Rad: Sparkassen-Münsterland-Giro
Der 3. Oktober wird wieder der Tag der Sprinter

Münster -

Die Top-Stars der Szene fühlen sich wohl in der Region. Auch zum 13. Sparkassen-Münsterland-Giro dürften etliche prominente Gesichter erscheinen. Los geht es diesmal in Coesfeld. Start ist dort auf dem Marktplatz, Ziel wie immer in Münster vor dem Schloss.

Donnerstag, 12.04.2018, 14:42 Uhr aktualisiert: 12.04.2018, 18:47 Uhr
Ein starkes Team: (von links) Benedikt Heinermann vom Rose Team Münsterland, Fabian Wegmann (Sportlicher Leiter), Rainer Bergmann (Organisationsleiter), Frank Demmer (LBS West), Markus Lewe (OB Münster), Markus Schabel (Vorstandsvorsitzender Sparkasse Münsterland Ost), Cornelia Wilkens (Sportdezernentin der Stadt Münster), Norbert Wessels (Provinzial), Norbert Hypki (Vorstand Sparkasse Westmünsterland), Dr. Kai Zwicker (Landrat des Kreises Borken), Rolf Jungenblut (Sponsor), Dr. Christian Schulze Pellengahr (Landrat des Kreises Coesfeld), Malte Kleine-Borgmann vom Rose Team Münsterland, Heinz Öhmann (Bürgermeister der Stadt Coesfeld), Kerstin Dewaldt (Projektleiterin).
Ein starkes Team: (von links) Benedikt Heinermann vom Rose Team Münsterland, Fabian Wegmann (Sportlicher Leiter), Rainer Bergmann (Organisationsleiter), Frank Demmer (LBS West), Markus Lewe (OB Münster), Markus Schabel (Vorstandsvorsitzender Sparkasse Münsterland Ost), Cornelia Wilkens (Sportdezernentin der Stadt Münster), Norbert Wessels (Provinzial), Norbert Hypki (Vorstand Sparkasse Westmünsterland), Dr. Kai Zwicker (Landrat des Kreises Borken), Rolf Jungenblut (Sponsor), Dr. Christian Schulze Pellengahr (Landrat des Kreises Coesfeld), Malte Kleine-Borgmann vom Rose Team Münsterland, Heinz Öhmann (Bürgermeister der Stadt Coesfeld), Kerstin Dewaldt (Projektleiterin). Foto: Jürgen Peperhowe

Irres Fotofinish: Sam Bennett (Bora-Hansgrohe), Phil Bauhaus (Bocholt, Sunweb), André Greipel (Lotto Soudal) und Marcel Kittel (Quick Step) lehnen sich am 3. Oktober 2017 um kurz nach 16.30 Uhr in sengender Sonne ganz locker an ihre Hightech-Rennmaschinen, warten gebannt auf die Wertung. Ja, dieses Novum gibt es bei der zwölften Auflage des Sparkassen-Münsterland-Giro, bei der das visuelle Auge bei der Zielankunft vor dem Schloss schlicht überfordert ist. Und bei der auch die Technik mehr oder minder an ihre Grenzen stößt.

Zumindest scheint das so, bis dann doch nach gefühlt unendlichen acht Minuten der Irländer Bennett zum Sieger erklärt wird. Vier Sprinter nahezu gleichauf – Münster und die Region feiert. Das ist Radsport der Extraklasse. Und die beste Werbung für das Spektakel mit Volksfeststimmung im Münsterland.

Ritterschlag für Münster

„Greipel und Kittel haben mich unmittelbar nach dem Rennen noch angerufen, sich bedankt und begeistert angedeutet, wiederzukommen“, sagt Fabian Wegmann, Münsters ehemaliger Profi und mittlerweile als Gesicht und Botschafter des Giro ein nicht unerheblicher Teil der Organisationsmaschinerie.

Wenn sich zwei der besten Sprinter der Szene vor Münster verneigen, dann kommt das schon einem Ritterschlag gleich. Geschuldet ist das den rührigen „Machern“ um Giro-Boss Rainer Bergmann, die sich jedes Jahr neu erfinden. Stillstand heißt Rückschritt. „Hier wird der Gründergeist gelebt“, weiß Markus Schabel, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Münsterland Ost. Als Sponsor sieht er auch nach zwölf Jahren ein lohnendes Investment im Giro.

Also geht es weiter, die 13. Auflage steigt in diesem Jahr am 3. Oktober. „In diesem speziellen Fall keine Unglücks-, sondern eine Glückszahl“, sagt Münsters Oberbürgermeister Markus Lewe bei der obligatorischen Pressekonferenz im April, zu der er mit seiner Wohlfühl-Leeze (an)radelt. In einer fahrradbegeisterten Stadt eine absolute Amtspflicht. „Rennrad, Lastrad – ich habe einige Zweiräder daheim“, verrät der OB. Lässt aber außen vor, ob er sich am Tag der Deutschen Einheit selbst in den Jedermann-Trubel stürzen wird. Abwarten.

Fest steht dagegen, dass Bergmann und Co. seit Weihnachten die Zusagen von acht World-Tour-Teams vorliegen. So früh wie nie. Und: So viel wie nie. Mit dieser Zahl steuern die Verantwortlichen auf Rekordkurs. In die Karten spielt dem eingespielten Team die Weltmeisterschaft, die vom 22. bis 30. September in Innsbruck-Tirol stattfindet. „Kein Kurs für Sprinter“, sagt der „Giro-Erfinder“. Die Chancen sind also gut, dass die schnellen Jungs auch 2018 in Münster für einen spannenden Ausklang sorgen.

