Basketball: Regionalliga
WWU Baskets Münster haben eine Basketball-Begeisterung (neu) entfacht

Münster -

Sie sind endlich am Ziel – und blicken auf eine wahnsinnige Saison zurück. Meister, Aufsteiger und Pokalsieger. Die WWU Baskets Münster haben Geschichte geschrieben. Im Interview spricht Trainer Philipp Kappenstein über eine ereignisreiche Spielzeit.

Montag, 26.03.2018, 14:42 Uhr aktualisiert: 27.03.2018, 13:24 Uhr
Am Ziel seiner Träume: Meistertrainer Philipp Kappenstein.
Am Ziel seiner Träume: Meistertrainer Philipp Kappenstein. Foto: Jürgen Peperhowe

Drei Mal hatten die WWU Baskets Münster mit Philipp Kappenstein als Coach den Aufstieg verpasst, drei Mal gab es nur Komplimente für die Vize-Meisterschaft. Doch in dieser Saison glückte dem Basketball-Regionalligisten der große Wurf. Beste Offense, beste Defense, nur zwei Niederlagen in der Liga und dazu der Triumph im WBV-Pokal. Besser geht es kaum. Im Gespräch mit unserem Mitarbeiter Henner Henning spricht der 38-Jährige über entscheidende Faktoren und wagt einen Blick auf die Herausforderung in der 2. Bundesliga Pro B.

Der Weg zum Titel war lang, der Druck groß. Wo lag der Knackpunkt, dass es mit der Meisterschaft geklappt hat?

Philipp Kappenstein: Es gab in der Saison zwei Knackpunkte. Der erste war nach der Verletzung von Brandon McGill und der Niederlage in Herten der Sieg im folgenenden Spiel gegen Grevenbroich. Wir waren in einer Do-or-die-Situation, hätten bei einer weiteren Niederlage schon zwei Siege Rückstand auf Grevenbroich gehabt. Dazu war es die erste Partie von McGills Ersatz Bryce Leavitt, der nur drei Mal mit uns trainiert hatte. Der Sieg war enorm wichtig, er hat uns Glauben und Moral gegeben. Danach haben wir eine Serie gestartet.

Und was war der zweite Knackpunkt?

Kappenstein: Das war die überraschende Niederlage gegen Ibbenbüren. Daraus haben wir die richtigen Lehren gezogen. Das Spiel hat uns gezeigt, dass es so nicht reichen würde und wir noch intensiver arbeiten mussten. Wir waren danach viel fokussierter, auch wenn die Niederlage sehr schmerzhaft war und uns noch einmal zusätzlich unter Druck gesetzt hat.

Nach dem angesprochenen Ausfall von Brandon McGill holten Sie Leavitt für den Aufbau. Waren Sie sich sicher, dass er direkt so einschlagen würde?

Kappenstein: Wir kannten ihn samt seiner Stärken und Schwächen. Das war ein Vorteil. Dass es aber so gut gepasst hat, war ein Glücksfall. Er war der perfekte Spieler für uns, Bryce hat uns das Tempo gebracht, das wir benötigt haben.

Einen Anteil am Aufstieg trugen neben den Etablierten auch die Youngster wie Tim Kosel, Nico Funk oder Niklas Husmann. Waren Sie überrascht, wie weit die jungen Wilden jetzt schon sind?

Kappenstein: Ich hatte gehofft, dass sie schon so weit sind. Sie haben dem Druck standgehalten, ich haben ihnen bei der Spielzeit keine Minute hinterhergeschmissen. Da muss ich allen drei ein riesiges Kompliment machen. Aber nicht nur ihnen, der Aufstieg ist der Erfolg der gesamten Mannschaft. Es war eine absolute Teamleistung.

Ein Faktor war sicher, dass Ihr Center Kai Hänig im Vergleich zum Vorjahr in die Spur gefunden hat, oder?

Kappenstein: Es hatten ja schon einige Leute gefordert, dass wir uns von ihm trennen sollten. Aber Kai hat endlich Fuß gefasst, hat besonders in der Rückserie starke Leistungen gezeigt. Aber ich könnte über jeden Einzelnen aus dem Team fast nur positive Dinge sagen. Einen sehr großen Anteil hat auch unser Athletik-Coach Baris Türkel, der den Aufwand erhöht hat – und alle Jungs haben voll mitgezogen. Auch mein Co-Trainer Atilla Göknil hat in seinem ersten Jahr einen super Job gemacht. Manager Helge Stuckenholz ebenso, nicht nur bei der schnellen Verpflichtung von Bryce. Es hat einfach alles gepasst.

Nun geht es in die Pro B. Was ändert sich für die WWU Baskets?

Kappenstein: Athletik und Aufwand werden größer sein. Da werden wir an einigen Dingen drehen und uns anpassen müssen. Aber mit dem Kern dieser Mannschaft und zwei, drei Neuverpflichtungen sollten wir um die Playoffs mitspielen. Wir kennen unsere Schwachpunkte, die Helge und ich mit etwas Abstand zu dieser Saison angehen werden. Wir werden analysieren, wo wir Bedarf haben und alles in Ruhe bewerten. Wichtig ist, dass wir die Euphorie und den Schwung mitnehmen.

Apropos Euphorie. 2300 Zuschauer beim Pokalfinale in der Halle Berg Fidel, davor die letzten Liga-Spiele ausverkauft. Die WWU Baskets haben eine Basketball-Begeisterung entfacht . . .

Kappenstein: Und das macht uns schon stolz. Wir haben den Zuschauerschnitt auf 700 bis 800 erweitert, das Pokalfinale war der Wahnsinn. Von außen haben wir viel Unterstützung erhalten, auch im Verein entwickelt sich alles sehr gut. Die Jugend-Arbeit ist top, diesen Standard müssen wir halten. Daran arbeiten wir.

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