Basketball: Regionalliga
Party-Signal für die WWU Baskets kommt per Whatsapp

Münster -

Sie sind am Ziel ihrer Träume. Das zähe 66:51 gegen die Telekom Baskets Bonn II war schon vergessen, als nach der Schlusssirene die Nachricht von der Niederlage der BSG Grevenbroich gegen die BG Hagen bekannt wurde. Die WWU Baskets Münster spielen künftig in der 2. Liga Pro B. Was für eine Sause!

Sonntag, 11.03.2018, 16:43 Uhr aktualisiert: 11.03.2018, 17:49 Uhr
Banges Warten am Handy von Manager Helge Stuckenholz (r.), dann haute Co-Trainer Attila Göknil auf die Pauke (Foto r.) und startete den Party-Marathon.
Banges Warten am Handy von Manager Helge Stuckenholz (r.), dann haute Co-Trainer Attila Göknil auf die Pauke (Foto r.) und startete den Party-Marathon. Foto: Peter Leßmann

Spannend wurde es nach Spielschluss: Minutenlang scharrten sich die Basketballer um das Smartphone von Manager Helge Stuckenholz, ehe dort das ersehnte Resultat der Konkurrenz dokumentiert wurde. Dann brüllten alle nur noch „Jaaaaaaaaaa“, tanzten herum und herzten jeden, der sich nicht rechtzeitig in Sicherheit bringen konnte.

Historischer Abend in der Uni-Halle

Die feucht-fröhliche Ekstase war die Verlängerung eines auch historischen Abends in der Uni-Halle: Die WWU Baskets Münster steigen in die 2. Bundesliga Pro B auf und treten an, ihren Sport auf ein neues Niveau zu heben. Nach ihrem 66:51 (35:23)-Sieg über Regionalliga-Schlusslicht Telekom Baskets Bonn II und dem 90:91 des Titelkonkurrenten Grevenbroich gegen die BG Hagen gibt es vor dem letzten Spieltag keine Fragen mehr. Münster bleibt wegen des gewonnenen Direktvergleichs mit den Elephants Erster, Münster geht hoch. Drei zweite Plätze in den Jahren zuvor sind abgehakt – im sechsten Jahr unter Trainer Philipp Kappenstein ist es endlich soweit.

WWU Baskets steigen auf

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  • Basketball: Regionalliga Foto: Peter Leßmann
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Der Pascal-Lehrer nahm Gattin und Papa in die Arme, dann begoss er seine Recken mit Bier und Wasser. Keiner konnte flüchten. „Ich bin mega stolz auf die Jungs“, sprudelte es aus ihm heraus. „Diesmal war es wild, aber wir haben wir dem großen Druck erneut standgehalten – der war nach der Niederlage gegen Ibbenbüren schon gigantisch.“ Vor dem Spieltag bat er BG Hagens Trainer Kosta Filippou noch freundlich darum, alles zu geben. Der Mann versprach es und hielt Wort.

Es haperte gewaltig im Abschluss

Der letzte Schritt zum Triumph mit Anlauf, der 21. Sieg, entsprang einem ziemlich gequälten Vortrag, aber keiner der 800 Zuschauer nahm das am Ende krumm. Die Bonner führten Münster in einen verwirrend unorthodoxen Abtausch, der von etlichen Offensivmängeln geprägt war und niveauarm blieb. Die Gäste-Größe Keith Sherrill (25 Punkte) war vorne allein auf weiter Flur. Zumindest defensiv hatten die Baskets mehr Qualität auch in der Breite – aber im Ballvortrag und im Abschluss (nur 25 von 74 Versuchen saßen) haperte es gewaltig, obschon sich etliche Räume boten. Angesichts der ausschlaggebenden Bedeutung des Erfolgs und der Schützenhilfe letztlich auch egal.

Jahrelang versucht

Kommentar: Wenn alles passt ...

Vier Anläufe waren nicht genug, immer kam etwas dazwischen, ein Fitzelchen Pech war mal mehr, mal weniger stets dabei, die Augenblicke verstrichen ungenutzt. Nun aber, im fünften Jahr, kam alles zusammen. Kein Dramaturg hätte diesen Ausgang bereits am 10. März planen können. Die Anhängerschaft der WWU Baskets hatte sich längst den 17. März angestrichen und die Navigation nach Hagen programmiert. Dort sollte er passieren, der lang ersehnte Aufstieg. Doch als Nico Funk, Niklas Husmann und Tim Kosel in der Schlussphase den souveränen Heimsieg nach Hause brachten, hätte man es vielleicht schon erahnen können, es lag was in der Luft. UBC-Eigengewächse brachten den Spitzenreiter ins Ziel, eine Whatsapp aus Grevenbroich die Bestätigung. Alles kam zusammen, wirklich alles. Echt unglaublich. Die Meistermacher? Vor allem Manager Helge Stuckenholz und Trainer Philipp Kappenstein. Erstgenannter ist seit einer Dekade ein Hausierer in Sachen Basketball in Münster. Er denkt quer, nach oben und unten, nach rechts und links, er hat Träume, rührt in vielen Töpfen, ließ sich nie entmutigen. Rückschläge oder Stillstand haben ihn und auch Kappenstein, einst als Spieler ein Supertalent des UBC mit etwas zu flachem Wurf, nicht gestoppt. Sie bewiesen Durchhaltewillen und Zähigkeit. Das Momentum am Samstag fühlte sich wie der Sieg in der Champions League an – ein unvergesslicher Tag für alle in der Halle, ein Versprechen für die Zukunft. Von Alexander Heflik

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Clubchef Meinhard Neuhaus war erst sprachlos und regelrecht gerührt wie so viele, dann sammelte er sich: „Wir haben es jahrelang versucht – und wir wussten, dass wir in dieser Saison die Klasse haben. Ich wünsche uns, dass wir die Euphorie mitnehmen und die Leute weiter begeistern können.“ Er habe in dieser Serie viele getroffen, „die nach ihrem ersten Besuch immer wieder gekommen sind. Das ist doch ein großartiges Resultat der Arbeit, die hier so viele leisten.“ Punkte Baskets: A. König (16/2 Dreier), J. König (14/2), Hänig (11), McGill (9/1), Massing (5), Goolsby, Padberg (je 4), Husmann (3/1)

So funktioniert die Pro B

Nicht nur „Gallia est omnis divisa in partes tres“, auch die 2. Basketball-Bundesliga teilt das Schicksal einer recht komplexen Aufsplittung in drei Teile. In der sogenannten Pro A spielen bundesweit 16 Teams um die Plätze in den Playoffs, in denen schließlich zwei Aufsteiger in die Basketball-Bundesliga ermittelt werden. Eine Klasse darunter – also de facto in Liga drei – spielen je zwölf Teams in den beiden Staffeln der Pro B, die aber ebenfalls unter der Aufsicht der „2. Basketball-Bundesliga, die junge Liga GmbH“ stehen. Auch hier werden pro Saison jeweils zwei Aufsteiger in die Pro A ermittelt. Neue Heimat der WWU Baskets wird voraussichtlich die Nordstaffel, in der sich derzeit unter anderem der VfL Bochum, der FC Schalke 04 und ETB Essen tummeln – ansonsten dürften ausschließlich Reisen in den Norden anstehen, etwa nach Cuxhaven, Wolfenbüttel und Itzehoe. Vorjahresaufsteiger Schwelm hat es jedoch in die Südgruppe verschlagen, wo Duelle mit Bayer Leverkusen aber auch Bayern München II anstanden. Schwelm hat sich wacker geschlagen und ist nach Abschluss der Punkterunde Sechster.

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