Basketball: Regionalliga
WWU-Manager Stuckenholz im Interview: „Münster und Basketball, das passt“

Münster -

Die WWU Baskets sind angekommen in der 2. Liga Pro B. Auf Manager Helge Stuckenholz wartet erst jetzt der Großteil der Arbeit. Im Interview erklärt er, warum die Halle Berg Fidel ein Thema wird und warum die Mannschaft schon jetzt eine Klasse höher mithalten könnte.

Montag, 12.03.2018, 15:20 Uhr aktualisiert: 12.03.2018, 15:43 Uhr
Die Sekunden der Entscheidung: Trainer Philipp Kappenstein (Mitte) und Manager Helge Stuckenholz (r.) freuen sich erst auf und dann über das Ergebnis aus Grevenbroich.  Aufstieg per Whatsapp: Am Samstagabend um 21.12 Uhr kam die finale Meldung aus Grevenbroich. Die Baskets sind Meister und steigen auf.
Die Sekunden der Entscheidung: Trainer Philipp Kappenstein (Mitte) und Manager Helge Stuckenholz (r.) freuen sich erst auf und dann über das Ergebnis aus Grevenbroich.  Aufstieg per Whatsapp: Am Samstagabend um 21.12 Uhr kam die finale Meldung aus Grevenbroich. Die Baskets sind Meister und steigen auf. Foto: Peter Leßmann

Die Saison ist noch nicht beendet, aber die WWU Baskets sind bereits am Ziel. Der Aufstieg aus der Regionalliga in die Pro B ist seit Samstag perfekt. Für Manager Helge Stuckenholz allerdings kein Grund, die Füße hochzulegen. Im Gegenteil: Für den rührigen Macher im Hintergrund hat die Arbeit an der Zukunft jetzt erst begonnen. Im Gespräch mit Ansgar Griebel gönnt er einen kurzen Blick in die Glaskugel.

Die Mannschaft hat vorgelegt, ist die Arbeit in Sachen Aufstieg jetzt erledigt?

Helge Stuckenholz: Nicht ganz. Es ist ein Lizenzierungsverfahren notwendig. Diese Liga wird um einiges professioneller geführt und verlangt auch von den Vereinen ein professionelles Umfeld. Da geht es um die infrastrukturellen Voraussetzungen, um die Organisation des Vereins und da vor allem um die Jugendarbeit.

Muss man sich Sorgen machen?

Stuckenholz: Ich mache mir da keine Sorge. Ich habe mit der Liga gesprochen und sehe uns als Verein sehr gut aufgestellt. Dank des Aufschwungs in den letzten Jahren hat sich vieles entwickelt, und es gibt viele Menschen im Umfeld, die sich für den Verein engagieren.

Wahrscheinlich reicht das Ehrenamt aber nicht an allen Stellen aus ...

Stuckenholz: Es gibt zwei verschiedene Szenarien für die Pro B, eines davon, und das dürfte unser Weg sein, ist der „Schwerpunkt Jugend“, weil wir diesem Thema am meisten gerecht werden. Dafür bräuchten wir einen hauptamtlichen Jugendkoordinator und zudem mittelfristig auch einen hauptamtlichen Geschäftsführer. Diese Stellen können gesplittet werden. Auch da sehe ich keine Probleme auf uns zu kommen.

Probleme nicht, aber Kosten. Dazu der deutlich höhere Aufwand an Fahrtkosten. Wie kann das geschultert werden?

Stuckenholz: Wir müssen einen anderen Etat erarbeiten, das stimmt. Aber in Relation zu anderen Sportarten ist das immer noch überschaubar – und für uns stemmbar. Einige Verträge sind ohnehin für den Aufstiegsfall mit einer Vertragswertsteigerung versehen. Andere Verträge müssen neu verhandelt werden, aber es stehen weitere Sponsoren in Aussicht.

Aber auch die Mannschaft könnte teurer werden. Oder müsste sie das sogar?

Stuckenholz: Ich wage die Prognose, dass die Mannschaft, so, wie sie sich jetzt darstellt, nichts mit dem Abstieg zu tun haben würde. Aber wenn wir die Euphorie weitertragen wollen und uns an der einen oder anderen Stelle ergänzen, hätten wir sogar eine gute Chance, den Top-Teams in der Pro B ab und an die Stirn zu bieten.

Mit nur einem US-Import?

Stuckenholz: Mehr dürfen in der kommenden Spielzeit nicht mehr auf dem Spielberichtsbogen stehen. Drei Deutsche müssen immer auf dem Spielfeld stehen. Das ist ohnehin der Weg, den wir seit langem gehen. Andere Mannschaften werden sich da umstellen müssen.

Für das Pokalfinale ziehen die Baskets um in die Halle am Berg Fidel. Ein einmaliger Ausflug oder ein Pilotprojekt mit Perspektive?

Stuckenholz: Wenn uns dann 1500 bis 2500 Zuschauer sehen wollen, müssen wir uns doch fragen: Wo sollen wir unsere Fans künftig lassen?

Aber der Titelkampf in der Regionalliga könnte attraktiver sein, als Mittelfeldgeplänkel in der Pro B.

Stuckenholz: Das stimmt, aber die Zuschauer können die Spiele auch als Event entdecken: Geht hin, schaut euch das Spiel an, trinkt ein Bier und geht feiern – und wir könnten die Spiele auch an der Uni viel aggressiver vermarkten. Wir können an die Fachbereiche mit 5000 Studenten gehen und für den Spielbesuch werben. Das ging jetzt gar nicht, weil wir mit 800 Zuschauern ohnehin fast immer ausverkauft waren.

Die Akzeptanz in Münster für den Basketball ist ...

Stuckenholz: ... hervorragend. Das spürt man nicht nur in der Halle. Basketball ist eine leidenschaftliche Sportart mit positiv besetzter Fankultur. Basketball und Münster, das passt.

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