Fußball: 3. Liga
Der SC Preußen in Osnabrück: Derby-Stimmung mit Frostschäden

Münster -

Die Erinnerungen an das Hinspiel sind prächtig. Mit 4:1 gewann der SC Preußen Münster das Derby gegen den VfL Osnabrück. Nun steht das Wiedersehen an, das 40. Treffen der beiden Rivalen, die in dieser Saison nur selten ihre Fans begeistern konnten. Am Sonntag gibt es die nächste Gelegenheit dazu.

Freitag, 16.03.2018, 18:26 Uhr aktualisiert: 17.03.2018, 21:06 Uhr
Das Hinspiel gegen den VfL Osnabrück gewannen die Preußen mit 4:1 nach einer sehr starken Vorstellung, die nach dem Schlusspfiff auch von den Fans mit inniger Zuneigung belohnt wurde.
Das Hinspiel gegen den VfL Osnabrück gewannen die Preußen mit 4:1 nach einer sehr starken Vorstellung, die nach dem Schlusspfiff auch von den Fans mit inniger Zuneigung belohnt wurde. Foto: Jürgen Peperhowe

Das immer junge Duell ist in die Jahre gekommen und Schwarzmarkthändler werden sich vor der Osnatel-Arena am Sonntag die eiskalten Beine in den Bauch stehen: Anhänger des VfL Osnabrück werden voraussichtlich noch am Spieltag (Anpfiff 14 Uhr an der Bremer Brücke) an der Tageskasse Tickets kaufen können, während es in Münster ungewohnte Pro­bleme gab, das ohnehin spärliche Ticket-Kontingent von 1200 Karten an den Fan zu bekommen.

In direkter Nachbarschaft des Stadions wird die Osnabrücker Frühlingsmesse dem Drittliga-Treffen spürbar Konkurrenz machen – für beide Veranstaltungen dürften zudem die vorhergesagten Temperaturen um den Gefrierpunkt wenig zuträglich sein. Immerhin werden dennoch knapp 12 000 Zuschauer erwartet. „Eine schöne Kulisse“, sagt Preußentrainer Marco Antwerpen, der aber auch eine Vorstellung hat, warum es nicht zum Ausverkauf gereicht hat: „Beide Mannschaften dümpeln im Mittelfeld herum. Die Stimmung im Umfeld der Preußen ist aus verschiedenen Gründen auch nicht ideal. Warum sollte sich daran etwas ändern, nur weil der Gegner nur 50 Kilometer entfernt ist?“

Dies- und jenseits der Landesgrenze hat längst der graue Fußball-Alltag Einzug gehalten. Das letzte verbliebene Saisonziel hat trotz seiner existenziellen Bedeutung nicht einmal annähernd das Zeug dazu, einen kilometerlangen Auto-Korso auf den Plan zu rufen. Antwerpen muss jetzt den schwierigen Spagat schaffen, sein Team möglichst schnell aus der Abstiegsgefahr in eine planbare Drittliga-Zukunft zu führen, und gleichzeitig durch attraktive Spiele Werbung für potenzielle Investoren in die neue Kapitalgesellschaft zu machen. Auch die Preußen-Fans könnten eine erfreuliche Vision für die nächste Spielzeit gut gebrauchen.

Ein flotter Derby-Dreier wäre eine optimale Ersthilfe-Maßnahme. Der Wille ist auf Preußenseite da, doch zur Unzeit hat der Trainer die nächsten Baustellen beim Personal zu vermelden. Neben allen Langzeitverletzten gibt es weitere akute Fragezeichen: ein kleines bei Tobias Rühle, der aber am Donnerstag schon wieder trainierte, ein größeres bei Michele Rizzi, der erst am Freitag wieder einstieg, und last but not least ein ganz großes bei Kapitän Adriano Grimnaldi, der sich mit Oberschenkel- und Rückenpro­blemen vom Freitagstraining abmelden musste.

Mit Grimaldi würde dann auch die letzte direkte Verbindung zum Nachbarn auf der Strecke bleiben. Der Mittelstürmer spielte für beide Clubs, ansonsten gibt es derzeit wenig Berührungspunkte zwischen den Aktiven beider Teams. Allerdings kennen sich die beiden Trainer sehr gut: „Ich war mit Daniel Thioune auf Trainerlehrgängen“, erinnert sich Antwerpen – und zwar gerne: „Ein guter Typ.“ Und einer, der eine ähnliche Schule durchlaufen hat wie sein Kollege aus Münster.

„Die lassen sich auch immer etwas einfallen und sind schwer vorhersagbar.“ Genau das ist auch die Marschroute von Taktik-Tüftler Antwerpen, der sich ebenfalls einige Optionen offenhält. „Das hängt aber auch davon ab, wer überhaupt einsetzbar ist“, sagt der Mann aus dem Land der eingeschränkten Möglichkeiten, der zudem auf den gelbgesperrten Philipp Hoffmann verzichten muss, aber wieder mit Nico Rinderknecht planen kann.

Preußen Münster: Schulze-Niehues – Schweers, Scherder, Kittner – Menig, Braun, Rinderknecht, Al-Hazaimeh – Rizzi, Kobylanski – Rühle

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