Fußball: Kreisliga A
Für SV Mauritz gab es im Feburar nur Hallentraining

Münster -

Den SV Mauritz hat es zu Jahresbeginn heftig getroffen. Ein geregelter Trainingsbetrieb ist ohne Kunstrasen undenkbar, gespielt werden kann auch nicht. Im Abstiegskampf hat der A-Ligist durch das straffe Programm der nächsten Wochen einen Wettbewerbsnachteil.

Montag, 05.03.2018, 16:16 Uhr
Christopher Dunkel-Steinhoff war im Februar mit seinen Jungs nur in der Soccer-Halle am Ball. Dem SV Mauritz fehlt ein Kunstrasenplatz, in der Liga muss er bereits vier Spiele nachholen.
Christopher Dunkel-Steinhoff war im Februar mit seinen Jungs nur in der Soccer-Halle am Ball. Dem SV Mauritz fehlt ein Kunstrasenplatz, in der Liga muss er bereits vier Spiele nachholen. Foto: Johannes Oetz

Der Wintereinbruch mit Dauerfrost hat auch den Fußballern arg zugesetzt. Trainingseinheiten im eisigen Ostwind waren gewiss kein Spaß. Doch wohl dem, der überhaupt auf das Feld konnte. In Ermangelung eines Kunstrasengeläufs blieben einige Vereine tatsächlich über Wochen komplett ausgesperrt. „Wir waren im Februar nicht ein einziges Mal auf dem Platz“, sagt Christopher Dunkel-Steinhoff, Trainer des A-Ligisten SV Mauritz. Erst am Sonntag musste das Heimspiel gegen Borussia Münster abgesagt werden. Damit ist der Tabellenvorletzte nun schon mit vier Spielen in Rückstand. GW Westkirchen hat es noch ärger getroffen. Das Schlusslicht muss sogar fünf Partien nachholen.

Die Situation in der Liga ist extrem, von 16 Teams sind nur GW Gelmer und der SC Füchtorf im Soll. Alle anderen Mannschaften richten sich auf Zusatzschichten an den Osterfeiertagen oder unter der Woche ein. „Ich bin jetzt 25 Jahre Staffelleiter, aber Ausfälle in dieser Dimension habe ich noch nicht erlebt“, sagt Helmut Thihatmar. Trotzdem ist er überzeugt, „dass wir die Dinge in den Griff bekommen“. Bis zum 26. April sollen alle Spiele nachgeholt sein. „Wenn nicht jetzt noch mehr dazukommt, werden wir das schaffen“, so Thihatmar.

Die Wetterprognosen stimmen alle Beteiligten zuversichtlich. Dunkel-Steinhoff geht davon aus, an diesem Dienstag wieder zum Regelbetrieb zurückkehren zu können. Es wäre die erste Trainingseinheit unter freiem Himmel seit Januar. Im Februar wichen die Mauritzer in eine Soccer-Halle aus. Den größten Teil der Kosten beglichen sie aus der Mannschaftskasse. Und die ist mittlerweile ziemlich geplündert. Am Sonntag steht für Mauritz das Heimspiel gegen Bezirksliga-Absteiger VfL Sassenberg an. „Wir hoffen, dass gespielt werden kann“, sagt der Coach. Schon jetzt sieht er seine Mannschaft „in einem gewaltigen Wettbewerbsnachteil. Es macht halt einen großen Unterschied, ob du vernünftig trainieren kannst oder in der Halle spielst und durch die Gegend läufst.“

Seit vielen Jahren nun schon warten die Mauritzer auf einen Kunstrasenplatz. „Als ich 2013 dazukam, waren wir überzeugt, dass das Pro­blem allerspätestens 2017 erledigt sei. Nun haben wir 2018, und noch immer ist nichts passiert. Das ist frustrierend und irgendwie auch be­drohlich. Ohne Kunstrasen laufen wir der Musik hinterher und sind auch für Jugendliche nicht attraktiv“, erklärt Dunkel-Steinhoff.

Dem engagierten Trainer wird es in den vergangenen Wochen nicht leicht gefallen sein, sein Team bei Laune zu halten. Mit dem Wetterumschwung kommt nun auch der sportliche Druck. Um aus dem Keller zu krabbeln, benötigt Mauritz alsbald Punkte. „Wenn wir das eine oder andere Nachholspiel gewinnen, sieht die Tabelle direkt wieder freundlicher aus“, weiß der Coach. „Wichtig ist, dass wir unter der anstehenden Dauerbelastung vom Verletzungspech verschont bleiben. Unsere Personal­decke ist ziemlich dünn, da darf wirklich nicht viel passieren.“

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