Fußball: 3. Liga
Sportchef Metzelder will noch ein Quartett zu den Preußen holen

Münster -

Vier Verpflichtungen plant der SC Preußen für die neue Saison noch. Die müssen nicht auf die Schnelle getätigt werden, doch die Anforderungen sind klar umrissen. Ein paar Fragezeichen bei Spielern mit vorhandenen Verträgen bleiben allerdings noch.

Donnerstag, 03.05.2018, 17:08 Uhr aktualisiert: 03.05.2018, 17:53 Uhr
Gute Augen sind gefragt, wenn Malte Metzelder für den Preußen-Kader der kommenden Saison echte Kracher landen will.
Gute Augen sind gefragt, wenn Malte Metzelder für den Preußen-Kader der kommenden Saison echte Kracher landen will. Foto: Jürgen Peperhowe

Die Rechnung könnte so einfach sein. Die, die am Samstag einen Blumenstrauß kriegen, gehen. Und die, die leer ausgehen, bleiben beim SC Preußen.

So leicht ist es aber nicht. Sieben Profis (Adriano Grimaldi, Sebastian Mai, Jeron Al-Hazaimeh, Stéphane Tritz, Nico Rinderknecht, Nils Körber, Luis Klante) plus Mehmet Kara, der seit 2017 nur noch in der U 23 zum Einsatz kommt, werden vor dem Heimspiel gegen die SF Lotte verabschiedet. Bleiben aus dem aktuellen Aufgebot 17 Spieler mit gültigen Verträgen, zu denen sich drei feststehende Neulinge (Niklas Heidemann, Dominik Lanius, Rufat Dadashov) sowie drei Akteure aus der jetzigen U 19 (Cyrill Akono, Adrian Knüver, Julian Conze) gesellen. 23 Spieler also – damit ließe sich ja, sofern noch ein Torwart dazukommt, eigentlich gut arbeiten.

Offene Personalien

Doch der SCP hat andere Pläne. Lucas Cueto soll nach dem Beispiel Kara nur noch in der zweiten Mannschaft spielen – und damit gedrängt werden, sich einen neuen Club zu suchen. Tobias Warschewski hat ebenfalls keine guten Karten mehr, bei ihm (Vertrag bis 2020) wird bekanntlich ein Leihgeschäft angestrebt.

Außerdem bat Lennart Stoll um die Auflösung seines Kontrakts, um zu studieren, aber auch noch Regionalliga-Fußball zu spielen. Danilo Wiebe ist wegen seines Kreuzbandrisses erst am Jahresende wieder einzuplanen, Langzeitpatient Benjamin Schwarz weiß, dass bei ihm ein gewisses Risiko bleibt. Dazu wertet Trainer Marco Antwerpen Knüver und Conze noch nicht als Soforthilfen.

Bei Akono, der bereits in der 3. Liga erprobt ist, aber auch 2018/19 noch in der A-Jugend spielen dürfte, hat sich das inzwischen geändert. „Ihm trauen wir schon jetzt eine gute Rolle zu“, sagt Sportdirektor Malte Metzelder.

