Fußball: 3. Liga
Preußen Münster hofft auf drei Stimmungspillen für die Rizzi-Party

Münster -

Worum geht es? In der Tabelle um nichts mehr – aber darum geht es Preußen-Trainer Marco Antwerpen nicht. „Die Tabelle interessiert mich sowieso nicht mehr“, sagt er vor dem Spiel bei Fortuna Köln (Samstag, 14 Uhr). „Wir wollen nur eins: Weiter gewinnen.“ Darum geht es!

Freitag, 13.04.2018, 13:56 Uhr aktualisiert: 13.04.2018, 19:18 Uhr
Im Hinspiel trennten sich Fortuna Köln (mit Nico Brandenburger/r.) und die Preußen (Tobias Rühle) in Münster 1:1 Unentschieden. An diesem Samstag steht das Rückspiel an.
Im Hinspiel trennten sich Fortuna Köln (mit Nico Brandenburger/r.) und die Preußen (Tobias Rühle) in Münster 1:1 Unentschieden. An diesem Samstag steht das Rückspiel an. Foto: Jürgen Peperhowe

Marco Antwerpen muss schon ein wenig an der Sehne ziehen und zerren, um den Spannungsbogen rechtzeitig wieder in Abschussbereitschaft zu bringen. „Es wird zunehmend schwieriger“, gesteht der Trainer des SC Preußen Münster freimütig ein, „unter der Woche merkt man schon, dass da in der aktuellen Situation ein bisschen weniger kommt.“ Für den bevorstehenden Spieltag am Samstag um 14 Uhr bei Fortuna Köln, will Antwerpen auf dem Platz aber wieder 100 Prozent Einsatz erleben – wie in jedem Spiel. Antwerpen lebt als Spieler wie als Trainer die universelle Sportler-Maxime: „Wir wollen weiter Spiele gewinnen.“ Unabhängig von Tabellenkonstellation, Ligazugehörigkeit und Schuhgröße. „Das ist einfach so.“

Zudem werden im Kölner Südstadion mehr als 500 Fans aus Münster erwartet. Alleine das Fanprojekt hat rund 300 Anmeldungen für den geplanten Bus-Konvoi. „Schon diesen 500 Fans gegenüber sind wir verpflichtet, eine gute Leistung abzuliefern“, sagt Antwerpen, der naturgemäß ebenfalls eine Buslandung voller Preußen nach Köln schickt. Und das bereits am Freitag, nach dem Nachmittagstraining setzt sich der Preußentross in Bewegung. Am Bord alle, die auch in der Vorwoche beim Sieg gegen den SV Wehen-Wiesbaden auf dem Platz standen. Nachwuchsstürmer Cyrill Akono wird ebenso dabei sein wie Innenverteidiger Jannik Borgmann. Und das nicht zu Testzwecken, wie Antwerpen betont: „Das mache ich nicht. Bei mir spielen die, die sich im Training angeboten haben, immer die besten elf.“ Akono wird auch in Köln wieder von Anfang an auf dem Feld stehen, Stürmerkollege Adriano Grimaldi hat sich nach einem grippalen Infekt zwar wieder fit im Training zurückgemeldet, wird aber von Antwerpen noch geschont. Geschont wird auch der dritte Stürmer im Bunde: Für Tobias Warschewski sei schlicht „kein Platz im Kader“, so Antwerpen.

Gegnercheck: Fortuna Köln

Ausgangslage: Ja, die Fortuna kann noch aufsteigen. Nein, wahrscheinlich ist das nicht. Einen Großteil der aktuellen Spielzeit spielten die Kölner vorne mit, doch nach zuletzt vier Niederlagen in Serie ist der Aufstiegszug für die Südstädter wohl abgefahren: Neun Punkte beträgt der Rückstand auf den Relegationsplatz fünf Spieltage vor der finalen Abrechnung.

Personal: Daniel Keita-Ruel hat die Fortuna mit seinen 14 Saisontreffern lange von der Sensation träumen lassen. Der beste Fortunen-Schütze dient aber auch den Preußen als Vorbild für die künftige Kaderplanung: Aus der Regionalliga (Wattenscheid) gekommen, hat sich der 28-Jährige zu einem Top-Spieler in Liga drei gemausert. Verzichten muss Köln auf Robin Scheu: Der 23-jährige Leistungsträger verletzte sich vor elf Tagen bei der 0:2-Heimschlappe gegen den SV Meppen.

Trainer: Uwe Koschinat gehört zur Fortuna wie der Dom zu Köln. Seit 2011 steht er an der Linie und arbeitet an seiner Bilanz. Für 147 Partien war der 47-Jährige verantwortlich, 59 Niederlagen stehen 53 Siege gegenüber.

Kuriosum: Gegen die Preußen wirft sich die Fortuna ganz besonders in Schale. Ein Sponsor hat den Fortunen ein einmaliges Trikot verpasst. Das Sondertrikot trägt den unterstützenswerten Aufdruck „Vorsorge voll okay“ – das gibt’s nur einmal, das kommt nie wieder: Eine Woche später rückt in Magdeburg wieder der alte Hauptsponsor zurück auf die Fortunen-Brüste.

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In der Defensive hat sich der zuletzt ebenfalls virenbelastete Simon Scherder wieder hundertprozentig ins Training eingeschaltet und dürfte seinen Platz in der mittlerweile unverzichtbaren Dreierkette einnehmen. „Mit dieser Variante haben wir uns in Münster ja ganz gut angefreundet“, sagt Antwerpen.

Kein Bus-Ticket hat Michele Rizzi, der verletzte Mittelfeldmann ist seit diesem Freitag 30 Jahre alt und reist am Samstag nach, um sich das Spiel gemeinsam mit seiner aus dem Schwabenländle angereisten Familie von der Tribüne aus anzusehen. Am Abend bittet das Geburtstagskind dann zur passenden Party: „Die ganze Mannschaft ist eingeladen und es wollen wohl alle kommen. Das freut mich sehr. Das ist nicht selbstverständlich und zeigt, wie gut die Atmosphäre in der Mannschaft ist.“ Nachmittags sollen dann nochmal drei Pillen für die passende Partystimmung am Abend nachgelegt werden ...

Preußen Münster: Schulze Niehues – Schweers, Kittner, Scherder – Menig, Braun, Schwarz, Borgmann – Rühle, Akono, Kobylanski.

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