Fr., 20.04.2018

Rugby: 2. Bundesliga Tourists vor dem Abstiegsendspiel gegen Düsseldorf zwischen den Stühlen

Die Tourists aus Münster hoffen auf einen Befreiungsschlag im Tabellenkeller gegen Düsseldorf – ansonsten droht die Rückkehr in die Regionalliga.

Die Tourists aus Münster hoffen auf einen Befreiungsschlag im Tabellenkeller gegen Düsseldorf – ansonsten droht die Rückkehr in die Regionalliga. Foto: Jubelschuppen

Münster - 

Die West-Staffel der 2. Liga ist phasenweise zu stark für die Rugby Tourists Münster, die Regionalliga aber eigentlich zu schwach. Vielleicht wäre die Nord-Staffel des Unterhauses die Lösung. Dazu muss aber der Klassenerhalt gelingen. Am Samstag steht das entscheidende Spiel gegen Düsseldorf an.

Von Thomas Rellmann

Der Blick auf die Tabelle gestaltet sich für die Rugby Tourists Münster nicht nur in dieser Saison eher trüb. Denn in der 2. Bundesliga West trifft das Team auf starke Konkurrenten, muss meist Niederlagen hinnehmen und daher um den Verbleib bangen.

Eine Klasse tiefer, in der Regionalliga, sah das bis 2016 noch anders aus. Dort waren die Münsteraner den Kontrahenten um Längen voraus, verteilten selbst deutliche Klatschen. Für die eine Ebene viel zu gut, für die andere zu schwach? Trainer Josh Ferreira würde das nicht so drastisch ausdrücken, ist sich der Problematik aber bewusst. „Man darf nicht vergessen, dass wir ein kleiner Verein sind, der komplett ohne Sponsoring auskommen muss und kein Geld über Ticketverläufe einnimmt“, sagt er. „Unsere jetzigen Gegner kommen aus viel größeren Clubs mit weitaus mehr Mitteln und Spielern.“ Eine Etage tiefer waren die Tourists dagegen jahrelang größtenteils unterfordert, ehe sie nach reiflicher Überlegung vor zwei Jahren doch noch den Aufstieg wagten.

Ein Teufelskreis also? Es klingt so, aber einen Ausweg könnte es geben. In der Nord-Staffel der 2. Liga würde sich die Mannschaft vermutlich besser aufgehoben fühlen. „Dort spielen einige Clubs, die ähnlich aufgestellt sind wie wir“, sagt Ferreira. Eine Versetzung würde der Neuseeländer gerne beantragen. Die Entscheidung läge aber bei den Verbänden. Die Voraussetzung wäre ohnehin, dass der aktuelle Tabellenvorletzte den Klassenerhalt schafft. „Wir wollen auf jeden Fall drinbleiben“, sagt der Coach. Und da kommt es vor allem auf das nächste Spiel an. Am Samstag um 15 Uhr gastiert der TuS 95 Düsseldorf am Pleistermühlenweg. Es ist das drittletzte Match für die Hausherren, die nur einen Zähler mehr und auch ein Spiel mehr absolviert haben als das Schlusslicht. Stand jetzt erwischt es nur ein Team aus dem Keller, das Hinspiel allerdings gewannen die Rheinländer, für die auch das leichtere Restprogramm spricht, mit 32:17. Clubsprecher Florian Jung betont: „Wir hoffen sehr auf die Unterstützung der Zuschauer. Diese Partie ist unglaublich wichtig.“

Die weiten Fahrten, die bis zu vier Stunden in Anspruch nehmen, die Finanzierung selbiger sowie der Ausrüstung – all das möchten die Tourists gern weiter leisten. „Wir lieben diesen Sport und wollen uns weiter verbessern“, erklärt Ferreira. Ginge es nach zwei lehrreichen Jahren im Unterhaus wieder in die Regionalliga, wäre die Überlegenheit dort noch größer. Und auch für den Nachwuchs böte die 2. Liga eine bessere Perspektive. Erst kürzlich hat der Verein ein Junior-Team unter der Leitung von Alexander Ludwig ins Leben gerufen. Auch hier fließt eine Menge Herzblut.



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