. Dem Unparteiischen fehlte wohl der Mut, mutmaßte Kapitän Adriano Grimaldi. SCP-Coach Antwerpen war schon vor der Pause mit Müller aneinander geraten, die Nicht-Pfiffe später verbesserten das Binnenklima nicht. Es half alles nichts, die Preußen hatten ihr müdes Auswärtsgesicht gezeigt. Diese Punkte sind futsch.

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