Der Kader für die Saison 2017/18 - Kurzporträts

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  • Das ist das Aufgebot des SCP für die neue Saison:
    (oben von links) Nico Rinderknecht, Fabian Menig, Simon Scherder, Adriano Grimaldi, Sebastian Mai, Ole Kittner, Jeron Al-Hazaimeh, Lion Schweers, Lennart Stoll, Philipp Hoffmann, (Mitte von links) Trainer Benno Möhlmann, Co-Trainer Sven Kmetsch, Torwarttrainer Milinko Gilic, Benjamin Schwarz, Stéphane Tritz, Sandrino Braun, Michele Rizzi, Tobias Rühle, Athletiktrainer Christian Krabbe, Physiotherapeut Matthias Haase, Teammanager Harald Menzel, Sportdirektor Malte Metzelder, (unten von links) Zeugwart Norbert Bussmann, Zeugwart Jürgen Keseberg, Martin Kobylanski, Nils Körber, Max Schulze Niehues, Luis Klante, Lucas Cueto, Mannschaftsarzt Dr. Cornelius Müller-Rensmann, Mannschaftsarzt Dr. Tim Hartwig. Auf dem Mannschaftsbild fehlen Tobias Warschewski und Moritz Heinrich.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Max Schulze Niehues (28 Jahre/Rückennummer 35): Die Ruhe selbst, immer mindestens solide, keine Extravaganzen. Der Freckenhorster war schon in der Jugend Preuße und ist es nun schon seit 2011 wieder.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Nils Körber (20/1): Herausforder aus der Hauptstadt. Das Hertha-Talent ist für ein Jahr ausgeliehen. Er pflegt einen draufgängerischeren Stil. Hatte Glück und konnte sich in den Tests öfter auszeichnen. Beherrscht den Strafraum, kommt früh raus.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Luis Klante (18/37): Klar definierte Rolle als Nummer drei, steht in der Regel für die U 19 im Bundesliga-Tor. Zuletzt ausgebildet in Hoffenheim.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Stéphane Tritz (30/2): Unter Trainer Benno Möhlmann aufgeblüht. Nie spektakulär, nie torgefährlich, aber dafür glänzend im Stellungs-, clever im Passspiel. Der Franzose ist, klammert man Schwarz aus, inzwischen der Oldie.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Sebastian Mai (23/26): Der Sachse macht den Mund auf, Sprecher der Viererkette. Hat großartige Anlagen, leistete sich aber immer wieder Fehler. Dass er ein etwas verrückter Typ ist, sagt er selbst.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Lion Schweers (21/25): Shootingstar der vergangenen beiden Jahre. Für sein Alter mit einer bemerkenswerten Ruhe am Ball und im Zweikampf – womit der Dortmunder durchaus bereits Proficlubs auf sich aufmerksam gemacht hat.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Jeron Al-Hazaimeh (25/29): Darf seinen oftmals immensen Vorwärtsdrang neuerdings auch im Mittelfeld ausleben. Extrem treffsicher für einen Außenverteidiger. Kleine Konzentrationsschwächen im Rückwärtsgang. Neben dem Platz ein höflicher, aber eher stiller Vertreter.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Ole Kittner (29/13): Ein echter Anführer, wären da nicht die häufigen kleineren Wehwehchen. Strahlt auf dem Feld Ruhe aus, kommt im Mannschaftskreis super an. Der gebürtige Münsteraner war bis letzten Sommer für über drei Jahre auch aufgrund diverser Knieverletzungen vereinslos und ohne Praxis.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Fabian Menig (23/5): Erfahrenster Neuzugang aus Aalen, hat die Freiburger Fußballschule absolviert. In der Defensive kann er alles spielen, jede Position in der Viererkette und sogar auf der Sechs. Hat sich schnell eingelebt und von Beginn an immer ein Lachen im Gesicht.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Simon Scherder (24/15): Ihn durfte der SCP nicht gehen lassen. Seit 2006 Preuße, das wirft man auch nach zwei Jahren Kreuzband-Pause nicht weg. Der Junge aus Dreierwalde tastet sich nun langsam, aber durchaus erfolgreich wieder ran.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Michele Rizzi (29/8): „Hinrunde Schrott, Rückrunde top“ – so fasste der Mittelfeldmann die Vorsaison zusammen. Auch er selbst steigerte sich nach der Winterpause deutlich. Nachdem er die Kapitänsbinde abgab, ist er nun wieder Vize. Ein echter Fixpunkt.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Danilo Wiebe (23/21): Am Ball mit allen Fähigkeiten, kann ein Spiel lesen. Doch noch taucht er zu oft ab. Cleverer Bursche, der in dieser Saison im 4-1-4-1 mehr Verantwortung trägt und nun den nächsten Schritt in der Entwicklung gehen muss.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Sandrino Braun (29/6): In seinem ersten Preußen-Jahr fand er kaum seinen Rhythmus und leistete sich rätselhafte Ballverluste. Nun will (und muss) der Träger stylischer Hüte allen Kritikern zeigen, dass er mit fast 150 Drittliga-Partien kein Fehleinkauf ist.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Nico Rinderknecht (19/17): Für ein Jahr aus Ingolstadt ausgeliehen, wo er als zentraler Mittelfeldspieler in der Reserve sechs Tore machte. Hat auch schon fünf Minuten (für Eintracht Frankfurt, gegen Borussia Dortmund) in der Bundesliga gekickt. Kurz vor dem Saisonstart im Pech und durch eine Verletzung zurückgeworfen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Benjamin Schwarz (30/23): Erfahrung, Energie und Laufbereitschaft des Routiniers mit dem bayrischen Akzent täten der jungen Truppe gut. Doch frühestens im Frühjahr wird er nach seiner x-ten Knie-OP wieder ein Thema. Der Ur-Münchener würde seine Karriere danach gerne in Münster fortsetzen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Lennart Stoll (21/18): Backup hinten rechts? Oder Allrounder im Mittelfeld? So oder so hält Möhlmann eine Menge vom wissbegierigen und waschechten Münsteraner, der nicht mehr weit weg ist von einem Stammplatz.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Lucas Cueto (21/7): Für den 1. FC Köln schoss er einst die Tornetze der Jugend-Bundesliga auseinander. In der Schweiz beim FC St. Gallen folgte ein kleiner Knick, auch aufgrund von Verletzungen. Die bremsten ihn bisher auch bei den Preußen weitgehend aus.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Philipp Hoffmann (25/20): Sympathieträger neben dem Feld, Hoffnungsträger auf dem Rasen. Ein Patellasehnenriss kostete ihn fast ein Jahr der Karriere. Nun hat er sich wieder ganz nah an die erste Elf herangerobbt. Findet er seine alte Form, ist er eine variable Waffe.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Martin Kobylanski (23/10): Stolzer neuer Träger der Nummer 10. Wie aus der Pistole geschossen antwortete er auf die Frage nach dem Preußen-Gründungsjahr – „1906“! Hat sich als Winter-Einkauf von der ersten Sekunde an komplett auf den neuen Club eingelassen. Feste Größe, muss aber noch Konstanz finden.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Moritz Heinrich (20/27): Ein Löwe, seit er sechs ist. Nun plötzlich im Adlerhorst gelandet. Spannende Vita, in Münster will er seiner Laufbahn wieder neuen Schwung verleihen. Möhlmann fand ihn als A-Junioren bei den Sechzigern schon spannend.

