Fußball: 3. Liga
Preußen zeigen gegen Jena zwei Gesichter

Münster -

Preußen Münster eine Krise anzudichten, wäre doch arg übertrieben. Vier Spiele in Serie hat das Team nicht gewonnen, zuletzt gab es drei Unentschieden in der Englischen Woche. Das 2:2 gegen Carl Zeiss Jena war das Produkt einer ganz schwachen ersten und einer glänzenden zweiten Hälfte.

Sonntag, 11.03.2018, 17:00 Uhr aktualisiert: 11.03.2018, 17:53 Uhr
Die Mauer in gebannter Erwartung: (v.l.) Fabian Menig, Ole Kittner, Jeron Al-Hazaimeh, Philipp Hoffmann und Martin Kobylanski. Unten rechts: Lucas Cueto im Duell mit Sören Eismann (r.).
Die Mauer in gebannter Erwartung: (v.l.) Fabian Menig, Ole Kittner, Jeron Al-Hazaimeh, Philipp Hoffmann und Martin Kobylanski. Unten rechts: Lucas Cueto im Duell mit Sören Eismann (r.). Foto: Jürgen Peperhowe

So eklatant unterschiedliche Halbzeiten wie am Samstag hat Preußen Münster selten im Repertoire. Teil eins des 2:2 (1:2) gegen Carl Zeiss Jena war geprägt von Kraft-, Mut-, Willen- und Ideenlosigkeit, Teil zwei von der zu Hause fast gewohnten Angriffswucht, sensationeller Moral und viel mehr Struktur. Trainer Marco Antwerpen versuchte gar nicht erst nach Alibis zu suchen, sondern benannte die Dinge klar beim Namen: „Es fehlten in der ersten Hälfte die Basics, die Laufbereitschaft. Ich hatte große Bedenken. So können wir uns daheim nicht präsentieren.“ So kritisch er den schlechtesten Durchgang im zehnten Spiel unter seiner Leitung bewertete, so klar stellte er die Steigerung heraus: „Das 1:2 hat uns befreit. Trotzdem kostete es viel Kraft, ich muss den Hut ziehen. So zurückzukommen, spricht für die Jungs.“

Heimspiel: Preußen Münster vs. Carl Zeiss Jena

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  • Heimspiel: Preußen Münster vs. Carl Zeiss Jena Foto: Jürgen Peperhowe
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Ein paar Umstellungen in der Pause waren schon notwendig. Mehr Chip-Bälle in die Schnittstellen, besseres Nachrücken, so die auch umgesetzte Maßgabe. Michele Rizzi für Martin Kobylanski in der sensiblen Achterrolle – auch dieser Schachzug brachte mehr Stabilität.

Jenas Führung verdient

Jenas Führung durch Manfred Starke nach Patzer von Max Schulze Niehues (13.) war durchaus verdient. Münsters Keeper hatte schon früh gegen Julian Günther-Schmidt klären müssen (4.). Ein Freistoß von Dennis Slamar (20.) brachte Gefahr, ein Kollektiv-Blackout der SCP-Hintermannschaft dann das 0:2. Dieser ermöglichte den Thüringern eine Traumkombination, die Starke mit seinem Querpass auf Maximilian Wolfram krönte. Der Mittelfeldmann hatte keine Mühe zu treffen (25.).

Rückendeckung für Schulze Niehues

Das Tor zum 0:1 blieb auch nach dem Abpfiff ein Reizthema. Kobylanski hatte unbedrängt Keeper Max Schulze Niehues mit einem Rückpass etwas in die Bredouille gebracht. Unabhängig erklärten der Schlussmann, Simon Scherder und Trainer Marco Antwerpen hinterher, dass genau solche Anspiele tunlichst verboten waren. „Ich kriege direkt Druck, schon 30 Sekunden vorher kam so ein Ball. Wir sollten mutig nach vorne statt zum Torwart zurückspielen. Trotz allem muss ich das Ding mit links vernünftig klären“, sagte Schulze Niehues, der beim Schuss von Manfred Starke gegen seine Laufrichtung auch noch wegrutschte. Scherder bestätigte ihn: „Wir kriegen vor jedem Spiel gesagt, dass wir es so nicht machen sollen.“ Und auch der Coach meinte: „Das besprechen wir regelmäßig. Es muss andere Lösungen als die Rückgabe zum Torhüter geben.“

...

