Handball: Frauen-Verbandsliga
Rückschlag im Titelrennen für Westfalia gegen Hamm

Münster -

An der Tabellenspitze steht Westfalia Kinderhaus weiterhin, doch die 25:27-Niederlage zu Hause gegen den ASV Hamm-Westfalen war schon schmerzhaft. Die Leistung nach der Pause stimmte nicht mehr, und die nächsten Aufgaben werden nicht leichter.

Sonntag, 15.04.2018, 14:00 Uhr aktualisiert: 15.04.2018, 19:44 Uhr
Einen Schritt schneller als Hamms Daniela Theisen ist hier die Kinderhauserin Andrea Richter (l.), die sich am Kreis clever durchsetzt.
Einen Schritt schneller als Hamms Daniela Theisen ist hier die Kinderhauserin Andrea Richter (l.), die sich am Kreis clever durchsetzt. Foto: Wilfried Hiegemann

Nach einer Viertelstunde legten sie die Nervosität ab, nach einer halben Stunde waren sie auf Augenhöhe. Und in den ersten zehn Minuten nach der Pause hatten die Frauen von Westfalia Kinderhaus den ASV Hamm-Westfalen fest im Griff. Aber dann häuften sich technische Fehler, wurde das Abwehrverhalten immer nachlässiger, und auch im Angriff blieb vieles Stückwerk. So musste der Verbandsliga-Spitzenreiter dem Gast den Vortritt lassen. Mit 25:27 (11:10) ging die Partie verloren. Irgendwie unnötig, aber auch verdient.

So sah das auch Trainer Florian Ostendorf, der wenigstens ganz am Ende einmal laut jubelte. Das war der Moment, als Theresa Beermann den Endstand markierte und dabei den Rückstand auf zwei Tore reduzierte. Immerhin etwas, so geht der direkte Vergleich an die Westfalia. Das kann im Titelrennen durchaus noch Bedeutung bekommen.

„Ich ärgere mich nicht so sehr über die Niederlage, das kann immer passieren. Ich ärgere mich viel mehr über meine Mannschaft, weil sie meine Anweisungen nicht umgesetzt hat. Dabei haben wir in der Halbzeit alles besprochen, leider umsonst.“ Dennoch möchte Ostendorf sich nicht zu lange mit dem Misserfolg beschäftigen, sein Blick geht nach vorne. Wenn es zum Dritten Halden-Herbeck geht, ehe Coesfeld kommt. „Das werden zwei schwere Spiele. Immerhin haben wir Halden-Herbeck im Hinspiel klar besiegt, aber in Coesfeld verloren.“

Die Zuschauer wurden 60 Minuten das Gefühl nicht los, dass die Westfalia nicht befreit aufspielen konnte. Spielien plötzlich die Nerven einen Streich? Oder war der Gegner einfach besser? Ostendorf bleibt jedenfalls Optimist. Denn dass sie es können, das haben die Kinderhauserinnen in dieser Saison des Öfteren eindrucksvoll bewiesen. Und nicht immer sollten sich technische Fehler in dieser Vielzahl häufen. Dass die Unparteiischen in der Schlussphase nachließen, soll nicht verschwiegen werden. Immerhin fielen die strittigen Entscheidungen meist gegen Westfalia aus.

Nebenbei: Hamm war auch stark. Dass die Mannschaft nach dieser Saison auseinanderfällt, falls sie nicht aufsteigen sollte, war nie zu sehen. Mit Volldampf gingen die Gäste die Aufgabe an und bewältigten sie vor allem dank ihres starken Rückraums. Überragend: Lina Silvers (acht Tore), die zum Oberligisten Everswinkel wechselt. Ebenfalls sehr gut: Melissa Steinhoff (sechs) und Sina Winter (fünf). Im Dress der Grünen waren Kira Enders und Katharina Petermann die erfolgreichsten Werferinnen. Sie hielten gut dagegen, aber eben nicht gut genug. Denn auch sie wirkten gehemmt, wie die gesamte Truppe. Ostendorf: „Wir brauchen wieder ein Erfolgserlebnis.“ Am besten mehrere. Tore Westfalia: Enders (6), Petermann (5), Klapdor (4), Beermann, Müller-Deile (je 2), Pohlkötter, Bode, Richter, Volkmer, Glage (je 1), Brinkhus (1/1)

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