    Foto: Thomas Rellmann
  • Tobias Rühle (26/11): Kann mehr als nur Freistöße und Elfmeter herausholen. Stets unterwegs, muss sich von Hintermann Tritz oft ein „Rülle, Rülle“ anhören. Fehlt in keiner Wunschelf – jedoch dürfte es etwas mehr als nur ein Tor in der Saison sein.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Adriano Grimaldi (26/39): In seiner Rolle als Kapitän geht er förmlich auf. Hält die Bälle, leitet sie weiter, drückt sie mit Fuß oder Kopf ins Tor. Aktuell ist er der Schlüsselspieler schlechthin. Bleibt er diesmal fit, wird er wahrscheinlich noch mal für Zweitligisten interessant.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Tobias Warschewski (19/16): Kaum zu glauben, nun beginnt sein erstes echtes Seniorenjahr. Will gerne mehr sein als nur Joker, sammelte Erfahrung bei der U-19-Nationalelf, steht auf der Wunschliste diverser Bundesligisten. Doch Preußen will ihn natürlich auch längerfristig binden. Ist noch etwas unorganisiert, dafür als Youngster durchaus anerkannt im Team.

    Foto: Jürgen Peperhowe

17, 18 fixe Namen bleiben also, Handlungsbedarf ist allerdings noch vorhanden. Auch wenn sich Antwerpens Wunsch von 22 Feldspielern plus drei Torhütern kaum erfüllen lässt. „Ist doch klar, dass er eine Ideallösung im Kopf hat. Aber Marco ist da auch kompromissbereit“, so Metzelder.

„Ich kann nicht mehr ausgeben, als wir zur Verfügung haben.“ Konkret, so der 35-Jährige, sollen noch vier Akteure kommen: ein Torwart, ein Stoll-Nachfolger, ein Sechser, ein Mann „für den vorderen Bereich“, also ein Grimaldi-Ersatz.

Saison-Abschlussfeier vor dem Stadion

Eine wirklich aufregende Saison neigt sich dem Ende zu für Preußen Münster. Der Verein hat sich diesmal etwas einfallen lassen, um sich bei seinen Fans für die Unterstützung zu bedanken. Nach dem Heimspiel gegen die SF Lotte, dem letzten vor dem Sommerpause, wird auf dem Stadionvorplatz gefeiert. Spieler, Trainerstab, Präsidium, Aufsichtsrat – sie alle haben ihr Kommen versprochen. Die Anhänger können also noch mal in direkten Kontakt mit den Protagonisten treten.

„Nach all den Anstrengungen und Mühen gehen wir in die Pause, um Kraft zu tanken für neue Herausforderungen“, sagt Vorstandsmitglied Siggi Höing. „Doch zuvor möchten wir noch mal Danke sagen, für die Treue, aber auch die kritische Auseinandersetzung in den vergangenen Monaten.“

Im Bereich des Haupteingangs treten die Bands „The Session“ (mit Geschäftsstellenmitarbeiter Albrecht Dörries an der Gitarre) und „Ol‘ 55“ (mit Präsidiumsmitglied Hans-Jürgen Eidecker als Sänger und Bassist) auf. Würstchen und Getränke kosten nur einen Euro, der Erlös kommt dem Fanport zu Gute, der im Sommer ein Musikfestival für die Anhänger ins Leben rufen will.

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