Jedermann-Rennen

Noch Luft nach oben gibt es aktuell bei den Teilnehmerzahlen im Jedermann-Bereich. 1175 Anmeldungen liegen für die Rennen über 65 („Cup der Sparkasse Münsterland Ost“), 95 („Cup der Westfälischen Provinzial Versicherung“) und 125 Kilometer („Cup der LBS“) vor. Ausgeschildert wird die Strecke ab Montag. Der Startschuss erfolgt in Münster an der Apfelstaedtstraße.

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Startschuss in Coesfeld

Start des Profirennens ist nach zwölf Jahren zum zweiten Mal in Coesfeld auf dem Marktplatz. „Eine Ehre“ für Bürgermeister Heinz Öhmann. Die gut 200 Kilometer führen wie 2016 durch die Kreise Coesfeld und Borken mit 1500 Höhenmetern. „Äußerst anspruchsvoll“ – wer weiß das besser als Leo Bröker, der zum 13. Mal für die Streckenführung verantwortlich zeichnet.

Als Lokalmatador sicher dabei ist Daniel Westmattelmann (Lotto-Kern-Haus). Nach seinem Horror-Sturz bei der DM in Cottbus 2017, bei dem sich der 30-Jährige einen unteren Lendenwirbel brach und nur knapp dem Rollstuhl entkam, holt er sich gerade die nötige Härte auf dem Rad (zurück).

 

 

Warme Worte

Norbert Hypki, Vorstand der Sparkasse Westmünsterland, bedient sich einer vielsagenden Metapher, um den Sparkassen-Münsterland-Giro zu charakterisieren: „Ein kleiner Schneeball hat sich zu einer Lawine entwickelt.“ Mitreißend, dieses Radsport-Event, das nicht selten als Leuchtturmprojekt im Münsterland bezeichnet wird. Bei so viel Lob wird es Chef-Organisator Rainer Bergmann bei der ersten Pressekonferenz im Jahr 2018 im Schloss ganz warm ums Herz.

Er, der „Macher“, und seine eingespielte Crew schaffen es seit Jahren mit ihrem Spektakel, die Menschen zu fesseln. „Es ist schön zu sehen, wie das alles angenommen wird“, sagt der Mann, bei dem die Fäden zusammenlaufen. So wirft die Veranstaltung am Tag der Deutschen Einheit bereits im April ihre Schatten voraus. Das Interessante: Bergmann und Co. haben längst ihre Hausaufgaben gemacht. Mehr als 30 Anfragen von Profimannschaften liegen seit Monaten vor – eine unglaubliche Zahl. Die zeigt, welchen Stellenwert das Rennen in Münster inzwischen bei den nationalen und internationalen Radställen genießt.

Die Vorzeichen sind also gut, dass 2017 – was klangvolle Namen angeht – getoppt werden kann. Fabian Wegmann, Ex-Profi und inzwischen Sportlicher Leiter beim Giro, wird seine Kontakte im Sommer nochmals reichlich spielen lassen, wenn er als TV-Kommentator der ARD von der Tour de France berichtet. „Darauf freue ich mich. Mit dem einen oder anderen werde ich sicher ins Gespräch kommen“, sagt der 37-Jährige.

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Strecken des Sparkassen Münsterland Giro 2018

Profirennen

Start um 11.45 Uhr in Coesfeld; 198 km; 1500 Höhenmeter.
Streckenverlauf: Coesfeld – Darup - Billerbeck – Darfeld – Asbeck – Heek - Ahaus – Stadtlohn – Gescher – Ahaus – Stadtlohn – Gescher – Coesfeld -Billerbeck – Darfeld – Schöppingen – Horstmar – Laer – Holthausen – Nienberge – Münster - dreimaliger Rundkurs Altstadt Münster - Zielankunft Schlossplatz.
Bergwertungen: Daruper Berg, Hotel Weißenburg (Billerbeck), Coesfelder Berg, Schöppinger Berg.
Sprintwertungen: Ahaus, Laer.

Jedermannrennen

Cup der Sparkasse Münsterland Ost (65 Kilometer)

Start um zirka 8 Uhr in Münster; 65 km; 500 Höhenmeter; Mindestgeschwindigkeit 26 km/h.
Streckenverlauf: Münster – Roxel – Schapdetten – Billerbeck – Darfeld – Höpingen – Temming – Waltrup – Dorfbauernschaft Nienberge - Nienberge - Münster.

Cup der Westfälischen Provinzial Versicherung (95 Kilometer)

Start um zirka 8.40 Uhr in Münster; 95 km; 800 Höhenmeter; Mindestgeschwindigkeit 28 km/h.
Streckenverlauf: Münster – Roxel – Schapdetten – Billerbeck – Darup – Billerbeck – Darfeld – Schöppingen – Horstmar – Laer – Holthausen – Temming – Waltrup – Dorfbauernschaft Nienberge – Nienberge - Münster.

Cup der LBS (125 Kilometer)

Start um zirka 9.30 Uhr in Münster; 125 km; 1000 Höhenmeter; Mindestgeschwindigkeit 29 km/h.
Streckenverlauf: Münster – Roxel – Schapdetten – Billerbeck – Darup – Billerbeck – Darfeld – Asbeck – Ahaus – Heek – Schöppingen – Horstmar – Laer – Temming – Waltrup - Dortbauernschaft Nienberge – Nienberge - Münster.

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