Fußball: 3. Liga
Preußen-Coach Antwerpen und Aalens Vollmann – zwei, die sich gut kennen

Münster -

Gleich vier Mal arbeiteten der Spieler Marco Antwerpen und der Coach Peter Vollmann zusammen. Nun treffen sie erstmals beide als Trainer aufeinander. Vor der Partie des SC Preußen beim VfR Aalen in der englischen Woche sprechen sie über das Wiedersehen.

Montag, 05.03.2018, 16:06 Uhr aktualisiert: 06.03.2018, 12:00 Uhr
Peter Vollmann.
Peter Vollmann. Foto: Jürgen Peperhowe

Marco Antwerpen plagt ein schlechtes Gewissen. „Ich bin in der Pflicht“, sagt der Trainer des SC Preußen. Es geht um den Kontakt zu Peter Vollmann. Am Mittwoch (19 Uhr) kommt es in der Ostalb zum Wiedersehen zweier Gefährten, deren Wege sich schon häufig kreuzten im schnelllebigen Fußball-Business. „Wir waren in den vergangenen Jahren oft im Austausch, ich habe auf seinen Rat viel Wert gelegt.“ Zuletzt sind die Telefonate jedoch weniger geworden. Nach dem direkten Duell, das verspricht Antwerpen jedenfalls, sollen die Drähte wieder intensiver glühen.

Schon Anfang der 90er holte Vollmann den jungen Stürmer von der SV Holzwickede zu RW Lüdenscheid – dort gelang prompt der Aufstieg in die Oberliga. 1996 dann der erste Stopp in Münster. Der Coach kam im Sommer von der SG Wattenscheid 09 und lotste gleich ein Angreifer-Duo zur neuen Station: Antwerpen und auch den jungen Carsten Gockel, der noch bis Ende 2016 Sportvorstand beim SCP war.

„Schwierig“ sei Antwerpen als Spieler manchmal gewesen, sagt Vollmann. „Aber nie unangenehm.“ Lief es auf dem Rasen nicht wie gewünscht, sei er unzufrieden geworden. Doch weil er auch „extrem ehrgeizig“ war, habe der Unnaer Frust oft richtig kanalisiert. „Er hat immer zu seiner Leistung gefunden, hatte eine Top-Mentalität auf

dem Feld – und daneben war er sowieso umgänglich“, sagt der heutige Aalener Coach. „Mit Matthias Morys habe ich jetzt einen Spieler, der ganz ähnlich tickt.“ Antwerpen sagt dazu nur lässig: „Ja, ich war emotional im Spiel.“

Er erinnert sich an einen Übungsleiter, der „akribisch und vor allem gut vorbereitet“ war. „Und seine Mannschaften waren immer fit. Das Training war sehr intensiv. Als Stürmer musste ich schon damals sehr viel defensiv arbeiten.“ Dass er die Methoden des 60-Jährigen gut kennt, könnte ja nun sogar ein Vorteil werden.

Zwischen Dezember 2002 und November 2003 kamen die beiden Protagonisten noch einmal an der Hammer Straße zusammen. Diese Amtszeit war nicht mehr ganz so erfolgreich. Zuvor war das Duo auch eine Saison zusammen bei Fortuna Köln aktiv. 2000/01 war das, die Südstädter scheiterten nur knapp am Zweitliga-Aufstieg, genau wie die Preußen. Auch zu dieser Zeit war noch nicht absehbar, dass Antwerpen mal ein Profi-Coach werden könnte. „Ich habe ja schon viele Ex-Schützlinge von mir auf der Trainerbank wiedergetroffen“, erzählt Vollmann. „Wer dafür infrage kommt, lässt sich vorher schwer vorhersagen. Nicht jeder Führungsspieler hat das Zeug dazu, man muss auch in ein Profil reinwachsen. Marco hat die Mentalität und die Art, gut mit einem Team umzugehen. Dass er eine Mannschaft formen und verbessern kann, zeigt er ja gerade. Richtig gut kenne ich ihn als Trainer aber noch nicht. Dass er den Sprung in die 3. Liga zu einem renommierten Verein geschafft hat, freut mich. Diese Entwicklung hat er sich verdient.“

Dass die Preußen noch in den Abstiegskampf zurückrutschen, ist für den Billerbecker im Prinzip schon jetzt undenkbar. „Die Not ist nach dem Trainerwechsel deutlich kleiner geworden. Ich sehe keine Gefahr, das Format der Mannschaft hat sich gestärkt.“ Antwerpen gilt als einer, der seine Spieler raffiniert auf Stärken und Schwächen des Gegners einstellt, sein Gegenüber aber hat einen ähnlichen Ruf. Riecht nach Rasenschach am Mittwoch. „Ja, es kann sehr interessant werden“, sagt Vollmann. „Einen Favoriten kann ich nicht ausmachen. Aber das ist bei diesem breiten Mittelfeld zwischen Platz fünf und 15 ohnehin schwer.“

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