American Football: Oberliga
4000 Zuschauer beim „Münster Bowl“ zwischen Mammuts und Blackhawks

Münster -

Am Ende hatten sie alle ihren Spaß: Die rund 4000 Zuschauer im Sportpark Sentruper Höhe und die Münster Mammuts sowie die Münster Blackhawks. Im Nachbarschaftsduell konnte sich jedenfalls weder der Favorit durchsetzen, noch musste sich der Underdog geschlagen geben.

Sonntag, 22.04.2018, 14:56 Uhr aktualisiert: 23.04.2018, 07:33 Uhr
American Football ist „in“ – rund 4000 Zuschauer sahen das Spiel zwischen den Münster Mammuts und den Münster Blackhawks im Sportpark Sentruper Höhe.
American Football ist „in“ – rund 4000 Zuschauer sahen das Spiel zwischen den Münster Blackhawks und den Münster Mammuts im Sportpark Sentruper Höhe. Foto: Fabian Wenzel

Man(n) geht zum Football, Frau auch. Da staunen Eisenmänner und Quarterbacks gleichermaßen, wenn sie sich die Kulisse auf der Sentruper Höhe anschauen. Rund 4000 Besucher sind da versammelt, zumeist jung, oft weiblich. Von wegen Randsportart! Hier ist eindeutig ein neuer Trend erkennbar. Steht offensichtlich ganz oben auf der To-do-Liste von sportlich interessierten jungen (und jung gebliebenen) Menschen. Dabei handelt es sich doch nur um den Saisonauftakt in der Oberliga. Aber es ist ein Derby, quasi der „Münster Bowl“. Vizemeister Blackhawks gegen Fast-Absteiger Mammuts, da stellt sich die Frage nach dem Favoriten nicht wirklich. Könnte man meinen, ist aber nicht so. Denn am Ende teilen sich beide Teams beim 7:7 die Punkte. Ein gerechtes Unentschieden also, das bei keiner Seite allerdings wirklich gut ankommt.

„Wir haben eine super Leistung gezeigt, leider nicht genügend gescort“, vermisst das Trainerteam der Mammuts den allerletzten Abschluss, „mit dem wir uns hätten belohnen können“. Für die Gastgeber hat Michael Reinecker zwei Bewertungen parat: „In der Defensive überragend, nach vorne hin viel zu wenig.“ Der Mann weiß, wovon er spricht, er ist für die Offensivabteilung zuständig. „Wir hatten gute Würfe, gute Läufe und haben auch gut gefangen. Leider kam das nie in einem Spielzug zusammen.“ Stückwerk also, und damit kann kein Trainer zufrieden sein. „Das ist wie beim Tauziehen. Wenn jeder zieht, wann er will, kommt dabei auch nichts raus.“ Reinecker sah sich und seine Truppe mit einem Fuß im heißen und mit dem anderen im kalten Wasser: „Ergibt dann zusammen lauwarm.“

Egal, für die Zuschauer gestaltet sich die Sache enorm spannend. Die Gastgeber gehen früh mit 7:0 in Führung und halten diesen Vorsprung bis ins letzte Viertel. Dann kassieren sie den Ausgleich und laufen Gefahr, noch zu verlieren. Doch das können sie gerade noch verhindern und stehen Sekunden vor dem Abpfiff selbst vor dem Sieg. Aber der gelingt dann doch nicht, weil sich die Mammuts mit Mann und Maus erfolgreich dagegen stemmen. Am Ende also ein verdientes Remis, so sehen das auch die meisten Zuschauer auf ihrem Heimweg. Bauchgefühl halt.

Oberliga-Derby: Münster Blackhawks - Münster Mammuts

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Denn mit dem Regelwerk sind die wenigsten vertraut. Warum da fünf Trainer pro Team das Sagen haben und sieben Unparteiische das Spiel leiten, das erschließt sich auch nicht allen. Und ob jeder Zaungast die Qualitäten der reinen Abwehrrecken und wieselflinken Angreifer tatsächlich fachlich würdigen kann, ist ebenfalls fraglich. Ist aber auch nicht wichtig. Denn die Zuschauer fühlen sich prima unterhalten, sitzen bei freiem Eintritt zweieinhalb Stunden in der Sonne und erfahren von Moderator Michael Fitzon das Wichtigste. Er hat einst bei den Blackhawks gespielt, ehe es ihn beruflich nach Ingolstadt verschlug. Zum Derby ist er aber immer wieder zurück, Ehrensache. Und bei der Gelegenheit kommentiert er das Spiel, erläutert das Geschehen, lobt und tadelt die Aktionen. Das alles im Sinne der Gastgeber, aber dennoch wohltuend objektiv. „Natürlich habe ich den Blackhawks die Daumen gedrückt. Aber für mich geht das Ergebnis so in Ordnung.“

Mammuts und Blackhawks: Sportliche Konkurrenten sind sie, mehr aber auch nicht. Das wird auf dem Rasen deutlich, wo es zwar hoch hergeht, aber alles im vernünftigen Rahmen bleibt. Reinecker verrät: „Wir reden zehn Minuten vor dem Anpfiff und das ganze Spiel kein Wort mit dem Gegner. Aber hinterher trinken wir zusammen ein Bier.“

Hört sich gut an. Beide Teams können voller Überzeugung sagen, dass der Saisonstart schon mal nicht missglückt ist. Und dass nach dem ersten Spieltag noch Luft nach oben ist, das ist das Normalste der Welt. Auch im American Football.

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