So., 25.02.2018

Fußball: 3. Liga Preußen Münster liefert Punkte in Zwickau ab

Zweikämpfe waren Trumpf: Hier wiegt Adriano Grimaldi schwer, vor allem für Gegenspieler Jans Washausen.

Zweikämpfe waren Trumpf: Hier wiegt Adriano Grimaldi schwer, vor allem für Gegenspieler Jans Washausen. Foto: Jürgen Peperhowe

Zwickau - 

„Die Preußen kommen“: Drei Worte, die dieser Tage weder für Angst noch Schrecken sorgen. Preußen Münster zeigte in Zwickau sein Auswärtsgesicht. Traurig, einfallslos – und am Ende punktlos.

Von Alexander Heflik

Diese Bezeichnung ist nun wirklich kein Qualitätssiegel: Preußen Münster ist ein gern gesehener Gast. Im Fußball, nicht nur in der 3. Liga, ist das eher eine Demütigung, ein schlechter Scherz auf Kosten des anderen. Hier dem SC Preußen. Vielleicht reibt man sich die Hände in Aalen, Osnabrück, Karlsruhe, Köln, Chemnitz und Großaspach in der frohen Erwartung, dass die Adlerträger in dieser Saison noch genau dort antreten müssen. Denn die Preußen unterlagen mit 0:1 (0:1) beim FSV Zwickau, wieder eine Auswärtspleite, Status auswärtsschwach bestätigt. Nils Miatke klärte bereits nach vier Minuten den Ausgang dieser Partie vor 3310 Zuschauern. Münster auswärts, das ist nicht viel in dieser Saison, vielmehr bewegt sich der Club dank der eklatanten Misere in fremden Stadien weiter in der kritischen Zone der Tabelle.

Fotostrecke: Einzelkritik: SC Preußen gegen FSV Zwickau

Weiter unter Druck

Trainer Marco Antwerpen sah nach der Pleite in Zwickau auch keinen Grund, den Auftritt seiner Mannschaft zu verteidigen. Er legte den Finger in die Wunde: „So stehen wir weiter unter Druck, immer unsere Heimspiele gewinnen zu müssen. Ich bin gespannt, ob uns das immer gelingt.“ Am Samstag wird der Tabellenzweite SC Paderborn an der Hammer Straße gastieren, auswärts wie daheim sind die Ostwestfalen noch einmal ein ganz anderes Kaliber als der zutiefst bodenständige und ausrechenbare FSV Zwickau am Samstag.

Die Preußen waren in dieser Saison ein Team mit unterschiedlichen Gesichtern. Die Krisensymptome bei Gastspielen sind dabei unübersehbar. Und schwer verständlich. In Zwickau hatte Tobias Rühle nach 19 Sekunden die größte Chance der Preußen im gesamten Spielverlauf – und scheiterte an Tormann Johannes Brinkies. Als drei Minuten später ein Konter zur Führung der Hausherren durch Miatke führte, war es für lange Zeit um den SCP geschehen. Kein Ruck ging durchs Team, Zweikämpfe und zweite Bälle wurden in Serie verloren, Offensivaktionen verpufften bereits im Ansatz. Hinten zuverlässig, vorne schwach. „Das war einfach nicht gut von unserer Offensive. Wir haben wenig Bälle festgemacht, hatten wenig Geschwindigkeit im Spiel, keine Präzision.“ Antwerpen stellte seinem Offensivblock ein schlechtes Zeugnis aus.

Fotostrecke: Auswärtsspiel: FSV Zwickau vs. SC Preußen Münster

Wütend auf sich selbst

Alles wäre nicht so ärgerlich, hätte Zwickau den SCP an die Wand gespielt, ein Feuerwerk abgebrannt. Aber der FSV beschäftigte den Gast einfach nur unangenehm, so dass Münster in Ballbesitz nichts zustande brachte. Das reichte an diesem Tag in der Kältekammer, der SCP agierte jenseits der Mittellinie mit kalten Füßen.

Zwar wurde alles etwas besser nach der Pause, aber nur der eingewechselte Lucas Cueto mit einem Fernschuss sowie Simon Scherder mit einer Kopfball-Bogenlampe zahlten auf das Chancenkonto ein. Wütend waren die Preußen aber am Ende doch, ein bisschen auf sich selbst, aber mehr auf den Spielleiter, weil Schiedsrichter Eric Müller (Bremen) in zwei Szenen nach der Pause auf Handelfmeter hätt entscheiden sollen. Der zweite wäre in der Nachspielzeit fällig gewesen. Dem Unparteiischen fehlte wohl der Mut, mutmaßte Kapitän Adriano Grimaldi. SCP-Coach Antwerpen war schon vor der Pause mit Müller aneinander geraten, die Nicht-Pfiffe später verbesserten das Binnenklima nicht. Es half alles nichts, die Preußen hatten ihr müdes Auswärtsgesicht gezeigt. Diese Punkte sind futsch.



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