Fußball: 3. Liga
Viel Sicherheit – späte Nadelstiche: SCP holt wichtigen Punkt

Aalen -

Es bleibt dabei. Auf der Ostalb schießt Preußen Münster keine Tore. Das 0:0 beim VfR Aalen hätten die meisten Gäste vorher unterschrieben. Da aber der Rivale alles andere als furchteinflößend agierte, wäre am Ende sogar mehr möglich gewesen. Im vierten Auftritt bei den Schwaben blieb der SCP abermals sieglos – zeigte aber gerade nach der Pause einen ordentlich Auftritt mit dem Fokus auf Sicherheit und späten Nadelstichen. Das Remis in einer mäßigen Partie ging in Ordnung.

Mittwoch, 07.03.2018, 21:29 Uhr aktualisiert: 07.03.2018, 22:33 Uhr
Martin Kobylanski kontrolliert den Ball gegen Sascha Traut.
Martin Kobylanski kontrolliert den Ball gegen Sascha Traut. Foto: Thomas Siedler

„Wir sind das Ganze etwas defensiver angegangen, haben gut verteidigt bis auf ein paar Aktionen am Anfang“, sagte Trainer Marco Antwerpen. „Im Passspiel wurden wir immer sicherer, nur das Ausspielen der Konter fehlte. Und in den letzten 20 Minuten hatten wir dann sogar alles im Griff.“ Zwei Kopfballchancen von Adriano Grimaldi (89./90+4) trauerte er besonders hinterher.

Der 46-Jährige wirbelte seine Elf gehörig durcheinander, stellte vom 4-1-4-1 auf ein 3-4-1-2 um und vollzog vier Wechsel. Für den gesperrten Ole Kittner verteidigte Lion Schweers, in der Dreierkette halblinks begann Fabian Menig bei seinem Ex-Club. Jeron Al-Hazaimeh beackerte wieder die linke Außenbahn, rechts erhielt Lennart Stoll den Vorzug vor Stéphane Tritz. In der Offensive bekamen Adriano Grimaldi und Philipp Hoffmann im Mittelteil der Englischen Woche eine Verschnaufpause. Martin Kobylanski gab den Zehner, Lucas Cueto war erstmals in der Startformation – in der Spitze neben Tobias Rühle.

Saison 2017/18: 28. Spieltag: VfR Aalen - Preußen Münster

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  • Es folgen Impressionen vom Spiel...

    Foto: Thomas Siedler
  • Es folgen Impressionen vom Spiel... Foto: Thomas Siedler
  • Saison 2017/18: 28. Spieltag: VfR Aalen - Preußen Münster Foto: Thomas Siedler
  • Saison 2017/18: 28. Spieltag: VfR Aalen - Preußen Münster Foto: Thomas Siedler
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Die erste gute Szene hatte der Gastgeber, als Matthias Morys allein im Sechzehner auftauchte, doch Max Schulze Niehues riss die Fäuste reflexartig hoch (8.). Der Keeper war auch hellwach, als Schweers der Ball durch die Beine rutschte, und rettete vor Morys (11.). Jenen VfR-Stürmer hatte sein Coach Peter Vollmann im Vorfeld mit Ex-Schützling Antwerpen verglichen. Münster versteckte sich auf der Alb nicht. Nur waren die zaghaften Versuche nicht entschlossen genug. „Es fehlte etwas Mut“, so Antwerpen.

Bis sich Rühle gegen Thomas Geyer behauptete und für Kobylanski auflegte. Ein Schlenker, und der Pole hatte freie Bahn, doch er verfehlte das Ziel aus fünf Metern (25.). „Ich habe etwas zu früh abgeschlossen“, erklärter der Pole hinterher.

Optische Überlegenheit des VfR

Die Situation zeigte, wie es gehen kann mit dem quirligen Trio vorne drin gegen die langen Kerle in der Aalener Deckung. Doch kurz darauf verlor Rühle bei einem vielversprechenden Konter die Kugel, die Hausherren kamen über Luca Schnellbacher und letztlich Gerrit Wegkamp zum besten Abschluss bis dato – der flog nur knapp vorbei (30.). Allgemein flackerte die Spielidee der Preußen noch zu selten auf, der Gegner riss keine Bäume aus, hatte aber rund um die Mittellinie die Ball- und Zweikampfhoheit.

Einzelkritik: VfR Aalen - SC Preußen Münster

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  • Foto: Thomas Siedler
  • Tor: Max Schulze Niehues -  Note: 2,5:

    Gerade zu Beginn mehrfach sehr aufmerksam und zudem auch lautstark, rüttelte seine Vorderleute wach. Ließ sich bei den Abstößen durchaus Zeit. Nach der Pause gar nicht mehr gefordert.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Abwehr: Lion Schweers - Note: 3,5:

    Ein schwerer Patzer in der Anfangsphase blieb ohne Folgen. Kleine Fehler im Aufbau, hatte ordentlich zu tun gegen Matthias Morys. Steigerte sich aber nach der Pause, war gerade im Kopfballspiel präsent. 

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Abwehr: Simon Scherder - Note: 3:

    Souveräner Mittelmann der Dreierkette - eine neue Rolle für den 24-Jährigen. Nur in der Spieleröffnung nicht immer glanzvoll. Dafür bei hohen Bällen sicher. 

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Abwehr: Fabian Menig - Note: 3:

    Wurde freundlich an alter Wirkungsstätte begrüßt, danach war es vorbei mit den  Nettigkeiten. Rigoros im Zweikampf wie im Rudel. Stand seinen Mann wie gewohnt. Nur kleinere Fehler. 

