Fußball: Frauen-Westfalenliga
Wacker Mecklenbeck diktiert alles – bis auf den Termin für die Aufstiegsparty

Münster -

Eigentlich haben die Fußballerinnen von Wacker Mecklenbeck alles im Griff: Die Gegner, die Liga und schon bald den Aufstieg. Nur auf den genauen Zeitpunkt der Aufstiegsparty hat das Team keinen Einfluss. Das nervt Trainer André Frankrone – wahrhaft paradiesische Probleme.

Freitag, 13.04.2018, 14:50 Uhr aktualisiert: 13.04.2018, 19:18 Uhr
Geblieben, um zu helfen: Auch Kristin Marie Dircks (r.) entschied sich gegen einen Wechsel und für erfolgreiche Reparaturarbeiten.
Geblieben, um zu helfen: Auch Kristin Marie Dircks (r.) entschied sich gegen einen Wechsel und für erfolgreiche Reparaturarbeiten.

Der Trainer ist nach eigenem Bekunden „genervt“. Genervt? Dabei führt Wacker Mecklenbeck souverän die Tabelle der Frauen-Landesliga mit 13 Punkten Vorsprung an, steht ein Jahr nach dem Abstieg aus der Westfalenliga vor dem direkten Comeback. Das Meisterstück ist nur eine Frage der Zeit. Eben der Zeitpunkt aber stört den Trainer. „Wir haben den Zeitpunkt wohl nicht selber in der Hand. Dabei heißt Aufstieg doch auch jubeln, auf den Platz rennen und feiern“, klärt André Frankrone (27) auf.

Wenn sich sein Team und Verfolger SG Coesfeld 06 weiter schadlos halten, könnte es doch noch anders kommen. Dann winkt Wacker am viertletzten Spieltag (6. Mai) im Heimspiel gegen Teuto Riesenbeck Meisterschaft, Aufstieg und Rückkehr. Doch da Coesfeld unter der Woche noch ein Nachholspiel hat, ist – bei einem Patzer des Zweiten – ein Mecklenbecker Titelgewinn aus der Distanz ebenso möglich wie einer mit Verzögerung. Zwei Mal legt Wacker schon vormittags vor, Coesfeld aber zieht erst ab 15 Uhr nach. „Jeder hat sich sicher damit abgefunden, dass wir aufsteigen. Aber das „Wie und Wo“ spielt auch schon eine Rolle“, sagt Frankrone.

Der Coach sagt aber auch: „Alle anderen würden sich in unserer Ausgangslage freuen. Sie ist schon ein Luxusproblem.“ Schließlich steht sein Team vor der schnellstmöglichen Korrektur des Abstiegs. Einem „Betriebsunfall“ wie der Trainer sagt. Diesen Betriebsunfall hat er nicht vergessen. Vielmehr beschäftigt er ihn auch in der aktuellen Hochphase. „In der Rückrunde war die Einstellung nicht richtig. Dabei haben wie zu lange auf fünf oder sechs unzuverlässige Spielerinnen vertraut. Daher war der Abstieg, den wir uns selbst eingebrockt haben, unnötig“, blickt er zurück, ehe er versichert: „Heute ist das anders.“

Auf seine Spielerinnen kann er bauen, auf deren Fähigkeiten erst recht. „In Summe haben wir schon richtig Qualität, sind stärker als in der Vorsaison“, lobt er. Luisa Faber (17 Tore) und Isabel Riemann (16) zeichnen allein für 33 der aktuell 79 Saisontore verantwortlich. Von ihren Assists ganz zu schweigen. Beide kommen aus der U 17 – genauso wie eine überragende Torhüterin Lamis Tiehen sowie Annika Theobald. Neu sind zudem auch Tessa Schipke und Laura Bezhaev. „Die sechs haben uns richtig weitergeholfen“, sagt Frankrone.

Aber nicht nur das Sextett der Neuzugänge ist es. „Nach dem Abstieg hätten sie auch abhauen können. Angebote gab es genug“, sagt der Trainer und zielt dabei unter anderem auf Kristin Marie Dircks, Britta Stein oder Verena Funke ab. Sie entschieden sich aber für den Verbleib und für Reparaturarbeiten. Und somit auch für ein Kontrastprogramm. Im Vorjahr für zu leicht befunden, ist Wacker wieder ein Schwergewicht.

Ähnliches, wenn auch in umgekehrter Reihenfolge, erlebt derweil der SC Gremmendorf. Was für Andre Frankrone kein Zufall ist. „Ich kann nicht für den SC, sondern nur für uns sprechen. Aber in der Verbandsliga haben alle Mannschaften ihre Stärken, haben ein taktisches Rüstzeug. Das ist schon eine andere Welt.“ Der SCG, der noch vor einem Jahr nach 20 Siegen in 23 Partien die Landesliga hinter sich lassen konnte, strampelt im Abstiegssumpf der Westfalenliga. Dem Aufsteiger blüht der Abstieg.

Derweil blühen die Veilchen auf. Nicht nur durch den sich ankündigenden Wiederaufstieg der ersten Frauenmannschaft. Auch die Zweite führt die Kreisliga an, klopft an die Bezirksliga-Tür. Zudem hat sich die U 17 in der B-Juniorinnen-Regionalliga etabliert. „Das ist doch ein Traum. Es zeichnet sich ab, dass wir in der kommenden Saison mit drei Mannschaften überkreislich vertreten sein werden“, strahlt Frankrone, der nach vier Jahren als U-17-Coach in Mecklenbeck nun ebenfalls im vierten Jahr die Erste betreut.

Das – sowie die aktuelle Erfolgsserie dürften ihn ganz sicher alles andere als nerven.

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