Mit Wut auf die Linie

Die Gastgeber liefen nur nebenher, ihnen schien am Ende der Englischen Woche tatsächlich Power zu fehlen, während Jena ja 14 Tage pausiert hatte. Bis auf einen nicht idealen Abschluss von Fabian Menig (11.) war da wenig. Ehe Adriano Grimaldi zur Tat schritt. Nach Martin Kobylanskis Freistoß jagte er die Kugel im zweiten Anlauf mit Wut über die Linie (32.). „Das Tor hat uns wieder Leben eingehaucht“, sagte Simon Scherder später.

 

Einzelkritik: Preußen Münster - Carl Zeiss Jena

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  • Stürmer Adriano Grimaldi, Note 2, arbeitete sich rein in die Partie, erzwang das 1:2, stand beim 2:2 richtig. Am Ende legte sich der Kapitän mit praktisch jedem Gästeakteur an, war heiß gelaufen. Fünf Minuten länger, und Grimaldi hätte alle Jenaer mit Haut und Trikot aufgefressen.

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  • Rechtsverteidiger Fabian Menig, Note 3,5, zeigte eine solide Partie, wirkte in seinen Zweikämpfen nicht so bissig wie sonst. Keine Impulse nach vorn.

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  • Linksverteidiger Jeron Al-Hazaimeh, Note 3,5, mit einem eher unscheinbaren Auftritt auf seiner Seite. Die Vorstöße brachten nicht viel ein, ab und an taktisch orientierungslos, aber in den Zweikämpfen auf der Höhe des Geschehens.

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  • Einwechselspieler Lennart Stoll, keine Note, kam für Fabian Menig und machte sein Zeug. Schaltete sich dabei vielversprechend in die Offensive ein. Bleibt eine Alternative auf der rechten Seite.

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  • Mittelfeldspieler Lucas Cueto, Note 4, konnte nicht wirklich überzeugen, entschied sich bei seinen Pässen oft falsch, kam zu wenig in die Zweikämpfe und versuchte vieles durch seine immense Laufarbeit aufzufangen. Ihm fehlt nach der langen Verletzungspause Spielpraxis.

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  • Mittelfeldspieler Martin Kobylanski, Note 4, bereitete das 1:2 mit einem Freistoß vor. Aber in der schwachen ersten Hälfte des SCP konnte auch er keine Impulse setzen. Dann war er raus.

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  • Torwart Max Schulze Niehues, Note 5, verschuldete das 0:1 mit einem verunglückten Befreiungsschlag und rutschte dann noch beim Schuss von Starke aus. Konnte sich in der Folgezeit nicht einmal auszeichnen. Kein guter Tag für ihn.

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  • Einwechselspieler Michele Rizzi, Note 3, sortierte im Mittelfeld - er kam für Kobylanski - gemeinsam mit Braun die Dinge neu. Seinen Standards fehlte allerdings die Präzision. Mit Rizzi aber erwachte der SC Preußen und holte das 2:2 noch heraus.

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  • Innenverteidiger Ole Kittner, Note 2,5, war von Anfang an Münsters konstantester Verteidiger an diesem Tag. Hätte mit seinem Kopfball fast den Ausgleich markiert. Auf ihn war Verlass.

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  • Rechtsaußen Philipp Hoffmann, Note 4, blieb blass, zu wenig gute Läufe von ihm, keine guten Vorlagen von ihm, er kann mehr.

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  • Mittelfeldspieler Sandrino Braun, Note 3, fand zunächst wenig ins Spiel, lief oft der Musik hinterher. Aber mit Rizzi an seiner Seite wurde die ganze Angelegenheit im Mittelfeld stabiler und geordneter.

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  • Innenverteidiger Simon Scherder, Note 3, steigerte sich nach einer schwachen ersten Halbzeit gewaltig. Erst als Scherder in der Abwehr wieder das Sagen hatte, kam der SCP in Fahrt.

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  • Linksaußen Tobias Rühle, Note 3, kam erst auf der rechten Seite nach der Pause zur Entfaltung. Allerdings vergab er wieder eine Riesenchance, ihm fehlt der Killerinstinkt vor dem Tor.

