Fußball: 3. Liga
Adriano Grimaldi – so fit und wertvoll wie selten

Münster -

Adriano Grimaldi ist treffsicher, das hat er zuletzt eindruckvoll bewiesen. Kein Wunder, dass andere, höherklassige Clubs ihre Fühler ausgestreckt haben. Der Deutsch-Italiener ist begehrt. Und könnte seinen Marktwert mit weiteren Toren beim finalen Kräftemessen in Großaspach noch steigern. Im Interview gibt er unter anderem preis, dass er Münster nur ungern verlässt.

Freitag, 11.05.2018, 12:40 Uhr aktualisiert: 11.05.2018, 12:57 Uhr
Auf Tuchfühlung mit dem eigenen Anhang: Adriano Grimaldi hat bei den Fans ein hohes Standing. Nicht nur wegen seiner Tore – der Deutsch-Italiener kommt an.
Auf Tuchfühlung mit dem eigenen Anhang: Adriano Grimaldi hat bei den Fans ein hohes Standing. Nicht nur wegen seiner Tore – der Deutsch-Italiener kommt an. Foto: Jürgen Peperhowe

Ganz Deutschland schaut nach Münster: Zum einen findet im Herzen Westfalens aktuell der 101. Katholikentag statt und sorgt bundesweit für großes mediales Interesse – zum anderen gilt dies auch Adriano Grimaldi. Der Kapitän und Torjäger des SC Preußen Münster trifft derzeit, wie er will, und er ist zu haben. Der Katholikentag endet am Wochenende – die Dienstzeit von Adriano Grimaldi auch. „Leider“, sagen viele Fans – und auch der Stürmer und seine Familie verlassen Münster ungerne. Nicht nur das verriet der 27-Jährige vor seinem letzten Preußen-Einsatz unserem Redakteur Ansgar Griebel.

Kann man in diesen Tagen überhaupt ein Interview mit Ihnen führen, dass nicht am nächsten Tag schon überholt ist?

Adriano Grimaldi: Ja, klar, warum nicht?

Weil der Markt in Bewegung – und die Nachfrage nach dem Stürmer Grimaldi groß ist. Kontakte werden geknüpft und wieder gelöst. Sie könnten jederzeit einen neuen Vertrag unterschreiben …

Grimaldi: Ich lasse das in Ruhe angehen. Natürlich gibt es Angebote, aber da ist noch nichts in der finalen Phase …

Man hört, dass das Thema Hansa Rostock schon wieder vom Tisch ist?

Grimaldi: Das habe ich auch gehört. Aber der Kontakt ist in der Tat ein wenig eingeschlafen.

Aber die Akte Münster ist geschlossen?

Grimaldi: Ja, das ist durch. Aber natürlich sprechen wir noch miteinander. Das Verhältnis ist gut. Mit Malte (Sportdirektor Malte Metzelder) und dem Trainer habe ich viel gesprochen und wir können weiterhin jederzeit offen miteinander reden.

Wie lange hätte Münster denn überhaupt eine Chance bei Ihnen gehabt?

Grimaldi: Bis zum Schluss. Ich fühle mich hier sehr wohl. Ich vergesse ja auch nicht, für welchen Verein ich die Tore gemacht habe und unter welchem Trainer. Das passt schon gut.

Das war nicht immer so ...

Grimaldi: ... doch. Wir brauchten nur ein bisschen, um uns aneinander zu gewöhnen.

Die Gewöhnungsphase startete auf der Ersatzbank. Nicht schön, für den Kapitän. Aber Sie haben das alles klaglos mitgemacht. Fiel das nicht manchmal schwer?

Grimaldi: Das gehört dazu. Da muss man als Profi durch. Und ich bin überzeugt, dass es sich am Ende immer bezahlt macht, sich professionell zu verhalten.

Gibt es eine grobe Richtung, in die es Sie am meisten zieht?

Grimaldi: Nein, ich bin für alles offen, auch für das Ausland.

Ein Club aus der ersten Liga in Belgien soll Interesse angemeldet haben.

Grimaldi: Belgien kann ich bestätigen …

.. und der eine oder andere deutsche Zweitligist ....

Grimaldi: Auch da gibt es Anfragen, stimmt. Ich schaue mir alles genau an.

Ihre Marketing-Methode ist perfekt: Elf Treffer allein in 2018, das kann niemand übersehen …

Grimaldi: Ja, da gehört aber auch die ganze Mannschaft dazu.

Aber eben auch der Vollstrecker. Sie hatten in der ersten Saisonphase Oberschenkelprobleme, im Anschluss waren Sie krank. Nach dem sehr guten Saisonstart kam die Mannschaft ins Trudeln und der Kapitän fehlte …

Grimaldi: Ja, ich musste vier oder fünf Spiele aussetzen – und danach habe ich auch nicht mehr richtig getroffen. Das kam erst in der Rückserie.

Und jetzt sind Sie komplett auskuriert und ohne Probleme

Grimaldi: So fit habe ich mich in meiner Karriere noch nie gefühlt. Ich bin 27 und absolut in Form – die Zweitligisten wären dumm, wenn sie mich nicht holen würden.

Aber noch sind Sie in Münster …

Grimaldi: .. und hatte hier eine sehr gute Zeit. Im Westen fühlen wir uns schon sehr wohl. Wenn es hier einen Verein in der Nähe gäbe, würden wir auch gerne in Münster bleiben, aber dann müsste ich nach Lotte oder Osnabrück gehen – und das mache ich nicht ...

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