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Mittelfeld: Michele Rizzi - Note: 4:

    Musste häufig auf der rechten Seite aushelfen und wandelte dabei am Rande zur Gelben Karte. Einige Male mit unglücklichen Anspielen oder Stockfehlern. Rückte nicht wie gewohnt nach, um den Offensiven zu helfen. 

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Mittelfeld: Sandrino Braun - Note: 3,5:

    Wie gewohnt lauf- und kampfstark, allerdings auch mit einigen missglückten Pässen. Bearbeitete seine Gegner gewohnt hartnäckig, nach vorne unauffällig. 

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Abwehr: Lennart Stoll - Note: 3:

    War überaus bemüht auf der rechten Seite, scheute keine Wege. Morys ließ er nur in der ersten heiklen Szene einmal aus den Augen. Schaltete sich oft nach vorne ein, nur nicht immer effektiv. 

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Mittelfeld: Jeron Al-Hazaimeh - Note: 3,5:

    Defensiv weniger gefordert als Stoll, nach vorne lange ohne Präzision. Doch in der Schlussphase erwachte sein Ehrgeiz, war an vielen Angriffen beteiligt. Nur eben ohne Ertrag. 

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Mittelfeld: Martin Kobylanski - Note: 3,5:

    Die beste und einzige Chance der ersten Hälfte besaß der Zehner, war dabei etwas zu überhastet. Ansonsten nur sehr dosierte Akzente. Aber auch in der zweiten Halbzeit mit einem gefährlichen Versuch. 

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Mittelfeld: Tobias Rühle - Note: 3:

    Oft abgeschnitten - war er aber am Ball, roch es nach Gefahr. Mit hohen Bällen konnte er wenig anfangen. Wenn er die Kugel abschirmte, wartete er vergeblich auf Unterstützung. Laufpensum wie gewohnt sehr stark. 

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Sturm: Lucas Cueto - Note: 4,5:

    Kaum zu sehen, das lag aber auch daran, dass er wenig eingesetzt wurde. Viele Laufwege waren umsonst, legte sich den Ball manchmal zu weit vor. Tauchte mit der Zeit mehr und mehr ab. Kein echtes Empfehlungsschreiben beim Startelf-Debüt. 

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Sturm: Adriano Grimaldi - Note: 4:

    Kam nach einer Stunde für Cueto. Zunächst wenig integriert oder unglücklich. Dann aber in der Schlussphase mit zwei guten Kopfballchancen, von denen er die erste gut und gerne hätte verwerten können. 

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Mittelfeld: Philipp Hoffmann - keine Note:

    Ersetzte Rühle und fügte sich gut ein. Mit seiner Einwechslung wendeten sich die Kräfteverhältnisse. Gute Kombinationen und eine starke Vorarbeit für Grimaldi (89.).

    Foto: Jürgen Peperhowe

Die optische Überlegenheit des VfR nahm nach der Pause zunächst eher noch zu. Die Standards wurden gefährlicher, doch aus dem Spiel heraus passierte nichts mehr. Und zwar bis zum Abpfiff. 

Chance auf Auswärtssieg

„Hier ein 0:0, das ist überragend“, lobte Antwerpen später. Nach etwa einer Stunde sank das Niveau merklich. Grimaldi löste dann Cueto ab. Und Kobylanski fasste sich ein Herz und zog aus knapp 30 Metern ab (65.), das war gar nicht so schlecht, denn Keeper Daniel Bernhardt stand weit vor dem Tor. Hoffmann kam direkt danach für Rühle, der nächste Antwerpen-Versuch, Schwung in den Angriff zu bringen. 

Re-Live

Der Trainer witterte die Chance auf drei Punkte, zumal Aalen unpräziser wurde. Tatsächlich bekamen Münsters Bemühungen mehr Struktur. Doch der Punch blieb aus, weil Grimaldi Hoffmanns Flanke nicht einnickte (89.) und in der letzten Aktion keinen Druck hinter den Ball brachte (90.+4). Angesichts der Preußen-Auswärtsbilanz war es dennoch eher ein Punktgewinn. „Wir können schon ganz gut damit leben“, befand Menig. Er weiß: Jeder Zähler kann wertvoll sein.

Die Mannschaftsaufstellungen:

SCP: Schulze Niehues - Schweers, Scherder, Menig - Stoll, Braun, Rizzi, Al-Hazaimeh - Kobylanski - Rühle (66. Hoffmann), Cueto (60. Grimaldi)

VfR: Bernhardt - Traut, Müller, Rehfeldt, Geyer - Stanese, Welzmüller, Preißinger - Wegkamp - Schnellbacher, Morys

Weitere Fakten

Schiedsrichter: Benjamin Bläser (Niederzier)

Tore: Fehlanzeige

Zuschauer: 3024

Gelbe Karten: Stanese, Schnellbacher, Welzmüller – Grimaldi

Interview mit Lennart Stoll

Können Sie mit einem Punkt in Aalen leben?

Stoll: Ja, das ist eine superstarke Heimmannschaft. Wir haben hinten kaum klare Dinge zugelassen, gerade nach der Pause. Zum Schluss wäre natürlich ein Auswärtssieg genial gewesen, weil unsere Einwechslungen Schwung brachten.

Wie war für Sie der erste Startelf-Einsatz der Rückserie?

Stoll: Es hat mich gefreut. Ich habe alles reingehauen, was ich ja kann

Wie hatten Sie Matthias Morys für Ihren Geschmack im Griff?

Stoll: Lion Schweers und ich haben ihn ganz gut neutralisiert. Das hat zusammen hervorragend geklappt. Wir haben uns, wie wir uns das vorgenommen hatten, gegenseitig viel gecoacht.

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