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  • Einwechselspieler Tobias Warschewski, keine Note, sorgte in der Schlussphase für Aufregung im Gäste-Strafraum, ein, zwei Mal zu ungestüm. Belebte die Preußen-Offensive in den letzten Minuten. Sein Assist zum 2:2, eine Kopfball-Weiterleitung, wird ihm Selbstbewusstsein für die nächsten Wochen geben.

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Wieder mehrere Umstellungen

Es war wie fast immer. Coach Marco Antwerpen wirbelte seine Mannschaft ordentlich durcheinander. Aus einem 3-4-1-2 wurde ein neues System: 4-2-3-1. Ole Kittner ersetzte nach seiner Sperre Lion Schweers, Philipp Hoffmann kam für Lennart Stoll und Adriano Grimaldi für Michele Rizzi in die Mannschaft, was eine deutlich offensivere Ausrichtung zur Folge hatte. Fabian Menig kehrte nach hinten rechts zurück, Lucas Cueto gab den Zehner, Tobias Rühle kam diesmal über links, Martin Kobylanski probierte sich eine Halbzeit lang als Sechser.

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Druck erst nach dem Wechsel

Richtig Druck entfachten die Preußen aber erst nach dem Wechsel. Tobias Rühle hatte am Fünfer nach Scherders kluger Ablage den Ausgleich auf dem Fuß, scheiterte aber an Keeper Raphael Koczor. „Der muss rein. Wir sind in der 3. Liga. Fällt da das 2:2, gewinnen wir wahrscheinlich 4:2“, sagte Antwerpen. Grimaldi (54./66.) und vor allem Ole Kittner per Kopf (74.) waren nah dran. Um das Stadion zum Beben zu bringen, brauchte es jedoch auch Unterstützung von Schiedsrichter Tobias Welz, der die Abseitsposition von Grimaldi nach Rühle-Flanke und Kopfballverlängerung von Joker Tobias Warschewski übersah (74.). Der eingewechselte Youngster hatte danach noch zwei gute Möglichkeiten (83./90.+1), das Anrennen der Münsteraner aber brachte nicht mehr den Sieg.

Er wäre nicht unverdient gewesen. Allerdings musste auch Scherder noch gegen Starke retten (82.).

"So schlecht war ich noch nie."

Der Verteidiger stand sinnbildlich für die Vorstellung. „Die erste Hälfte war unerklärlich. So schlecht war ich noch nie. Die Luft schien im dritten Spiel der Woche völlig raus. Wir wollten früh stören, haben aber miserabel hinten rausgespielt, wurden im Mittelfeld überspielt.“ Das dritte Remis binnen acht Tagen war nicht der erhoffte Meilenstein, aber auch kein Tiefschlag für die nun vier Mal sieglosen Münsteraner. Antwerpen aber blieb anspruchsvoll: „Über die ersten 45 Minuten müssen wir reden. Wenn man die zweite Halbzeit sieht, hätten wir die Leistung besser von Anfang an raushauen sollen.“

Drei Fragen an Adriano Grimaldi

Mit seinem Doppelpack war Adriano Grimaldi zweifellos Mann des Tages. Er hob hinterher hervor, dass der SCP seit dem Winter zu Hause ungeschlagen ist.

War bei Ihrem Tor zum 1:2 nicht umsonst viel Wucht im Schuss?

Grimaldi: Da war alles drin. Wille, Lust, Frust. Ich wollte vorangehen.

Am Ende legten Sie sich mehrfach mit Jenaern an. Was war los?

Grimaldi: Ja, ich war geladen. Mein Gegenspieler checkt mich weg, da muss ich mich wehren und ein Zeichen setzen. Sonst macht er das noch mal und dann hole ich mir eine Verletzung.

Wie bewerten Sie die drei Ergebnisse der Englischen Woche?

Grimaldi: Wir sind ungeschlagen geblieben, haben auch auswärts in Aalen was geholt und zuvor gegen Spitzenreiter Paderborn. Hätten wir am Ende auch gegen Jena gewonnen, wäre es fast optimal gewesen. Ich glaube, dass wir die drei Punkte verdient gehabt hätten.

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